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Triggert die Corona-Krise die Digitalisierung oder bremst sie sie aus? TEIL 2: PropTech Sicht

By Booster InsideNo Comments

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PropTechs erkennen Potenziale

 

Natürlich machen sich nicht nur die Digital Leader in Zeiten Coronas ihre Gedanken, auch die PropTech-Szene nimmt sich der weltweiten Epidemie an. Wir bei blackprint Booster haben in den vergangenen Tagen einige Stimmen, Meinungen und Eindrücke sammeln können wie die Welt der PropTechs die aktuelle Marksituation und Auswirkungen auf ihr Business einschätzt. So wie im ersten Teil dieser Serie ist die Aussicht der Digital Leader in die Zukunft mit großen Bedenken verbunden, jedoch stellt sich auch bei den PropTechs heraus, dass diese Krise durchaus ihre Chancen mit sich bringt. Wir haben die interessantesten Thesen noch einmal für Euch gesammelt:

 

  • Reise- und Kontaktverbote als Chance: Corporates geben die Rückmeldung, dass Sie jetzt endlich Zeit finden sich mit digitalen Lösungen zu beschäftigen, weil sie am Schreibtisch sitzen und nicht reisen müssen. Übermäßige Business Tripps haben Innovation offenbar aufgehalten. Jetzt findet tiefgründigere Beschäftigung mit den Themen statt und beispielsweise Makler haben mehr Zeit, Prozesse in den Griff zu kriegen und sind willens diese mit PropTechs effektiver zu gestalten.

 

  • Liquidität wird zum Problem: Finanzierungsrunden werden aufgeschoben, angesetzte Due Dilligences ausgesetzt. VCs kommunizieren offen Zögerlichkeit und Abwarten bzgl. weiterer Finanzierungsrunden. Die Situation verschärft sich dadurch, dass auch Pilotprojekte oder sogar laufende Aufträge gestoppt oder zeitlich unspezifisch verschoben werden. Einige Unternehmen vermelden Hochrechnungs- und Neuplanungsszenarien von -80%. Daraus resultierende ausbleibende Geldeingänge ohne Perspektive, wann es weitergehen kann, werden nicht nur frühphasige PropTech Unternehmen in existenzielle Schwierigkeiten bringen. Oder gar zu Marktaustritten führen.

 

  • Online Vertrieb wirkt plötzlich:während bisher klar der Direktvertrieb das effektivste Mittel der Wahl darstellte, funktionieren jetzt Online-Vertriebsmöglichkeiten. Für die Coporate-Seite sind plötzlich auch digitale Präsentationstermine akzeptabel. Die Terminabstimmung dazu hat sich vereinfacht. Selbst wenn digitale Auftragsvergabe noch nicht läuft, funktioniert diese aber zumindest organisatorisch aus dem Home Office.

 

  • Schub durch Corona: einige PropTech Unternehmen sehen bei sich und anderen einen deutlichen Schub durch erhöhte Nachfrage Ihrer Lösungen auf Corporate Seite. All die Teams, deren Angebote sich ohne grundlegende interne Prozessveränderung Optimierungen herbeiführen und insbesondere einen direkten Impact haben, können jetzt Sales-Erfolge angehen. Spannenderweise sind Motive, die bisher eine untergeordnete Rolle spielten wie beispielsweise das Schaffen menschenunabhängigerer Prozesse oder Kosteneffizienz dank des Ausfalls von Personal oder Krisendruck jetzt wirksame Verkaufsargumente.

 

  • Branche als Fels:In der Wahrnehmung vieler PropTechs steht die Immobilienbranche als Fels in der Brandung. Zwar wird Sicherheitsdenken auf Seiten der Corporates wahrgenommen, doch kommunizieren Ansprechpartner der Corporate Seite weitestgehend keine akuten Auswirkungen der Corona Krise auf Ihr Business.

 

Mehr zu PropTech & Digitalisierung mit Immobilienbezug?

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Sarah Schlesinger | Managing Director – COO

Phone  +49 69 173200280

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Triggert die Corona-Krise die Digitalisierung oder bremst sie sie aus? TEIL 1: Corporate Sicht

By Booster InsideNo Comments

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DIGITAL LEADERS COUNCIL – erstmals digital

Unser Digital Leaders Council hat am 18.03.2020 erstmals digital stattgefunden.

Thema war, ob die aktuelle Corona-Situation die Digitalisierung triggern oder ausbremsen wird.

Eine ganze Reihe von Digital- & Transformationsverantwortliche mussten kurzfristig Ihre Teilnahme absagen. Gründe waren interne „Nottermine“ oder schlicht private Verhinderung wegen Kinderbetreuung. Die Eingeladenen berichteten selbst von Home Office, Reise-Verboten, dem Ausfall jeglicher externer Meetings, einige von Schicht-Diensten, bei denen nur Teile der Belegschaft, dann jeweils Wochenweise, in die Büros kommen, bis hin zu reinen Notbesetzungen. Allseits beschäftigte die Umstellung auf digitale Arbeitstools und -Methoden die Corporate Seite.

Die anwesenden Digital Leader tauschten sich wie bei Digital Leaders Council etabliert in vertraulicher Runde nach den Chattham House Rules aus. Hier die spannenden Thesen, die dabei formuliert worden:

 

  • Remote setzt sich durch: Die Grundlagen für digitales Arbeiten werden jetzt schnellstmöglich geschaffen, da die Krise aus dieser Anforderung ein akutes Problem gemacht hat.

 

  • Innovations-Stopp: Corona führt direkt zum Cutten, Einsparen oder mindestens Verzögern von Innovationsprojekten. Insbesondere Geschäftsmodell-Erweiterungen und Digitalisierungs-Chancen, die langes Durchhalten benötigen, werden voraussichtlich erstmal komplett auf Eis gelegt.

 

  • Konsolidierung beschleunigt sich: die bereits begonnene Markt-Bereinigung bei den PropTechs, aber auch den etablierten Unternehmen wird durch Corona beschleunigt. Einige werden kurzfristig (liquiditätstechnisch) nicht durchhalten. Andere weil sie trotz des akuten Handlungszwangs sich jetzt unaufholbar abhängen lassen. Fest steht für die Digital Leader, dass die Konsolidierung nicht steuerbar sein wird.

 

  • 90% der Unternehmen stellen sich auf eine lange Rezession ein – und darauf, dass sich nach Corona und nach den Osterferien NICHT alles wieder auf „normal“ zurückdrehen wird.

 

  • Natürliche Gewinner: die Krise wird bestimmte prozessoptimierende Technologien in ihrer Durchsetzung pushen. Ausnahmeereignisse wie der Arabische Frühling haben den Twitter-Durchbruch bedeutet. Wohlmöglich führt die Flut von Mängelmeldungen durch Zuhause eingesperrte Mieter zur Durchsetzung von Mieter-Kommunikationsplattformen.

 

 

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blackprint reagiert auf Corona mit Digitalisierung

By Booster InsideNo Comments

Wir erleben besondere Zeiten: Ein unsichtbares Virus führt dazu, dass immer mehr Länder Maßnahmen ergreifen, die wir vor wenigen Wochen noch nicht für möglich gehalten haben. Wir haben bereits am Mittwoch der vergangenen Wochen entschieden, dass wir ausschließlich aus dem Home Office arbeiten, Meetings digital stattfinden und sämtliche von uns organisierten Veranstaltungen in die digitale Welt verschoben werden. Unser Motto: blackprint goes digital und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Wir arbeiten mit Hochtouren daran nicht nur die Inhalte von kommenden Veranstaltungen wie der PropTech Specials aufzuzeichnen und verfügbar zu machen. Wir haben uns auch zur Aufgabe gemacht unserer DNA – die richtigen Leute miteinander zu vernetzten – digital abzubilden. Das ist nicht nur technisch eine Herausforderung, sondern auch dadurch, dass viele unserer Teilnehmer derzeit mit ihren Kindern zu Hause sitzen und sich fragen, wie sie ohne externe soziale Kontakte die angeordneten fünf Wochen KiTa und Schulpause überbrücken. Und in diesen herausfordernden Zeiten sollen wir uns jetzt auch noch mit der Gestaltung der digitalen Zukunft unserer Branche befassen? Wir meinen: definitiv! Jetzt ist die Zeit Dinge neu zu denken und dabei bereits verfügbare Technologien in die Überlegungen einzubeziehen. Und wenn Sie dazu weitere Impulse und Inspirationen brauchen können – oder auch mal eine Pause von der Kinderbetreuung. Kommen Sie bei uns digital vorbei und nehmen am digitalen PropTech Spring Special am 26.02.2020.

Wir freuen uns drauf!

 

 

Wenn Google Tesla kauft

By Booster InsideNo Comments

Wenn einer der großen GAFA-Tech-Player den vielleicht innovativsten Mobilitätsanbieter der Welt kaufen würde, entstünde ein Gigant, der vielleicht nicht alles plattwalzt, aber die Welt in ein verändertes Gleichgewicht bringen wird. Riesige Umsätze bei enormen Margen würden beide gemeinsam zur Nummer eins. Was noch ein von den Unternehmen unkommentiertes Zukunftsszenario ist, könnte wahr werden. Dann auch enorme Auswirkungen auf unsere Branche. Wie unglaublich schnel eben noch unvorstellbares geschieht, zeigt die aktuelle Krise.

Hier geht’s zum Beitrag.

 

 

Zeit für Visionen

By Booster InsideNo Comments

Ob Commercial Real Estate, Residential oder Smart Space: Im Future Technology in Property Report vom London Technology Club  findet sich der typische zukünftige Tag eines Immobilien Entrepreneurs. Mit viel Inspiration für Entscheider und Lenker, die heute vor wegweisenden Entscheidungen stehen. Als Tipp vorab: Wo feststeht, dass es keinen Beweis für das Funktionieren der Zukunft gibt, bleibt nur eines: Monitoren, Messen und agil managen.

Hier geht’s zum Report.

 

 

Exklusivansprüche und Selbstüberschätzung

By Booster InsideNo Comments

Für manches Unternehmen auf Erneuerungskurs scheint die Frage nach eigenen Investitionen in Startups ein Trendthema zu sein. Die Buy-or-Build-Frage ist berechtigt. Häufig sind Zukäufe fehlender Kompetenzen günstiger als Neuentwicklung. Doch schwierig wird es, wenn frühphasige Teams auf die großen Entwicklungsträume von etablierten Corporates treffen. Und Innovationen dadurch sterben, dass unterschiedliche Entscheidungswelten und Agilitätsstufen aufeinanderprallen. Warum strategische Investments in Digital-Unternehmen für alle Seiten das Scheitern bringen können? Das Ende des Streetscooters ist ein Armutszeugnis für Deutschland. Und hält uns einen Spiegel vor aus dem wir lernen können.

Hier geht’s zum Handelsblatt Gastbeitrag

 

 

Spring Special Invite

Netzwerken goes digital

By Booster InsideNo Comments

Angeordnetes Home Office, Reise- und Veranstaltungsverbote, geschlossene Kindergärten und sich immer weiter verschärfende Einschränkungen haben uns vom blackprint Booster Team bereits letzte Woche veranlasst, Maßnahmen zum Schutz unseres Teams, unserer Partner und Gäste zu treffen. Dank vorhandener digitaler Infrastruktur von Asana, Slack, Zoom und Office365 eigentlich auch kein Problem. Doch Vernetzung von PropTechs mit Etablierten Branchenunternehmen und Wagniskapitalgebern spielt jetzt vielleicht eine noch wichtigere Rolle. Denn jetzt werden Weichen neu gestellt. Sowohl Digital Leaders Council zur Transformation wie PropTech Special zur Digitalisierung: Unsere Events werden digital.

Mehr erfahren.

 

 

Hazmat

Triggert die Corona-Krise digitale Vernetzungschancen?

By Booster InsideNo Comments

Während die meisten Branchen-Unternehmen noch damit kämpfen, Standards zu entwickeln, einen Single point of truth für Daten zu schaffen und das Mindset ihrer Mitarbeiter zu changen, schauen mittlerweile erstaunlich viele in die Was-wäre-wenn-Zukunft. Nach der Frage, wie Transformation überhaupt gelingen kann, folgt die Frage, wie viel kann Digitalisierung noch rausholen. Überrauschend, dass trotz aller noch zu machender Hausaufgaben bereits 2/3 aller Immobilienprofis von Effizienzsteigerung durch Schnittstellen- und Systemintegrationen überzeugt sind. Die Zwangs-Atempause durch Corona könnte Firmen die Chance bieten, die Grundlagenarbeit zu finalisieren und digital vernetzt per API die nächsten Entwicklungsschritte zu gehen.

Hier geht’s zu API-Umfrage

 

 

Der Aufstieg von PropTech und der Ausblick in goldene 2020er

By Booster InsideNo Comments
HypeCycle PropTech Grafik 2020

Quelle blackprint Booster GmbH 2020

Das endende Jahrzehnt der 2010er brachte endlich auch der Immobilienbranche die Digitalisierung. Über alle Asset Klassen von Residential, Office, Retail, Logistik und weiter. Über alle Phasen des Lebenszykluses von Projektentwicklung, Planen, Bauen, Baumaterialien, Betreibung, Finanzierung, Vermarktung, Renovierung bis hin zum Abriss hinweg.
Die 2010er brachten damit den Aufstieg von PropTech. Wie in anderen Branchen gilt auch hier der Hypecycle nach Gartner.
Was aktuell düster klingen mag, bedeutet einen hoffnungsvollen Ausblick in die Goldenen 2020er und großartige Chancen für die Überlebenden. Denn durch das langsame Innovationstempo im Real Estate Bereich kann von anderen Branchen gelernt werden. Deshalb ist abzusehen, dass die vor uns liegende Konsolidierungsphase mit realistischerem Erwartungsmanagement einhergehen werden wird. Zum Vorteil und Profit für diejenigen, die dann die Nase vorn haben.

 

Technologischer Auslöser

Getrieben durch neue Technologien, insbesondere die Durchsetzung des Smartphones, schnellerem & reichweitenstärkerem Internet sowie neuen Kommunikationsmöglichkeiten entstanden vor zehn Jahren die ersten neuen Geschäftsmodelle mit Bezug zu Immobilien. Druck und Chancen durch das Bestellerprinzip triggerten 2015 eine erste Flut an PropTechs, d.h. Tech-Unternehmen, die Ineffizienzen damals insbesondere in der eng gedachten Immobilienwirtschaft, sprich im Bereich Vermarkten, löste. Dadurch, dass FinTech und die Digitalisierung im Bankenbereich erheblich weiter fortgeschritten ist, gleichzeitig ein großer Umsatzanteil dort auf Asset-Deals entfällt, kam von außen Schwung in die Branche. Erste Leuchttum-Unternehmen aus dem Real Estate Bereich erkannten den Handlungsdruck und starteten ihre Gehversuche in Form von Pilotprojekten mit PropTechs, eigenen Startup-Beteiligungen, Digital Labs, der Installation von CDOs oder anderen Innovationsbemühungen zur Effizienzsteigerung oder Erweiterung des eigenen Geschäftsmodells. Einige ganz wenige erkannten dankenswerterweise Notwendigkeit und Wert eines Ökosystems zur Förderung von PropTech, um die Branche insgesamt voranzubringen.

 

Der Gipfel überzogener Erwartungen

Die Euphorie durch das Entdecken immer neuer PropTechs, die ab 2018 auch immer stärker den gesamten Immobilienlebenszyklus erfassten, stieg auf den Gipfel überzogener Erwartungen. Insbesondere auch für die Bereiche Planung, Bauen sowie Asset Management bis zu Facility Services – und damit den wirklichen Kostentreibern über die Lebensdauer einer Immobilie – poppten Tech Teams auf und präsentierten Lösungsansätze. Der Glauben daran, dass der gerade programmierte MVP-Button alle Probleme der letzten 35 Jahre – intern wie extern – mit einem Klick wegzaubern würde, war extrem hoch. Dabei muss realistisch gesagt werden, dass in dieser Phase, wie auch in anderen Branchen, gemäß Hype Cycle zwar einige Startups erfolgreich neue Anwendungen hatten, die meistern MVPs und Entwicklungsstufen dieser Zeit allerdings mit Kinderkrankheiten kämpfen mussten.
Parallel trennte sich die Masse der Immobilienunternehmen in die Digital First Mover, in solche Späterstarter, die auch langsam anfingen Ausschau zu halten, was getan werden könnte und solche Schlusslichter, die auch 2019 nach wie vor ihr Faxgerät mit auf die Expo schleppten und sich die Emails zum Abzeichnen ausrucken ließen.

 

Das Tal der Enttäuschung

Viel diskutiert wurde die Frage nach dem „PropTech Hype“. Tatsächlich entsprach die gesteigerte Heilsbringer-Erwartung an die PropTech-Teams genau diesem. Und genau betrachtet befinden sich einige Spätstarter noch immer in dieser Phase. Die First Mover kamen bereits 2018 zu der Erkenntnis, dass eine Code-Zeile allein nicht die Welt verändert. Oder Change in den Köpfen der eigenen Mitarbeiter eben nicht mit einem glanzvollen Digital-Kick-Off getan ist. Oder eine Startup-Beteiligung oder -Kooperation die Rendite nicht automatisch in schwindelerregende neue Höhen treibt. Teils bittere Enttäuschung machte sich breit. Die Faxgerät-Schlepper fühlten sich bestätigt in Ihrer zurückhaltenden Haltung. Enttäuschung kehrte sich in Wut und Abwehr. „Wir haben auch schon mal mit einem PropTech gearbeitet. Aber die konnten ja noch gar nicht all das, was die versprochen haben.“ Und deshalb aufhören?
Mathematisch betrachtet nach der Gartner-Beraterin Jackie Fenn, die den Begriff des Hype-Cycles zur Bewertung der öffentlichen Aufmerksamkeit bei der Einführung neuer Technolgien prägte, handelt es sich bei diesem Frust um das Abklingen nach einer Sprunganregung. Während die Aufmerksamkeit anfänglich explosionsartig steigt – den „Gipfel der überzogenen Erwartungen“, fällt sie auf ein Minimum – ins „Tal der Enttäuschung“. Roy Amara hat dies in einer Gesetzmäßigkeit formuliert, in der sich die zukünftige Immobilienbranche gerade befindet, nämlich, dass wir dazu neigen, die Wirkung von Technologie kurzfristig zu überschätzen, die langfristige unterschätzen.

 

Der Pfad der Erleuchtung

Obwohl PropTech nicht alle Erwartungen erüllen konnte und das Buzzword Digitalisierung nicht mehr (sinnlos) auf jeder Bühne oder in jeder Berichterstattung auftaucht, führen insbesondere bei den weit entwickelten First Movern (denen, die kapiert haben, dass Change lange Zeit braucht, viel Geld kostet – und im übrigen alternativlos ist) zu realistischer gewordenen Einschätzungen. Ein entwickeltes gesundes Erwartungsmanagement, der Pfad der Erleuchtung, führt zu tieferem Verständnis für Technologie, Ihre Grenzen sowie realistische Möglichkeiten und Machbarkeiten sowie für die praktische Umsetzung. Am Liebsten möchte man jedem Corporate laut zurufen, dass Digitalisierung KEIN Ziel ist, dass sie nur Sinn macht im Rahmen einer zukunftsfähigen Gesamtstrategie, dass das nur funktioniert, wenn die liebgewonnenen Bereichsleiter-Ebenen oder sonstigen Machtsilos sowohl in Budgets wie auch in personellen Strukturen aufgebrochen wird und dass Digitalisierung außerdem nicht mal eben so von einem Innovationsverantwortlichen zur positiven Imagebildung in Form eines Alibi-Projekts erfolgen kann. Doch die einen wissen es schon – und ringen mit den Herausforderungen des Change Prozesses. Die anderen warten lieber ab, bis die Lösungen „dann fertig sind“. Und klopfen schon mal an, wie sie eben auch schnell eine PropTech-Beteiligung aufziehen können, um damit ganz schnell ganz viel Geld zu verdienen.

 

Das Plateau der Produktivität

Öffentlich present war 2019 der anfängliche Hype vorbei und PropTech wurde zum Unwort erklärt, dass man besser nicht mehr auf öffentlichen Bühnen benutzen wollte, um nicht anzuecken. Das Tal entwickelte sich. Da die Schere zwischen First Movern und Spätstartern immer größer wurde, zeigen erste Vorbild-Leuchtturm-Unternehmen, wie es gehen könnte. Und zeigen damit, was 2021 ob des Innovationstempos von Technologie-Entwicklung allgemein niemand mehr in Frage stellen wird: PropTech wird allgemein anerkanntes und akzeptiertes Fachwort. Die angebotenen Tech-Lösungen werden relevanter und solider weiterentwickelt sein. Gleichzeitig werden heute noch nicht gelöste oder auch noch nicht lösbare Probleme in den Fokus geraten sein. Zusammenschlüsse von Unternehmen, Martkabgänge durch Auflösung oder Aufkäufe und insbesondere auch Kooperationen bzw. Bundles-Angebote werden den PropTech-Markt konsolidieren. Zeitversetzt, doch unausweichlich, wird eine weitere Konsolidierung stattfinden. Grundlegender und wohlmöglich aufsehenerregender. Die der heute noch Etablierten, die es nicht mehr schaffen, sich rechtzeitig auf Zukunft auszurichten, die aufs falsche Pferd gesetzt haben oder die schichtweg nicht genug Power haben im sich verändernden Marktgefüge zu bestehen.
Blicke in weiter entwickelte Märkte als den deutschen zeigen, dass Bauwirtschaft und Immobilienwirtschaft, die sich heute nicht mal als eine Branche verstehen, zukünftig konzeptionell nicht getrennt betrachtet werden können bzw. noch viel enger zusammenwachsen. Bereits in der Projektentwicklung werden alle Beteiligten eingebunden. Auch oder insbesondere BIM, Building Information Modelling, hat als Secret Ingredients für die neue Immobilienwelt Game Changer Potential. BIM bezeichnet eine Welt aus zusammengeklickten Einzellösungen, die in Ihrer Gesamtheit den Lebenszyklus von der Idee über Bau bis Betreibung und schlussendlich Abriss verknüpfen wird. Wenn BIM sich technologisch und in den Köpfen in allen Dimensionen durchgesetzt haben wird, liegt hier Potential für Effizienzsteigerung und neue Profit-Potentiale in einem Maße, dass heutige Silo-Vertreter sich gar nicht vorstellen können.

 

PropTech im Tal der Tränen – eine gute Botschaft für die Branche

So zeigt sich die Entwicklung der PropTech Szene zwar gleich zu Beginn der 2020er im Tal der Tränen mit den ersten großen Meldungen über Insolvenzen von heißen PropTech-Wachstumskandidaten. Die Konsolidierungswelle kommt ins rollen.
Und das ist gut so. Aus der Vielzahl der über 600 PropTech Unternehmen gehen insbesondere im Plattform-Bereich einige wenige starke hervor. Von den technologischen Einzellösungen wird nicht jede gebraucht. Nicht jeder braucht ein eigenes Dashboard. Und noch viel weniger braucht wirklich jeder den Kundenkontakt. Bundles-Kooperationen und Zusammenschlüsse werden der Branche relevante Lösungen bringen und beiden Seiten Vorteile. Und währenddessen weichen die Gegensätze zwischen den vermeintlich Jungen Wilden und den Etablierten Unternehmen weiter auf. Einige PropTechs von heute werden gar zu den Etablierten von Morgen. Zum Ende der goldenen Zwanziger wird in der Rückschau PropTech auch im vor uns liegenden Jahrzehnt eine starken Aufstieg vollzogen haben. Angst, dass Wort in den Mund zu nehmen, wird dann keiner mehr haben.
Bis dahin darf gespannt beobachtet werden, wie sehr es der Immobilienbranche und ihren Wirtschaftszweigen gelingt, Zukunft selbst zu gestalten. Oder wie sehr Plattformen wie Google, Amazon & Apple in jüngst bekanntgegebener Kooperation ihre Markteroberung im Smart Home Bereich auf weitere Herausforderungen ausweiten und damit klassische Geschäftsmodelle und heutige Branchenriesen wohlmöglich obsolet machen. Es bewegt sich was. Von innen. Noch mehr von außen. Das ist eine gute Botschaft für die Branche.
Zumindest für diejenigen, die das Fax stehen lassen.

Ein Ausblick von Sarah Maria Schlesinger

BIM-Level! Alle Stufen leicht und verständlich erklärt

By Booster InsideNo Comments

Gastbeitrag von
Visoplan-Gründer Boris Goldshteyn

BIM gewinnt stetig an Popularität hinzu und dennoch ist dieses BIM für viele nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln. Die BIM-Level sind hierbei der erste, entscheidende Schritt, um sich in der BIM-Welt zurechtzufinden.

BIM Level 0
Diese Stufe ist laut der Definition und Verständnis von BIM kein tatsächliches BIM. Es gibt kein 3D-Element, sondern nur 2D-CAD-Zeichnungen, die hauptsächlich für Produktionsinformationen verwendet werden. Es existieren auf dieser Ebene keine Komponenten, keine Attribute oder Standards. Informationen und Ausgaben werden in der einfachsten Form wie Papier oder elektronischem Druck geliefert. Diese Stufe zählt seit den 90iger Jahren als die erste Stufe der Digitalisierung der Planung, indem CAD Software anstatt Papier und Bleistift verwendet wird. Daher ist es ratsam eine Planung in 2D und das gesamte BIM Level 0, nicht als richtiges, sondern als Pseudo-BIM zu verstehen. Es ist die Vorstufe, der Einstieg in die Digitale Welt für Architekten und Ingenieure.

BIM Level 1
Diese Stufe ist die Mindestvoraussetzung, damit eine BIM-konforme Planung erzeugt werden kann. In dieser Stufe besteht die Planung aus 3D Modellen, die vom Modellierer in einem entsprechenden 3D-baiserten Programm wie Revit, ArchiCAD oder Allplan erzeugt werden. Diese werden mit allen notwendigen Attributen gefüllt und als digitale Modelle gespeichert. Daraus gibt es die Möglichkeit, 2D Pläne und Daten automatisiert zu extrahieren, welche für die Konzeption und Erstellung von Dokumentationen und Produktionsinformationen verwendet werden. Der elektronische Datenaustausch erfolgt in einer gemeinsamen Datenumgebung (CDE) – ein Dokumenten-Management-System, das häufig vom Auftragnehmer verwaltet wird. Die meisten Organisationen in Deutschland sind derzeit auf diesem Level tätig.

BIM Level 2
Diese Stufe geht über das Arbeiten mit Dokumenten und 2D Plänen hinaus. Sie umfasst die vollständige digitale und strukturierte Zusammenarbeit bei der alle Beteiligten am Projekt – also alle Fachplaner bestehend aus Architektur, TGA, Statik etc. – ihre eigenen 3D-CAD-Modelle verwenden, jedoch nicht unbedingt an einem einzelnen, gemeinsam genutzten Modell arbeiten. Die Zusammenarbeit erfolgt in Form des modellbasierten Informationsaustausches zwischen verschiedenen Parteien. Dies ist der entscheidende Aspekt dieser Stufe.

Auf dieser Ebene gibt es zwei neue Dimensionen:
· 4D – Zeitmanagement (hier werden die Baukomponenten mit dem Projektzeitplan verknüpft)
· 5D – verbunden mit der Berechnung des Budgets – es existiert die Möglichkeit automatisiert die Mengen- und Massenexports laut DIN276 mit dem Leistungsverzeichnis aus dem AVA-System zu verknüpfen und somit Kosten automatisch zu berechnen

BIM Level 3
Diese Stufe wird derzeit als der heilige Gral angesehen, da diese noch nicht vollständig definiert ist. Die Idee dahinter besteht darin, dass das Modell eine vollständige Integration aller Disziplinen darstellt, indem ein einziges gemeinsames Projektmodell verwendet wird, das sich in einem zentralen Repository befindet (bspw. in einer cloud-basierten Umgebung (iBIM)). Dazu zählen alle Teilmodelle aus den einzelnen Fachabteilungen.
Alle Parteien können auf dasselbe Modell zugreifen und über die CAD-Software hinweg bearbeiten. Der Vorteil besteht darin, dass die letzte Risikoschicht für widersprüchliche Informationen entfernt wird. Dies wird als „open BIM“ bezeichnet: jeder teilt die Informationen in einem zentralen Modell über die offene IFC-Schnittstelle und es gibt für alle Projektbeteiligte einen eindeutigen SPOT (Single-Point of Truth). Die derzeitige Nervosität in der Branche in Bezug auf Themen wie Urheberrecht und Haftung soll noch in den nächsten Jahren gelöst werden und die HOAI dementsprechend geändert werden.

Open BIM
Der Begriff „Open BIM“ bezieht sich auf das gesamte Lebenszyklusmanagement, das auch als die 6. Dimension namens „6D Asset Life Cycle Management“ bezeichnet wird und sich auf das Management des Lebenszyklus eines Gebäudes konzentriert. So sollen die Planung, der Bau oder der Betrieb der Anlagen während ihres gesamten Lebenszyklus zentral mit dem 6D Modell verknüpft und zentralisiert werden. Mit Open BIM wird beabsichtigt, dass keine Gefahr von Ungenauigkeiten in den Daten oder Doppelarbeit entsteht und alle Informationen zentral abgerufen werden können – es entsteht ein digitaler Zwilling des Gebäudes zu jedem Zeitpunkt des Lebenszyklus.

Stand heute

Die meisten Unternehmen in Deutschland sind auf Stufe 1 oder sogar Stufe 0 tätig, da Deutschland nicht so schnell wie andere Länder wie Großbritannien eine verbindliche BIM-Verordnung erlassen hat. Obwohl auf dem deutschen Markt die richtige Technologie verfügbar ist, ist die Akzeptanz davon abhängig, wie gut sie verstanden wird. Es wird jedoch erwartet, dass die Einführung von BIM aufgrund deutscher Innovationen schnell und effizient vonstattengeht. Darüber hinaus sind viele große deutsche Auftragnehmer-Unternehmen grenzüberschreitend auf ausländischen Märkten tätig, um BIM-Know-how zu erwerben und nach Hause zu bringen.

Implementierung von BIM

Die Strategie der Implementierung von BIM sieht vor, dass man sich schrittweise die Stufen vorwärtsbewegt. Dabei bedingt die Stufe 1 die Nutzung und den Prozess auf Stufe 2. Auch die Einhaltung von Stufe 2 erleichtert den Übergang zu Stufe 3 erheblich. Open BIM ist ein Anspruch, der erreichbar ist und sich nach und nach in den nächsten Jahren zum Standard etablieren wird. Durch die Zusammenarbeit stehen die Vorteile von Nachhaltigkeit, finanziellen Einsparungen, intelligenten Städten und Effizienz allen zur Verfügung.

ZU VISOPLAN:

Visoplan ist eine BIM-Management-Plattform und verbessert die Zusammenarbeit in den Bauplanungsprozessen für alle Projektbeteiligten. In Echtzeit können die verschiedenen Planungsteams am 3D-Modell kollaborieren und Einzelheiten direkt an den jeweiligen Baukomponenten besprechen. Dabei werden die Fachmodelle aller Gewerke zu einem digitalen Zwilling des aktuellen Planungsstandes CAD-unabhängig zusammengeführt (Digital Asset Model), sodass alle Bauplanungsinformationen strukturiert und zentral integriert werden können. Darüber hinaus stellt Visoplan eine Datenhistorie zur Verfügung, mithilfe der sämtliche Änderungen am 3D-Modell im Zeitverlauf betrachtet werden können. Auf diese Weise lassen sich alle Daten nachverfolgen, dokumentieren sowie archivieren und Visoplan wird zur zentralen Schnittstelle zwischen den einzelnen CAD-Systemen. Unser Produkt erleichtert Ihnen den Arbeitsalltag über alle Bauplanungsphasen hinweg und erhöht Ihre Produkteffizienz sowie -qualität.