Für eine Unternehmensgründung braucht es viele Kompetenzen & vielfältigen Input. Und bei innovativen, technologischen Geschäftsmodellen braucht es in der Regel viel Kapital, um Entwicklung und Wachstum zu ermöglichen. Um Wagniskapital aufzunehmen, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Dabei gibt es ein grundlegendes Merkmal, das bereits ganz zum Beginn das wachstumsfähige Setup eines Startups zerstören kann: die Gründung eines Startups mit nur einer Gründerperson.

Hier findet Ihr unsere 9 Gründe, warum wir nicht in Einzelgründer investieren:

1

Kompetenzen in allen unternehmensrelevaten Feldern

Strategische Kompetenzen wie Geschäftsmodell-Entwicklung und Businessplan-Erstellung inkl. Ausformulierung von Vision und Mission und operativ zu erreichenden Zielen bilden zu Beginn die Grundlage für einen erfolgreichen Start. Das allein kann eine One-Man oder One-Woman-Show wohl noch leisten. Doch dass ein Einzelgründer sowohl in Theorie wie in Praxis alles beherrscht, was gebraucht wird, ist nahezu ausgeschlossen.
2

Kaufmännisches Know-How

Was in der Theorie zu Papier gebracht ist, muss auch mit Leben gefüllt werden. Dazu braucht es kaufmännische Kompetenzen in der ganz praktischen Umsetzung der Geschäftsidee: gesellschafts- und vertragsrechtliche Grundlagen braucht es zwingend, um behördliche, formale Anforderungen zu erfüllen – oder überhaupt Kundenaufträge abwickeln zu können. Genauso gehört buchhalterisches und steuerliches Knowhow zum notwendigen Kompetenzrahmen. Klar kann einiges davon über externe Dienstleister eingebunden werden. Doch es braucht einen internen Link im Team, der diese Partner steuert.
3

Technologische Anforderungen

Ein nerdiger ITler ist brilliant, um Technologie zu entwickeln, doch auch hier gibt es Frontend- oder Backendentwickler, UXler, Designer & viele mehr. Unwahrscheinlich, dass ein Programmierer alle Programmiersprachen beherrscht. Und nicht jeder Entwickler beherrscht Coden, Dokumentieren oder auch das Übersetzen von Kundenbedürfnissen in technisch programmierbare Anforderungen. Oft ist ein Team aus einem Projektmanager, der sowohl Kunden- bzw. Salesanforderungen wie auch technisches Prozessverständnis mitbringt eine perfekte Ergänzung und wichtiges Herzstück.
4

Vertriebsexperte

Ein Nerd alleine ist vermutlich außerdem nicht derjenige, der sich an der Sales-Front oder im Rampenlicht beim Pitch-Ballet wohl fühlt. Doch beide braucht es. Ohne funktionierendes, aufregendes Produkt kann der Vertrieb nicht funktionieren. Doch ohne Vertriebskompetenz hilft auch das beste Produkt nicht weiter.
5

Zahlenpuzzle

Ein guter CFO mit guten analytischen, strategischen Fähigkeiten, Lust am Number Crunching, Financial Modelling und mit Gespür und Verständnis für das Reporting relevanter KPIs unbezahlbar – und ab einer gewissen Größenordnung von Finanzierungsbedarf zwingend notwendig, um die Anforderungen von Kapitalgebern zu erfüllen.
6

Ein brillianter CEO reicht einfach nicht

Nicht alle Co-Gründer müssen Unternehmenslenker sein. Doch eine starke Hand, die auch in stürmischen Zeiten das Steuerrad hält und dafür sorgt, dass die Mannschaft nicht kreuz und quer über Deck läuft, ist zwingend notwendig. Ein brillianter CEO, gern auch mit Ecken und Kanten seiner Persönlichkeit, ist oft DAS Gesicht der wachsenden Company. Und gerade in den Anfangsjahren kann eine Fokussierung auf diese Gründerperson in der Positionierung des Unternehmens richtig sein. Doch was ist ein starker Führer ohne Team?
7

Engpässe und Ausfallzeiten

Gründen und ein Unternehmen hochziehen machen viel Arbeit und nicht nur Freude; die harten und stressigen Zeiten und Entscheidungen lassen sich im Team besprechen oder diskutieren. Engpässe oder Ausfallzeiten können durch die anderen Teammitglieder kompensiert werden. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Dafür ist geteilte Freude über die vielen kleinen Erfolgssteps doppelte Freude.
8

Partnerschaften

Geschäftsentwicklung braucht Sparring-Partner – sowohl fachlich wie auch persönlich: und niemand ist so sehr, offen und ehrlich am Erfolg des Startups interessiert, wie die Co-Founder.
9

Der entscheidendste Punkt

Ein gutes Gründerteam zeichnet sich durch komplementäre Fähigkeiten, Stärken und Erfahrungen aus. Und selbst wenn uns ein Gründer von seinen Überflieger-Kompetenzen überzeugt, wissen wir, dass so gut wie kein Wagniskapitalgeber bzw. Investor in Einzelgründer investieren wird. Was hilft es also als Frühphasen-Investor in ein Unternehmen Zeit, Geld und Nerven zu investieren, wenn es keine Wachstumsperspektive hat. Das ist der entscheidendste Grund, weshalb wir nicht in Einzelgründer investieren.

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