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Domagoj Dolinsek

Lean Construction Management: mehr Effizienz und Qualität auf der Baustelle by PlanRadar GmbH

By Expertenbeitrag No Comments

Die Projektsteuerungsmethode Lean Construction Management beginnt, sich zunehmend im mitteleuropäischen Bau- und Immobiliensektor zu etablieren. Die Vorteile liegen auf der Hand: Durch die Planung und Umsetzung fix getakteter Arbeitsschritte erzielen Bauprojekte wesentliche Zeiteinsparungen bei gleichzeitiger Sicherstellung der Bauqualität. Damit das gelingt, gilt es, in der Praxis einige Dinge zu beachten.

Optimierte Planung und schlanke Prozesse

Schätzungen zufolge werden 50 bis 70 Prozent der Einzeltätigkeiten am Bau nicht zeitgerecht fertiggestellt. Naturgemäß wirkt sich das negativ auf die Einhaltung der zeitlichen und finanziellen Rahmenbedingungen aus. Mit Lean Construction Management lässt sich das verbessern. Das erklärte Ziel dieser Methode besteht darin, das Zusammenspiel von Arbeitsabläufen, Geräteeinsatz, Materialien, Umgebungsbedingungen, etc. zu optimieren. Das soll Wartezeiten, Verzögerungen, Verschwendung und andere Defizite minimieren sowie die Wertschöpfung bei Bauprojekten steigern. Auch der Nutzen für Kundinnen und Kunden erhöht sich somit.

Dazu erstellen die Verantwortlichen nach dem sogenannten Last Planner Prinzip Pläne mit unterschiedlichen Detailgraden. Dabei werden zu Beginn die Eckpunkte ermittelt. Je näher es an die eigentliche Ausführung geht, umso detaillierter gestaltet sich die Planungsarbeit.

Auf Basis einer Gesamtprozessanalyse wird zunächst der Zeitplan rund um das gesamte Bauvorhaben entworfen. Daraus gehen die wesentlichen Meilensteine – wie Beginn der Erdarbeiten, Fertigstellung des Rohbaus, Einbau der technischen Gebäudeausrüstung, etc. – hervor, die das Projekt in Phasen unterteilen. Dabei legen die Verantwortlichen alle Aufgaben und ihre Abfolge gemeinsam mit den ausführenden Teams fest. Zentral ist dabei, dass Erfüllungsgrade in kurzen täglichen oder wöchentlichen Abständen kontrolliert werden. Sollte sich etwas verzögern, ist das Problem zu analysieren und eine Lösung zu entwickeln.

Externe Partner früh und voll einbinden

Für Hubert Wetschnig, CEO der HABAU GROUP, [https://www.habau.at] stellt die von Projektbeginn an ganzheitliche Integration von Lean Construction – insbesondere in der Zusammenschau mit BIM – eine logische Weiterentwicklung eines effizienten Projektmanagements in der HABAU GROUP dar: „Die Anforderungen an Bauprojekte steigen beständig: Es gilt, Effizienz und hohe Qualität miteinander zu verbinden. Durch Lean Construction in Kombination mit unserem Bekenntnis zu einer kooperativen Projektabwicklung sorgen wir für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess innerhalb der HABAU GROUP und mit allen Partnerunternehmen. Unseren Kundinnen und Kunden verschaffen wir so den entscheidenden Wettbewerbsvorteil.“

Klaus Zacherl hat bei HABAU die Oberbauleitung im Industrie- und Generalunternehmerbau inne. Auch er sieht in der genauen Abstimmung mit den verschiedenen internen und externen Teams den Schlüssel zum Erfolg im Lean Construction Management: „Das getaktete Arbeiten ist im Rohbau keine Neuheit und funktioniert in der Regel gut. Herausfordernder ist jedoch die Koordination im Ausbau der einzelnen Subunternehmer. Wenn bis zu 60 verschiedene ausführende Unternehmen bei einem Projekt involviert sind, muss man diese so früh wie möglich einbinden. Denn der beste Terminplan nützt nichts, wenn ihn niemand beachtet. Man muss seine externen Partner an der Planung der einzelnen Arbeitsschritte teilhaben lassen und dabei ihre Bedürfnisse berücksichtigen. Nur so werden die festgelegten Taktzeiten bei der Ausführung auch von allen einhalten.“

Sind die Meilensteine definiert, analysieren die Beteiligten auch, welche Einschränkungen oder Hindernisse die geplante Ausführung beeinflussen können. In Detailplanungen wird schließlich die tägliche Arbeit der Teams bestimmt. Wöchentliche Treffen dienen dazu, spontan auftretende Fragen und Risiken zu behandeln.

Zimmer im Tagestakt

Wie sieht die Umsetzung dieser Planungen in der Praxis aus? Nehmen wir die Sanierung eines Studentenheims als einfaches Beispiel. Jedes Zimmer des Heims bildet dabei eine Einheit; diese Einheiten sollen nacheinander – zum Beispiel im Tagestakt – fertig gestellt werden. Dabei ist genau festgelegt, welches Gewerk wann welche Aufgabe übernimmt.

Müssen etwa in allen Zimmern neue Stromleitungen verlegt werden, könnte der Ablauf so aussehen: Maurer stemmen im ersten, zweiten, dritten, … Zimmer die Wand auf. Es folgen die Elektriker, die im ersten, zweiten, dritten, …, Zimmer die Leitungen verlegen. Anschließend verschließen die Maurer nacheinander wieder alle Wände. Dabei ist genau vorgesehen, wie viel Zeit das jeweilige Gewerk für die Ausführung eines Arbeitsschritts in einem Zimmer benötigt. Das stellt sicher, dass das die Ressourcen gut getaktet sind und jeweils darauffolgende Gewerk mit seinem Arbeitsschritt ohne Verzögerungen an den vorigen anschließen kann.

Das Resultat: Sind zum Beispiel 43 Tagestakte zur Fertigstellung des ersten Zimmers vorgesehen, wird das zweite Zimmer am 44. Tag, das dritte Zimmer am 45. Tag usw. fertig gestellt. So ergeben sich Einsparungen bei Zeit sowie Kosten und die Erfordernis von Nacharbeit oder Fehlerausbesserungen sinkt. Der zentrale Punkt dabei ist die Planungssicherheit für die Subunternehmer, durch eine kontinuierliche Personalauslastung ohne Spitzen oder Leerstandszeiten.

Bauqualität sicherstellen

Der Effizienzgewinn darf jedoch nicht zulasten der Bauqualität gehen. Somit ist es wichtig, Prüfstellen in den Prozessablauf einzubauen. In regelmäßigen Treffen werden Verbesserungspotenziale diskutiert und Möglichkeiten zur weiteren Optimierung zwischen den beteiligten Teams ausgetauscht. Das soll garantieren, dass Fehler bereits bei der ersten Einheit entdeckt und bei der Ausführung der weiteren Einheiten vermieden werden.

Hierbei hat sich der Einsatz digitaler Lösungen zum Mängelmanagement und zur Abnahme als Vorteil erwiesen. Mit Software wie PlanRadar [https://www.planradar.com/de/] erfassen die Verantwortlichen alle Sachverhalte bereits während dem Bauprozess in Wort, Bild und Ton auf digitalen Bauplänen und teilen diese Informationen in Echtzeit mit den zuständigen Gewerken. Der Vorteil: Probleme werden sofort erkannt und behoben, so dass Zeitpläne eingehalten werden.

Über das Unternehmen:

PlanRadar ist eine weltweit eingesetzte Software zur Dokumentation und Kommunikation bei Bau- und Immobilienprojekten.

Über den Autor:

Domagoj Dolinsek ist Gründer von PlanRadar und hat mehr als 10 Jahre Erfahrung bei der Planung und Bauleitung internationaler Großprojekte. Als ausgewiesener Experte in der Branche kennt er die Herausforderungen und Anforderungen der Bau- und Immobilienindustrie.

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