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Juni 2020

Analyse

Deutschland, einig Digitalland?! by Eucon Digital GmbH

By Expertenbeitrag No Comments

Noch immer sind mit dem Megatrend Digitalisierung hierzulande zu viele falsche Assoziationen verbunden. Und immer noch gibt es zu viele rein kosmetische Maßnahmen. Was wirklich effektiv ist, sind vollständig digitale Prozesse. Unternehmen sollten sich zu Beginn einen einzelnen Geschäftsprozess auswählen – gleichsam als Blaupause für einen rundum digitalen Workflow. Parallel muss ein dauerhaftes Innovationsmanagement etabliert werden.

Kein Unternehmensvertreter würde behaupten, dass Digitalisierung für ihn keine Rolle spielt. Doch dieser Haltung stehen Fakten entgegen, die immer noch aufseufzen lassen. Beispielsweise der Glasfaserausbau als Garant für schnelle Internetverbindungen. Im vergangenen Jahr betrug der deutsche Anteil der Glasfaseranschlüsse nach Angaben der OECD 3,6 Prozent aller Festnetzanschlüsse. Zum Vergleich: In Spanien liegt der Anteil bei 62,5 Prozent, in Südkorea sogar bei 81,7 Prozent. Ein anderes Beispiel ist die Versorgung mit öffentlichem WLAN. Bereits vor sechs Jahren verfügten unsere französischen Nachbarn laut einer Studie des britischen Internetanbieters ipass über 13,1 Millionen öffentliche Hotspots. Heute werden es rund 20 Millionen sein, davon der größte relative Anteil in der Hauptstadt Paris. Und Deutschland? Die Bundeshauptstadt rühmte sich zum Jahresende 2019, dass das Landesprogramm „Free Wifi Berlin“ bis Ende 2021 die Zahl von 7.000 öffentlichen Hotspots erreichen wird. Nun mag der ein oder andere einwenden, dass wir doch seit drei Jahren auf Bundesebene eine eigene Staatsministerin für Digitalisierung haben. Bei der Suche nach ihrer Tätigkeit stößt man jedoch leider nur auf ihren Lebenslauf und einigen Äußerungen zur Taxi-Drohne. Die Google-Suche verweist größtenteils auf das bayerische Digitalministerium. Derweilen treibt die Sorge durchs Land, dass wir angesichts der effizient genutzten Datenmassen in den USA und China unseren Wohlstand in Europa sehenden Auges aufs Spiel setzen.

Diese Punkte sollen alles andere als ein typisch deutsches Lamento sein. Gleichwohl sind sie Spiegelbild für den digitalen Status Quo unserer Wirtschaft, wenngleich es einige, digital bestens aufgestellte Unternehmen – auch in der Immobilienwirtschaft – gibt. Indizien hierfür liefern beispielsweise der Zukauf von Startups oder die Ernennung von Chief Digital Officers (CDO). Laut PwC hatten im Jahr 2019 immerhin 48 Prozent der börsennotierten deutschen Unternehmen einen solchen Posten kreiert. In Frankreich sind es allerdings schon 66 Prozent. Wenn ein CDO jedoch nicht zur Geschäftsführung gehört bzw. nicht die volle Rückendeckung derselben genießt, dann bleibt die Etablierung digitaler Prozesse weiterhin eine Sisyphusarbeit – am Ende rollt der mühsam hochgezogene Stein der Digitalisierung im Sauseschritt wieder nach unten. Innovation (und darunter darf eben nicht nur Technologie verstanden werden), ist vor allem ein Dauerprozeß, der permanent und perpetuierend stattfinden muss. Das Innovationsmanagement muss integraler Bestandteil der Unternehmensorganisation und damit in der Lage sein, das Unternehmen jederzeit, auch kurzfristig, in neue Fahrwasser zu begleiten. Die aktuelle Krise zeigt nur allzu deutlich, dass wieder einmal das Dach erst repariert wird, wenn es regnet.

 

Im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarländern ist Deutschland eine Internet-Wüste

Digitale Prozesse statt Digitalisierung

Es ist begrüßenswert, dass zumindest die konkrete Formulierung des digitalen Prozesses nun nach und nach an Popularität gewinnt. Der pauschale Begriff Digitalisierung erhält so allmählich einen stärkeren Praxisbezug. Die gelungene digitale Gestaltung eines vollständigen Geschäftsprozesses ist als Startpunkt und Blaupause geeignet, um darauf aufbauend weitere Prozesse im Unternehmen in den digitalen Fokus zu nehmen. Das Rechnungswesen bietet ein Beispiel hierfür. Rechnungen als standardisierte und massenhaft vorkommende Dokumente werden eingelesen, richtig benannt und automatisch dem passenden Vorgang zugeordnet – dank Machine Learning. Am Ende steht ein fertiger Kontierungsvorschlag. Durch Schnittstellen mit dem jeweiligen ERP-System des Unternehmens als Buchungsplattform bedarf es nur noch der Bestätigung per Knopfdruck für den Zahlungsvorgang. Hier werden also systematisch Daten aus elektronisch vorliegenden Rechnungen ausgelesen und miteinander verknüpft. Es kann nicht häufig genug betont werden: Digitalisierung ist nicht allein die Überführung analoger in digitale Dokumente – durch Scan und Ablage in einer Cloud. Digitale Prozesse beginnen erst dann, wenn die Inhalte dieser Dokumente weiter – über ihren originären Zweck hinaus – nutzbar gemacht werden können für weitere Geschäftsvorgänge. Die daraus resultierenden Mehrwerte setzen Kräfte für zusätzliche Innovationen frei und werden so zur Grundlage für nachhaltige Kundenzufriedenheit und höhere Renditen.

Wie wir alle wissen, ist die Triebfeder für Machine Learning die Menge an Trainingsdaten. Die bekannten US-Konzerne haben durch ausgeklügelte Geschäftsmodelle und kundenfreundliche Produkte solche Daten in großem Umfang generieren und gewinnbringend nutzen können. Deutschland dagegen steckt sowohl bei der Kundenfokussierung als auch beim Datenaustausch oft noch in den Kinderschuhen. Es fehlt hierzulande der Gedanke, dass eine gewisse Datentransparenz zwangsläufig zur höheren Produktqualität führt. Umso erfreulicher ist daher die inzwischen auch in der Immobilienbranche gewachsene Bereitschaft zu Kooperationen – zwischen digitalen Dienstleistern untereinander wie auch zwischen ihnen und den etablierten Immobilienunternehmen. Kooperationen befördern die dringend benötigten Datenstandards, liefern Synergieeffekte zwischen unterschiedlichen Geschäftsmodellen und schaffen dank größerer Datenbasis umso effizientere Produkte. Auf diesem Wege entstehen digitale Plattformen mit hoher Akzeptanz im Markt, die unsere weiterhin starke Abhängigkeit von nicht-europäischen Lösungen reduzieren. Es ist begrüßenswert, dass die EU-Kommission unter der Führung von Ursula von der Leyen dies genauso sieht und bereits mittelfristig die von ihr postulierte „technologische Souveränität“ anstrebt. Die deutsche Immobilienwirtschaft kann durch bereits bestehende Initiativen wie z.B. der gif-Datenraumrichtlinie einen gewichtigen Beitrag dazu leisten. Es ist noch nicht zu spät, unsere Branche zu einem digitalen Spitzenreiter zu machen.

 

Seit Anfang November 2018 ist Heike Gündling Managing Director Real Estate der Eucon Digital GmbH in Münster, dem weltweit erfolgreichen Digitalisierungsexperten für Daten- und Prozessintelligenz. Das Unternehmen hilft Real Estate-Unternehmen, Daten und Dokumente schneller, transparenter und flexibler zu managen. Die gelernte Diplom-Kauffrau gilt branchenweit als Expertin für die Optimierung der Immobilienprozesse.

Heike Gündling bringt mehr als 25 Jahre Erfahrung in leitenden Funktionen der Kredit- und Immobilienwirtschaft mit. Zuletzt war sie COO des Proptechs Architrave. Davor verantwortete sie das operative Geschäft der Bilfinger Real Estate. Sie war unter anderem Gründerin und Geschäftsführerin des Beratungsunternehmens Addreal und Managing Director bei Corpus Sireo Asset Management.

 

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Alexander Ubach-Utermöhl               Sarah Maria Schlesinger

Managing Director                               Managing Director

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Mehr als ein Nice-to-have – Renditesteigerungspotentiale durch digitale Lösungen in Corona-Zeiten

By Booster Inside No Comments

Durch die Corona-Krise konnten in Bezug auf Digitalisierung einige Fortschritte in der Immobilienwirtschaft gemacht werden, doch sollte dies nur der Anfang sein. Für jedes Unternehmen gibt es diverse Potentiale zur Renditesteigerung, die durch digitale Lösungen ausgeschöpft werden können. Und die Zeit dafür scheint jetzt gekommen.

Die Corona-Krise hat zweifelsohne bei vielen Immobilienunternehmen einen Sprung in Richtung Digitalisierung bewirkt und vielleicht sogar als Katalysator gedient. Durch die Umstellung auf Home-Office, das Absagen von Geschäftsreisen und physischen Treffen jeglicher Art wurden interne Prozesse zwangsläufig digitalisiert, da kurzfristige Alternativen gefunden werden mussten. Viele Unternehmen merken seit dieser Umstellung jedoch auch, dass das Arbeiten trotz der aktuellen Umstände gut funktioniert und Prozesse durch digitale Lösungen viel effizienter gestaltet werden können als zuvor. Die bisherigen Ineffizienzen in Prozessabläufen, die von Unternehmen teilweise noch gar nicht selbst identifiziert wurden, konnten so schneller behoben werden, als es ohne den Schub durch die Corona-Krise jemals möglich gewesen wäre.

Diese Digitalisierung von Prozessen äußert sich u.a. in effizienterer Kommunikation, strukturierterer interner IT oder dem Einführen von modernster Videokonferenztechnologie. Bei allen Vor- und Nachteilen der aktuellen Zeit konnte die Effizienz durch den Einsatz von digitalen Lösungen in vielen Bereichen gesteigert werden. Doch ist damit die Arbeit in Richtung Digitalisierung getan?

Auf dem gelegten Fundament aufbauen – aber wie?

Trotz der von vielen Immobilienunternehmen zügig und erfolgreich umgesetzten Digitalisierung in den internen Unternehmensbereichen in Zeiten der Corona-Krise, reicht dies für die zukunftsfähige, digitale Aufstellung von Unternehmen nicht aus. Die beste Videokonferenztechnik oder sicherste IT-Struktur reichen hier nicht aus, um Digitalisierung vollständig umzusetzen. Digitale Transformation bedeutet hier auch mehr als das Ersetzen des Schlüsselbundes des Hausmeisters durch eine Keycard oder der Papierrollen des Architekten durch ein iPad. Prozessoptimierungen durch Digitalisierung sind zweifelsohne sehr wichtig und bilden das Fundament für die digitale Transformation. Doch es gilt auf diesem Fundament weiter aufzubauen.

 

 

Die eigenen Produkte bzw. Dienstleistungen – in einigen Fällen sogar das gesamte Geschäftsmodell – bieten viele Möglichkeiten für die weitere Digitalisierung. Der Anreiz hierfür sind die teilweise erheblichen Renditesteigerungspotentiale, die hierdurch ausgeschöpft werden können. An vielen Stellen können durch digitale Lösungen Mehrwerte für Kunden geschaffen und der interne Aufwand vereinfacht werden. Dies kann in der Entstehung neuer Geschäftsmodelle bspw. mit neuen, breiteren Kundengruppen oder vereinfachten, schnelleren Geschäftsabläufen münden, die auf vielseitige Art Mehrwerte bieten.

Strategische Anpassungen während und nach Corona

Der Prozess diese Potentiale zu auszuschöpfen war bisher mindestens so schwer, wie der Prozess die Potentiale zu erkennen. Doch der Fortschritt, der durch Corona erzielt wurde, und die vielen Meilensteine, die in Immobilienunternehmen aufgrund der Umstände mit Bezug auf Digitalisierung in den letzten Wochen erreicht wurden, machen Hoffnung auf den weiteren „Aufbau“ auf dem bereits gelegten Fundament. Die tiefgehende Analyse der Produkte und des Geschäftsmodells eines Immobilienunternehmens ist hierfür der erste Schritt, der gemacht werden muss. An vielen Stellen wird hierbei die Notwendigkeit der Einbindung digitaler Lösungen für eine strategische Anpassung deutlich, um neue Möglichkeiten zu eröffnen, die so zuvor noch nie da waren.

Umso wichtiger ist es, weiter auf den in kurzer Zeit erzielten Erfolgen aufzubauen. Wer hier schnell schaltet und sich jetzt aktuell Gedanken zur digitalen Strategie und zum bisherigen Geschäftsmodell macht, wird merken, dass der aktuelle Schwung vieles bewirken kann. ZIA-Präsident Dr. Mattner teilte vor einigen Wochen die Erkenntnis zur Digitalisierung in Corona-Zeiten: „Wir haben viele Möglichkeiten künftig, die vorher eigentlich da waren, aber nicht genutzt worden sind“. Die Mehrwerte, die durch Digitalisierung erzielt werden können, sind für jedes Immobilienunternehmen so erreichbar und gleichzeitig attraktiv, dass die nähere Befassung damit vor dem Hintergrund der Renditesteigerung eigentlich unumgänglich ist.

Potentiale ausschöpfen mit PropTechs

Um diese strategische Anpassung auch mit digitalen Lösungen zu füllen, stehen im deutschsprachigen Raum mehr als 500 PropTechs bereit. Einige davon konnten in den vergangenen Wochen davon profitieren, dass viele interne Prozesse und Abläufe plötzlich digital laufen müssen und haben dementsprechend viel Aufmerksamkeit erhalten können. Es steht jedoch noch ein größerer Anteil von PropTechs für die Immobilienunternehmen bereit. Diese müssen nur erkennen, dass sie an ihrem Produkt oder gar ihrem Geschäftsmodell allgemein eine strategische Anpassung vornehmen müssen, um zusätzliche Rendite erzielen zu können und somit langfristig zukunftsfähig zu bleiben. Entlang des Immobilienlebenszyklus und über diverse Assetklassen hinweg gibt es ausreichend PropTech-Unternehmen, um durch digitale Lösungen genau diesen Mehrwert den Unternehmen und den Kunden bringen zu können.

Doch ist die reine Zusammenarbeit mit einem PropTech aus Imagegründen für beide Seiten nicht förderlich, da nicht alle Möglichkeiten genutzt werden. Die nähere Befassung mit den Renditepotentialen, die durch digitale Lösungen erzielt werden können, ist hier die Grundlage dafür. Nachdem der Bedarf, also die Ausgangslage und die Anforderungen, bestimmt werden, ergibt eine nähere Befassung mit PropTechs Sinn. Die Zusammenarbeit wird hierdurch erleichtert und erleichtert beiden Seiten das zugehen aufeinander. Dies wird an Beispielen wie techem oder Aareal Bank Gruppe deutlich. Kooperationen mit Start-ups oder auch Transformationsbegleitern können hier Immobilienunternehmen unterstützen, die richtigen Schritte zu gehen, um die Potentiale bestmöglich auszuschöpfen.

Best-Practices & Trailblazer

Schaut man nach Beispielen, wo diese Renditesteigerung durch eine digitale Lösung schon erfolgreich war, wird man in anderen Branchen sehr schnell fündig. Viele multinationale Konzerne, aber auch mittelständische Unternehmen, zielen immer wieder darauf ab, durch eine Anpassung des Produktes einen Mehrwert für sich und den Kunden zu schaffen, der in einer Renditesteigerung mündet. Schaut man hierfür auf den Immobilienmarkt, wird man in einigen Bereichen auch schon fündig. Wenn ein Unternehmen wie Roomhero ihren Kunden durch die Möblierung von Büro- und Wohnflächen dem Immobilieneigentümer zusätzliche Mieteinnahmen von 60% garantieren kann, dann ist das schon ein Best-Practice Beispiel für eine Renditesteigerung. Wenn ein Unternehmen wie Proptiq einem Wohnungseigentümer durch die Implementierung ihrer Co-Living-Lösung zusätzliche Mieteinnahmen von 30% garantieren kann, dann ist das ebenfalls ein Best-Practice Beispiel für Renditesteigerung. Kombiniert man diese beiden Lösungen zu einer Vermietung von möblierten Zimmern in einem Co-Living-Verhältnis, dann spricht man gar schon von einer Renditesteigerung von 120%, da der Aufwand der Zusammenführung dieser digitalen Lösungen dem Kunden auch schon abgenommen wird. Die Renditesteigerung durch die Schaffung eines Mehrwertes für Kunde und Eigentümer, ist nur ein Beispiel, wie eine solche strategische Anpassung umgesetzt werden kann.

Doch wie an diesen Beispielen deutlich wird, ist der Markt so segmentiert, dass Renditesteigerung durch digitale Lösungen für jeden Akteur entlang des Immobilienlebenszyklus und über Assetklassen hinweg etwas anderes bedeutet. Renditesteigerungspotentiale sind so individuell auf das Geschäftsmodell des Unternehmens gemünzt, dass eine tiefgehende Analyse des eigenen Produktes, unumgänglich ist, um Potentiale zu erkennen. Wer hier jedoch früh genug auf den Zug springt, ggf. sogar als Trailblazer agiert und seinen möglichen Wettbewerbern voraus ist, der schafft für sein eigenes Marktsegment sein eigenes Best-Practice. Die ideale Lösung für seine Kundengruppe und sein Unternehmen. Durch diesen gezielten Einsatz von digitalen Lösungen, befindet sich ein solches Unternehmen auf dem besten Weg in Richtung digitaler Transformation.

 

Wenn Ihr noch mehr zum Thema „Renditesteigerungspotentiale und Automation von Prozessen“ erfahren möchtet, meldet Euch jetzt zu unserem PropTech Special an: http://www.talque.com/join/blackprint0206