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Deutschland, einig Digitalland?!

By Booster Inside No Comments

Noch immer sind mit dem Megatrend Digitalisierung hierzulande zu viele falsche Assoziationen verbunden. Und immer noch gibt es zu viele rein kosmetische Maßnahmen. Was wirklich effektiv ist, sind vollständig digitale Prozesse. Unternehmen sollten sich zu Beginn einen einzelnen Geschäftsprozess auswählen – gleichsam als Blaupause für einen rundum digitalen Workflow. Parallel muss ein dauerhaftes Innovationsmanagement etabliert werden.

Kein Unternehmensvertreter würde behaupten, dass Digitalisierung für ihn keine Rolle spielt. Doch dieser Haltung stehen Fakten entgegen, die immer noch aufseufzen lassen. Beispielsweise der Glasfaserausbau als Garant für schnelle Internetverbindungen. Im vergangenen Jahr betrug der deutsche Anteil der Glasfaseranschlüsse nach Angaben der OECD 3,6 Prozent aller Festnetzanschlüsse. Zum Vergleich: In Spanien liegt der Anteil bei 62,5 Prozent, in Südkorea sogar bei 81,7 Prozent. Ein anderes Beispiel ist die Versorgung mit öffentlichem WLAN. Bereits vor sechs Jahren verfügten unsere französischen Nachbarn laut einer Studie des britischen Internetanbieters ipass über 13,1 Millionen öffentliche Hotspots. Heute werden es rund 20 Millionen sein, davon der größte relative Anteil in der Hauptstadt Paris. Und Deutschland? Die Bundeshauptstadt rühmte sich zum Jahresende 2019, dass das Landesprogramm „Free Wifi Berlin“ bis Ende 2021 die Zahl von 7.000 öffentlichen Hotspots erreichen wird. Nun mag der ein oder andere einwenden, dass wir doch seit drei Jahren auf Bundesebene eine eigene Staatsministerin für Digitalisierung haben. Bei der Suche nach ihrer Tätigkeit stößt man jedoch leider nur auf ihren Lebenslauf und einigen Äußerungen zur Taxi-Drohne. Die Google-Suche verweist größtenteils auf das bayerische Digitalministerium. Derweilen treibt die Sorge durchs Land, dass wir angesichts der effizient genutzten Datenmassen in den USA und China unseren Wohlstand in Europa sehenden Auges aufs Spiel setzen.

Diese Punkte sollen alles andere als ein typisch deutsches Lamento sein. Gleichwohl sind sie Spiegelbild für den digitalen Status Quo unserer Wirtschaft, wenngleich es einige, digital bestens aufgestellte Unternehmen – auch in der Immobilienwirtschaft – gibt. Indizien hierfür liefern beispielsweise der Zukauf von Startups oder die Ernennung von Chief Digital Officers (CDO). Laut PwC hatten im Jahr 2019 immerhin 48 Prozent der börsennotierten deutschen Unternehmen einen solchen Posten kreiert. In Frankreich sind es allerdings schon 66 Prozent. Wenn ein CDO jedoch nicht zur Geschäftsführung gehört bzw. nicht die volle Rückendeckung derselben genießt, dann bleibt die Etablierung digitaler Prozesse weiterhin eine Sisyphusarbeit – am Ende rollt der mühsam hochgezogene Stein der Digitalisierung im Sauseschritt wieder nach unten. Innovation (und darunter darf eben nicht nur Technologie verstanden werden), ist vor allem ein Dauerprozeß, der permanent und perpetuierend stattfinden muss. Das Innovationsmanagement muss integraler Bestandteil der Unternehmensorganisation und damit in der Lage sein, das Unternehmen jederzeit, auch kurzfristig, in neue Fahrwasser zu begleiten. Die aktuelle Krise zeigt nur allzu deutlich, dass wieder einmal das Dach erst repariert wird, wenn es regnet.

 

Im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarländern ist Deutschland eine Internet-Wüste

Digitale Prozesse statt Digitalisierung

Es ist begrüßenswert, dass zumindest die konkrete Formulierung des digitalen Prozesses nun nach und nach an Popularität gewinnt. Der pauschale Begriff Digitalisierung erhält so allmählich einen stärkeren Praxisbezug. Die gelungene digitale Gestaltung eines vollständigen Geschäftsprozesses ist als Startpunkt und Blaupause geeignet, um darauf aufbauend weitere Prozesse im Unternehmen in den digitalen Fokus zu nehmen. Das Rechnungswesen bietet ein Beispiel hierfür. Rechnungen als standardisierte und massenhaft vorkommende Dokumente werden eingelesen, richtig benannt und automatisch dem passenden Vorgang zugeordnet – dank Machine Learning. Am Ende steht ein fertiger Kontierungsvorschlag. Durch Schnittstellen mit dem jeweiligen ERP-System des Unternehmens als Buchungsplattform bedarf es nur noch der Bestätigung per Knopfdruck für den Zahlungsvorgang. Hier werden also systematisch Daten aus elektronisch vorliegenden Rechnungen ausgelesen und miteinander verknüpft. Es kann nicht häufig genug betont werden: Digitalisierung ist nicht allein die Überführung analoger in digitale Dokumente – durch Scan und Ablage in einer Cloud. Digitale Prozesse beginnen erst dann, wenn die Inhalte dieser Dokumente weiter – über ihren originären Zweck hinaus – nutzbar gemacht werden können für weitere Geschäftsvorgänge. Die daraus resultierenden Mehrwerte setzen Kräfte für zusätzliche Innovationen frei und werden so zur Grundlage für nachhaltige Kundenzufriedenheit und höhere Renditen.

Wie wir alle wissen, ist die Triebfeder für Machine Learning die Menge an Trainingsdaten. Die bekannten US-Konzerne haben durch ausgeklügelte Geschäftsmodelle und kundenfreundliche Produkte solche Daten in großem Umfang generieren und gewinnbringend nutzen können. Deutschland dagegen steckt sowohl bei der Kundenfokussierung als auch beim Datenaustausch oft noch in den Kinderschuhen. Es fehlt hierzulande der Gedanke, dass eine gewisse Datentransparenz zwangsläufig zur höheren Produktqualität führt. Umso erfreulicher ist daher die inzwischen auch in der Immobilienbranche gewachsene Bereitschaft zu Kooperationen – zwischen digitalen Dienstleistern untereinander wie auch zwischen ihnen und den etablierten Immobilienunternehmen. Kooperationen befördern die dringend benötigten Datenstandards, liefern Synergieeffekte zwischen unterschiedlichen Geschäftsmodellen und schaffen dank größerer Datenbasis umso effizientere Produkte. Auf diesem Wege entstehen digitale Plattformen mit hoher Akzeptanz im Markt, die unsere weiterhin starke Abhängigkeit von nicht-europäischen Lösungen reduzieren. Es ist begrüßenswert, dass die EU-Kommission unter der Führung von Ursula von der Leyen dies genauso sieht und bereits mittelfristig die von ihr postulierte „technologische Souveränität“ anstrebt. Die deutsche Immobilienwirtschaft kann durch bereits bestehende Initiativen wie z.B. der gif-Datenraumrichtlinie einen gewichtigen Beitrag dazu leisten. Es ist noch nicht zu spät, unsere Branche zu einem digitalen Spitzenreiter zu machen.

Mehr als ein Nice-to-have – Renditesteigerungspotentiale durch digitale Lösungen in Corona-Zeiten

By Booster Inside No Comments

Durch die Corona-Krise konnten in Bezug auf Digitalisierung einige Fortschritte in der Immobilienwirtschaft gemacht werden, doch sollte dies nur der Anfang sein. Für jedes Unternehmen gibt es diverse Potentiale zur Renditesteigerung, die durch digitale Lösungen ausgeschöpft werden können. Und die Zeit dafür scheint jetzt gekommen.

Die Corona-Krise hat zweifelsohne bei vielen Immobilienunternehmen einen Sprung in Richtung Digitalisierung bewirkt und vielleicht sogar als Katalysator gedient. Durch die Umstellung auf Home-Office, das Absagen von Geschäftsreisen und physischen Treffen jeglicher Art wurden interne Prozesse zwangsläufig digitalisiert, da kurzfristige Alternativen gefunden werden mussten. Viele Unternehmen merken seit dieser Umstellung jedoch auch, dass das Arbeiten trotz der aktuellen Umstände gut funktioniert und Prozesse durch digitale Lösungen viel effizienter gestaltet werden können als zuvor. Die bisherigen Ineffizienzen in Prozessabläufen, die von Unternehmen teilweise noch gar nicht selbst identifiziert wurden, konnten so schneller behoben werden, als es ohne den Schub durch die Corona-Krise jemals möglich gewesen wäre.

Diese Digitalisierung von Prozessen äußert sich u.a. in effizienterer Kommunikation, strukturierterer interner IT oder dem Einführen von modernster Videokonferenztechnologie. Bei allen Vor- und Nachteilen der aktuellen Zeit konnte die Effizienz durch den Einsatz von digitalen Lösungen in vielen Bereichen gesteigert werden. Doch ist damit die Arbeit in Richtung Digitalisierung getan?

Auf dem gelegten Fundament aufbauen – aber wie?

Trotz der von vielen Immobilienunternehmen zügig und erfolgreich umgesetzten Digitalisierung in den internen Unternehmensbereichen in Zeiten der Corona-Krise, reicht dies für die zukunftsfähige, digitale Aufstellung von Unternehmen nicht aus. Die beste Videokonferenztechnik oder sicherste IT-Struktur reichen hier nicht aus, um Digitalisierung vollständig umzusetzen. Digitale Transformation bedeutet hier auch mehr als das Ersetzen des Schlüsselbundes des Hausmeisters durch eine Keycard oder der Papierrollen des Architekten durch ein iPad. Prozessoptimierungen durch Digitalisierung sind zweifelsohne sehr wichtig und bilden das Fundament für die digitale Transformation. Doch es gilt auf diesem Fundament weiter aufzubauen.

 

 

Die eigenen Produkte bzw. Dienstleistungen – in einigen Fällen sogar das gesamte Geschäftsmodell – bieten viele Möglichkeiten für die weitere Digitalisierung. Der Anreiz hierfür sind die teilweise erheblichen Renditesteigerungspotentiale, die hierdurch ausgeschöpft werden können. An vielen Stellen können durch digitale Lösungen Mehrwerte für Kunden geschaffen und der interne Aufwand vereinfacht werden. Dies kann in der Entstehung neuer Geschäftsmodelle bspw. mit neuen, breiteren Kundengruppen oder vereinfachten, schnelleren Geschäftsabläufen münden, die auf vielseitige Art Mehrwerte bieten.

Strategische Anpassungen während und nach Corona

Der Prozess diese Potentiale zu auszuschöpfen war bisher mindestens so schwer, wie der Prozess die Potentiale zu erkennen. Doch der Fortschritt, der durch Corona erzielt wurde, und die vielen Meilensteine, die in Immobilienunternehmen aufgrund der Umstände mit Bezug auf Digitalisierung in den letzten Wochen erreicht wurden, machen Hoffnung auf den weiteren „Aufbau“ auf dem bereits gelegten Fundament. Die tiefgehende Analyse der Produkte und des Geschäftsmodells eines Immobilienunternehmens ist hierfür der erste Schritt, der gemacht werden muss. An vielen Stellen wird hierbei die Notwendigkeit der Einbindung digitaler Lösungen für eine strategische Anpassung deutlich, um neue Möglichkeiten zu eröffnen, die so zuvor noch nie da waren.

Umso wichtiger ist es, weiter auf den in kurzer Zeit erzielten Erfolgen aufzubauen. Wer hier schnell schaltet und sich jetzt aktuell Gedanken zur digitalen Strategie und zum bisherigen Geschäftsmodell macht, wird merken, dass der aktuelle Schwung vieles bewirken kann. ZIA-Präsident Dr. Mattner teilte vor einigen Wochen die Erkenntnis zur Digitalisierung in Corona-Zeiten: „Wir haben viele Möglichkeiten künftig, die vorher eigentlich da waren, aber nicht genutzt worden sind“. Die Mehrwerte, die durch Digitalisierung erzielt werden können, sind für jedes Immobilienunternehmen so erreichbar und gleichzeitig attraktiv, dass die nähere Befassung damit vor dem Hintergrund der Renditesteigerung eigentlich unumgänglich ist.

Potentiale ausschöpfen mit PropTechs

Um diese strategische Anpassung auch mit digitalen Lösungen zu füllen, stehen im deutschsprachigen Raum mehr als 500 PropTechs bereit. Einige davon konnten in den vergangenen Wochen davon profitieren, dass viele interne Prozesse und Abläufe plötzlich digital laufen müssen und haben dementsprechend viel Aufmerksamkeit erhalten können. Es steht jedoch noch ein größerer Anteil von PropTechs für die Immobilienunternehmen bereit. Diese müssen nur erkennen, dass sie an ihrem Produkt oder gar ihrem Geschäftsmodell allgemein eine strategische Anpassung vornehmen müssen, um zusätzliche Rendite erzielen zu können und somit langfristig zukunftsfähig zu bleiben. Entlang des Immobilienlebenszyklus und über diverse Assetklassen hinweg gibt es ausreichend PropTech-Unternehmen, um durch digitale Lösungen genau diesen Mehrwert den Unternehmen und den Kunden bringen zu können.

Doch ist die reine Zusammenarbeit mit einem PropTech aus Imagegründen für beide Seiten nicht förderlich, da nicht alle Möglichkeiten genutzt werden. Die nähere Befassung mit den Renditepotentialen, die durch digitale Lösungen erzielt werden können, ist hier die Grundlage dafür. Nachdem der Bedarf, also die Ausgangslage und die Anforderungen, bestimmt werden, ergibt eine nähere Befassung mit PropTechs Sinn. Die Zusammenarbeit wird hierdurch erleichtert und erleichtert beiden Seiten das zugehen aufeinander. Dies wird an Beispielen wie techem oder Aareal Bank Gruppe deutlich. Kooperationen mit Start-ups oder auch Transformationsbegleitern können hier Immobilienunternehmen unterstützen, die richtigen Schritte zu gehen, um die Potentiale bestmöglich auszuschöpfen.

Best-Practices & Trailblazer

Schaut man nach Beispielen, wo diese Renditesteigerung durch eine digitale Lösung schon erfolgreich war, wird man in anderen Branchen sehr schnell fündig. Viele multinationale Konzerne, aber auch mittelständische Unternehmen, zielen immer wieder darauf ab, durch eine Anpassung des Produktes einen Mehrwert für sich und den Kunden zu schaffen, der in einer Renditesteigerung mündet. Schaut man hierfür auf den Immobilienmarkt, wird man in einigen Bereichen auch schon fündig. Wenn ein Unternehmen wie Roomhero ihren Kunden durch die Möblierung von Büro- und Wohnflächen dem Immobilieneigentümer zusätzliche Mieteinnahmen von 60% garantieren kann, dann ist das schon ein Best-Practice Beispiel für eine Renditesteigerung. Wenn ein Unternehmen wie Proptiq einem Wohnungseigentümer durch die Implementierung ihrer Co-Living-Lösung zusätzliche Mieteinnahmen von 30% garantieren kann, dann ist das ebenfalls ein Best-Practice Beispiel für Renditesteigerung. Kombiniert man diese beiden Lösungen zu einer Vermietung von möblierten Zimmern in einem Co-Living-Verhältnis, dann spricht man gar schon von einer Renditesteigerung von 120%, da der Aufwand der Zusammenführung dieser digitalen Lösungen dem Kunden auch schon abgenommen wird. Die Renditesteigerung durch die Schaffung eines Mehrwertes für Kunde und Eigentümer, ist nur ein Beispiel, wie eine solche strategische Anpassung umgesetzt werden kann.

Doch wie an diesen Beispielen deutlich wird, ist der Markt so segmentiert, dass Renditesteigerung durch digitale Lösungen für jeden Akteur entlang des Immobilienlebenszyklus und über Assetklassen hinweg etwas anderes bedeutet. Renditesteigerungspotentiale sind so individuell auf das Geschäftsmodell des Unternehmens gemünzt, dass eine tiefgehende Analyse des eigenen Produktes, unumgänglich ist, um Potentiale zu erkennen. Wer hier jedoch früh genug auf den Zug springt, ggf. sogar als Trailblazer agiert und seinen möglichen Wettbewerbern voraus ist, der schafft für sein eigenes Marktsegment sein eigenes Best-Practice. Die ideale Lösung für seine Kundengruppe und sein Unternehmen. Durch diesen gezielten Einsatz von digitalen Lösungen, befindet sich ein solches Unternehmen auf dem besten Weg in Richtung digitaler Transformation.

 

Wenn Ihr noch mehr zum Thema „Renditesteigerungspotentiale und Automation von Prozessen“ erfahren möchtet, meldet Euch jetzt zu unserem PropTech Special an: http://www.talque.com/join/blackprint0206

Die 7 wichtigsten Trends & die Digitalisierung im Immobilienbereich als besondere Chance für Shoppingcenter

By Booster Inside No Comments

 

Shoppingcenter haben besonders großes Potential von der Digitalisierung der Immobilienbranche zu profitieren. Sie vereinen alle wichtigen Asset Klassen von Handel und Gastronomie über Office, Parken, Logistik bis Residential & Co. Der Lebenszyklus von der Projektentwicklung & Finanzierung über Planung, Bauen bis zur Betreibung, laufenden Vermarktung und dem Refurbishment von Retailimmobilien dreht sich durch hohe Besucherfrequenzen oder die enge Verbindung zum stark Trends unterworfenen Handel schneller und intensiver. Gleichzeitig ist der Druck auf diese Assetklasse besonders hoch, da spätestens jetzt auch dem letzten Investor und Finanzierer klar geworden ist, dass die vorliegenden 10-Jahres-Wachstumspläne so nicht mehr funktionieren. Property Technology Lösungen bieten somit immense Potentiale zur Effizienz- und Renditesteigerung für Shoppingcenter.

 

Der Druck auf Shoppingcenter steigt

Den Druck spüren insbesondere Asset Manager, die von Investoren die rote oder dunkelorange Ampel für Asset Deals gezeigt bekommen, wie Steffen Hofmann von iMallInvest bei der REBOOT, der Zukunftskonferenz des GCSC Ende Januar 2020 berichtet. Keine Überraschung für branchenfremde Finanzexperten, dass diese Anlagemöglichkeit derzeit keine große Beliebtheit bei Investoren hat. Die Warnungen sind schon lange im Raum. Doch bisher scheinen sie an der stagnierenden Rendite-Wachstums-Kurve abzuprallen.

Da hilft auch nicht der Austausch der Vermietungstruppe, um einfach nur neue oder bessere Mietverträge zu verhandeln. Oder die Entdeckung einer neuen Mall- oder Werbefläche zur Erwirtschaftung zusätzlicher Einnahmen. Flächennutzungs- und Betreibungskonzepte müssen

zukunftsorientiert und ganzheitlich neu gedacht werden. Es gilt aktiv Lebensräume der Zukunft zu gestalten. Und die anfänglichen Aufwände der Digitalisierung müssen endlich auch in dieser Assetklasse angegangen werden, um die riesigen Chancen zu nutzen.

Die Erkenntnis, dass PropTech für Profit steht, ist in den Köpfen der ShoppingcenterVertreter noch nicht angekommen. Auf die Frage nach ihren dringendsten Bedürfnissen äußern diese lediglich den Wunsch nach neuen Mietern. Oder resümieren, dass alle Infos zu neuen Technologien und Zukunftsvisionen „eh schon bekannt waren“. Obwohl sich die wenigsten damit bisher grundsätzlich beschäftigen. Nachhaltige Materialien oder Bauweisen, die Einführung und konsequente Anwendung von BIM – Building Information Modelling in Planung und Betrieb, die Chancen von Digital Backbones oder lediglich effizientere technologische Vermarktungsmöglichkeiten sind bisher rar.

 

 

Nutzung & Immobilie stehen vor dem digitalen Wandel

Die Art wie wir einkaufen hat sich zweifelsohne in den letzten Jahren erheblich verändert. Der Einfluss von E-Commerce und Online Handel hat den Konsum auf viele Weisen vereinfacht. Und die Kundenbedürfnisse und -anforderungen beeinflusst. Für den Konsumenten ist dies zweifelsohne an vielen Stellen von großem Vorteil. Doch der stationäre Einzelhandel, der in der Ära vor Amazon Prime, Zalando & Co. den Markt dominierte, wird vor neue Herausforderungen gestellt. Vor allem Shoppingcenter, die sich lange fast komplett auf die Attraktivität des stationären Einzelhandels verlassen haben, stehen an einem Wendepunkt in ihrer Entwicklung. Manche auch am Abgrund ob fehlender Zukunftsperspektive und Renditeaussicht. Um auch in Zukunft noch profitabel zu bleiben, müssen diese stationären Marktplätze schnell eine Veränderung durchlaufen, die das bisherige Verständnis von Shoppingcentern komplett auf den Kopf stellen wird. Dies betrifft selbstverständlich alle Akteure rund um das Thema Shoppingcenter vom Mieter bis hin zum Shoppingcenter-Manager und Eigentümer. Die Digitalisierung und vor allem PropTechUnternehmen habe in den 2010ern einen Aufstieg erlebt und bei der Transformation von

Prozessen und Produkten der Immobilienwirtschaft Erfolge erzielen. Die Produkte der Immobilienwirtschaft, die eigentlichen Gebäude, werden nicht nur durch Prozesse bei Planung, Bau oder Betrieb transformiert, sondern müssen auch auf neue Anforderungen der Nutzer reagieren. Bei Shoppingcentern steht neben der die Nutzung auch die Immobilie an sich vor einem digitalen Wandel.

 

Die 7 wichtigsten Trends für Shoppingcenter

Es stellt sich somit die Frage, wie diese Assetklasse zukunftsfähig entwickelt werden könnte. Dazu gilt es beide Dimensionen bei der strategischen Ausrichtung sinnvoll und kombiniert weiterzuentwickeln.

  1. Shoppingcenter als stationäre Marktplätze: Veränderte Flächennutzungskonzepte & neues Rollenverständnis
  2.  Shoppingcenter als Immobilie: Intelligentes, nachhaltiges und wirtschaftliches Planen, Bauen & Betreiben

Der Handel als größter Friedensstifter in der Menschheitsgeschichte braucht auch im Zeitalter von Globalisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit funktionierende Marktplätze. OnlinePlattformen bieten Vorteile, doch physische Anknüpfungspunkte und direkte menschliche Interaktion erfüllen Bedürfnisse, die das Netz nicht erfüllen kann. Shoppingcenter als stationäre Marktplätze bieten neu gedacht und die sich verändernden Ansprüche der Nutzer in den Fokus nehmend eine Chance zur Transformation. Dies bedingt grundlegend veränderte Flächennutzungskonzepte und ein neues Rollenverständnis von Shoppingcentern.

Die zweite Dimension bezieht sich auf das Gebäude aus Stein, Glas und vielerlei Baumaterialien sowie seine Infrastruktur aus Leitungen, Rohren und Vernetzung. Ob ihrer schieren Komplexität bietet Digitalisierung allen Abteilungen und in allen Lebensabschnittsphasen von Shoppingcentern gewaltiges Potential heutige Ineffizienzen und Geldverbrennung ins Positive zu verwandeln.

Ob Generation X, Y oder Z, ob Kleinkind oder Silversurfer – Shoppingcenter mit ihrer breiten Zielgruppe unterliegen Megatrends vielleicht noch mehr als andere Assetarten. Aus diesem Grund spielen alle Formen von Megatrends gleichzeitig bei der Entwicklung von Shoppingcentern eine Rolle, von Nachhaltigkeit bis Individualisierung. PropTech kann hierbei ein Schlüssel sein, der die Assetklasse Shoppingcenter in Zeiten des Wandels zukunftsfähig machen kann. blackprint Booster hat hierzu sieben Trends identifiziert, die den Weg in eine digitalere Zukunft für Shoppingcenter ebnen können.

 

TREND 1: Neue Flächenanforderungen und Nutzungskonzepte

Für die Zukunft der Shoppingcenter werden als Folge des Online-Handels Umsatzschwierigkeiten bei stationären Einzelhändlern und steigende Leerstände prognostiziert. Bei letzterem können sowohl Ladenschließungen als auch veränderte Ladenkonzepte von bestehenden Einzelhändlern eine Rolle spielen. So gab MediaMarktSaturn erst kürzlich bekannt, die durchschnittliche Größe ihrer Filialen in Europa

von 2.600m² auf 1.800m² zu reduzieren. Um auf geänderte Nutzeranforderungen an die Immobilie Shoppingcenter zu reagieren sind variablere, flexiblere Flächenaufteilungen und Nutzungskonzepte notwendig. Einzelhandelsflächen müssen so gestaltet bzw. konzipiert werden, dass die über den ganzen Lebenszyklus eines Centers hinweg flexibel nutzbar sind und somit attraktiv bleiben. Dies bezweckt, dass Shoppingcenter nicht nur als Zentrum für Einzelhandel gesehen werden, sondern auch andere Nutzungen integrieren lässt.

Während schon immer Gastronomie und Entertainmentangebote wie bspw. Kinos integriert wurden, eröffnet eine neue Flächenkonzeption auch Möglichkeiten für andere Nutzungsformen. Diese sind klassisch schon bekannt bspw. Fitnessstudios, Wellness, Arztpraxen oder spezielle Lebensmittelhändler. Auch Veranstaltungsflächen und Pop-Up Stores sind trotz schwierig zu rechnender Rendite mittlerweile weiter verbreitet. Eine flexiblere Flächengestaltung, insbesondere auch baulich bietet Möglichkeiten auf gesellschaftliche & technologische Veränderungen in der Zukunft zu reagieren. So sollte bei einem neuen Trend in der Gastronomie, wie vor einigen Jahren Gourmet-Burger-Restaurants oder erst kürzlich Poké Bowls, die Möglichkeit geboten sein auch diese in das Gastronomiekonzept eines Shoppingcenters zu integrieren. Und im Zweifel am Ende des Hypes auch wieder problemlos zu entfernen. Der Ärger 10 Jahres Mietverträge mit BubbleTea-Anbietern sollten Lehre genug gewesen sein. Gleichzeitig muss ein Shoppingcenter zulassen, dass Nutzungen, die erst in den vergangenen Jahren entstanden sind, wie bspw. CoWorking, integriert werden können. Dies gilt auch für zukünftige neue Nutzungskonzepte, die sich über den Lebenszyklus des Centers entwickeln werden. Baulich und genehmigungstechnisch flexiblere Flächenkonzepte lassen – bei unbedingt notwendiger Nutzerfokussierung eine flexible Anpassung an sich stetig verändernde Kundenbedürfnisse zu. Mit Flexibilität ist auch die temporäre Vermietung gemeint, wie  Pop-Up Stores oder Veranstaltungen. Das bedingt auch ein Umdenken und Anders-Berechnen von RenditeErwartungen. Schöne Jahrzehnt-Verträge mit 5-Jahres-Verlängerungen werden nicht die Basis zukünftiger Wert-Kalkulationen sein können. Vor allem das heute von den meisten Betreibern noch mit Grauen betrachtete Potential von Veranstaltungen im Center sollte konzeptionell flexibel & zeitgemäß gestaltet werden. Immerhin bieten weiter hohe Malls einmalige Chancen in puncto Akkustik oder auch für E-Sports-Contests wie die im asiatischen Raum bereits weit verbreiteten Drohnen-Rennen.

Mit einer konsequenten Neuausrichtung in puncto Konzept lässt sich ein Shoppingcenter auch argumentativ, politisch und insbesondere nachhaltig sinnvoll in einem städtebaulichen MixedUse-Konzept wie einer Quartiersentwicklung integrieren. Wenn der Nutzer statt die RenditeBerechnung in den Vordergrund rückt, erledigen sich einige der heutigen steten Probleme bei Projektentwicklung und Standortveraltung. Was extern Vorteile bietet zahlt auf mittlere Frist auch auf die Bedürfnisse aller internen Parteien, vom Mieter, bis zum Betreiber und erst recht die Eigentümerbedürfnisse ein. Die Immobilie Shopping Center kann in Kombination mit anderen Nutzungen auch nicht mehr nur als Zentrum für Einzelhandel gesehen werden, sondern nimmt mit einer großen Bandbreite an Nutzungen und Angeboten auch die Rolle eines Nahversorgungszentrums ein. Shopping Center in Kombination mit Residential oder Office in einer Quartiersentwicklung bietet für neue Nutzergruppen neue Attraktivität. Dies wird bspw. im Stadtentwicklungsprojekt CityLife in Mailand, Italien, oder in REDI in Helsinki, Finnland, umgesetzt. Es wird deutlich, dass das Thema Shopping Center neue Dimensionen annimmt, wenn es sich von der traditionellen Form eines Zentrums für stationären Einzelhandel verabschiedet und zu einer Plattform für Menschen wird.

 

TREND 2: New Mobility

Mobilität verändert sich. Menschen kaufen keine Autos mehr. Sie suchen Lösungen, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Neue Geschäftsmodelle wie E-Scooter erleben ihren Aufstieg und bereits eine erste Marktkonsolidierung der Rolleranbieter unter den Betreibern, deren primäres Ziel es ist so viel wie möglich über die Bewegungsprofile von Menschen zu lernen – um sinnvoll Zukunft zu gestalten. Während manch ein DAX-Konzernlenker bei BMW den eingeschlagenen Zukunftskurs und die absolut sinnvolle Kooperation mit Mercedes angesichts der „Bedrohung“ durch neue Marktteilnehmer von außen über Bord wirft, und lieber wieder Automobilhersteller statt Mobilitätsanbieter wird weil Digitalisierung nun mal zunächst kostet, haben andere erkannt, dass es keinen Weg zurück gibt. Die Brandrede des VW-Chef Diess war nicht nur überfällig, sondern hätte inhaltlich von den meisten deutschen Unternehmen und deren Produkten handeln können. Neben Mobilität von Menschen umfasst New Mobility auch das Thema Logistik, welches auf unseren Verkehrswegen einen immer größeren Teil der Probleme ausmachen. Während LieferwagenStrafzettel für Zustelldienste von Online-Anbietern in manchen Städten bereits zur neuen Einnahmequelle werden und andere Anbieter wetteifern, ob die Lösung dieser steigenden Herausforderung in immer dichteren und wachsenden Ballungsgebieten über unterirdische Tunnel oder in der Luft per Drohne gelöst werden wird, müssen Shoppingcenter-Entwickler ob der langen Vorlaufzeiten heute entscheiden, wie sie konzeptionell auf E-Autos, Roller & Co. sowie auf die Challanges von Logistik eingehen. Neue Mobilitäts- und Transportkonzepte stellen das Thema Anfahrt & Erreichbarkeit von Shoppingcentern immer wieder in Frage. Die Shoppingcenter „auf der grünen Wiese“ haben zwangsläufig Parkplätze und große Parkhäuser integriert, um die Frage nach der Erreichbarkeit zu beantworten. Innerstädtische Shoppingcenter können meist durch gute ÖPNV-Erreichbarkeit und andere Parkhäuser in der Nähe ausreichend profitieren. Doch nichtsdestotrotz stellt sich für eine Vielzahl der Bestandsbauten die Frage nach der Reaktion auf neue Trends im Bereich Mobility. Auch wenn Ordnung in den E-Scooter-Markt kommen wird, gehen diese nicht mehr weg. Drohnen kommen so sicher wie das Amen in der Kirche. Car-Sharing-, Bike-Sharing oder auch schon Lasten-Fahrrad-Sharing-Modelle werden an diversen Standorten genutzt. OnlineFahrtenvermittler wie Uber befördern heute Menschen. Möglicherweise demnächst auch Einkäufe. Diese innovativen Geschäftsmodelle sind Teil der New Mobility und müssen in Shoppingcenter-Konzepten mitgedacht und bestmöglich integriert werden können. aber genauso technologische Fortschritte. Ladestationen für E-Autos sind in einigen Parkhäusern von Shopping Center schon zu finden, doch zeigt der Blick in die Zukunft Wasserstoffautos & Co. auftauchen, die ebenfalls integriert werden müssen. Hier ist eine ständige Analyse und Entwicklung von Prognosen notwendig, aber auch eine geeignete Antizipation des Eintrittszeitpunktes eines neuen Trends oder Entwicklung. Auch hier wird Flexibilität und die Anpassung auf neue technologische Anforderungen notwendig werden. Wer auch zukünftig die Frequenzen sichern will, ist gezwungen sinnvolle Antworten zu geben, wie Besucher und Waren ins Center und von dort wieder weg kommen.

 

TREND 3: Vernetzung zwischen Online & Offline

Während der stationäre „Offline“-Einzelhandel ohne Frage vom Online-Handel bedroht wird, sind diese nicht parallel laufend mit einer Entscheidung „entweder/oder“ zu sehen, sondern können konzeptionell sinnvoll zusammengeführt werden. Omni-Channel und Vernetzung sind Schlagworte mit Renditepotential. Das Läden immer mehr zum Showroom mutieren und dem Erlebnis des direkten Anfassens, Riechens dienen bzw. zur Brand-Experience und dem Story

Telling ist gedanklich nicht neu. Design & Gestaltung, aber auch Produktauswahl im Laden, können allesamt zur Attraktivität des Ladens und infolgedessen auch des Unternehmens und der Marke beitragen. Nur an der Umsetzung hapert es. Denn wenn der Umsatz nicht mehr der Fläche zugeordnet werden kann – oder soll – wird es nicht nur schwierig sondern unmöglich mit althergebrachten Rechenmodellen Rendite zu erwirtschaften. Frequenz-Messsysteme können dabei genauere Auskunft über Besucher liefern und damit Frequenzpotentiale heben. Konzepte wie Click & Collect, das Kaufen eines Produktes Online und die Abholung „offline“ im stationären Einzelhandel oder auch Digital Malls bedürfen neuer Miet- und Abrechnungsmodelle. Sie sind aber gleichzeitig Möglichkeiten, wie online und offline miteinander interagieren können. Die vom German Council ausgezeichneten Preisträger des Europäischen Handelspreises Innovation sind dafür hervorragende Beispiele. Dies wird auch dadurch belegt, dass viele E-Commerce Unternehmen wie Zalando oder Amazon konsequent eigene Outlets oder Pop-Up Stores im stationären Einzelhandel schaffen – und damit die direkte Echt-Verbindung zu den Menschen. Dies ist die Stärke von Shoppingcentern seit jeher.

 

TREND 4: Neue Mietmodelle

Die veränderte Funktion der Verkaufsfläche in eine Ausstellungsfläche durch den OnlineHandel bedeutet im Umkehrschluss auch, dass der Umsatz im stationären Einzelhandel nicht mehr auf Umsatz pro m² heruntergerechnet werden kann. Durch einen Laden bzw. eine Präsenz im Shopping Center wird auch viel Umsatz online gemacht, was allerdings nicht zu messen ist. Hier kommen die konträren Interessen von Eigentümern und Mietern zum Tragen. Die einen berechnen heute ihre Rendite auf Grundlage von Fix- und Umsatzmieten, die idealerewise steigen und turnusmäßig in höhere, besser zu berechnende Fixmieten gewandelt werden. Dieses Modell hat keine Zukunft, denn durch Webshops, Online-Marktplätze und auch die Pflicht zum Aufbringen hoher Mieten sorgen für eine Verlagerung des Umsatzes aus der Barkasse des Shops in den Online-Kanal. Angesichts zu zahlender Umsatzmieten haben die Shopbesitzer kein Interesse daran, den Web-Umsatz der Fläche zuzuordnen. Eine größere Fläche bedeutet nicht direkt mehr Umsatz, wie der Elektrofachmarkt MediaMarktSaturn auch erkannt hat. Das traditionelle Mietmodell von €/m² ist nicht mehr zeitgemäß. Durch Digitalisierung entstehen neue Modelle des Mietens, auf Zeit oder dauerhaft, mit flexibler Flächengröße, aber auch Frequenzen können Grundlage neuer Mietkonzeptionen werden Neue Event & Veranstaltungsformate sorgen zudem dafür, dass hier auch weitere Einnahmequellen durch flexiblere Mieten für einen Betreiber entstehen. Das klingt nicht nur nach Aufwand. Das wird es auch. Die Zeit der klassischen Betreibung, Handzettel und Checklisten funktioniert dann nicht mehr. Der Managementaufwand wird mit heutigen Strukturen nicht möglich bleiben. Doch in der Welle von PropTechs ist die Anzahl von neuen Lösungen für die Betreibung wie beispielsweise Mieter-Apps oder Verwaltungslösungen im Wohn- und Bürobereich bereits hoch und erfolgreich im Einsatz. Vereinzelt werden auch Lösungen für komplexe Handelsimmobilien bereits angeboten. Digitalisierung eröffnet hier somit einerseits neue Türen und kann gleichzeitig entstehende Probleme beseitigen.

 

TREND 5: Last-Mile-Logistics als Chance

Die Digitalisierung in unserem Lebens- und Arbeitsalltag stellt auch Anforderungen an die Logistik, vor allem vor dem Hintergrund des viel diskutierten „Last-Mile-Problems“.

Shoppingcenter können ob ihrer Lagen, Strukturen und Flächenangebote als FulfillmentCenter oder auch Drehkreuz dienen. Und so Antwort auf diese Herausforderung geben. Die Integration von Verteilungs- und Abholcentern, sowie Paketstationen in Shopping Centern kann einen Beitrag zum komplexen Sachverhalt der „Last-Mile“ in der City Logistik leisten. Drohnenlandeplätze auf den Dächern oder Lastenfahrrad-Kurrierdienst-Logistik bleiben nicht nur Vision. Vor allem in der Funktion des Shoppingcenters als Nahversorgungszentrum mit einem hohen Durchlauf an verschiedenen Kundengruppen kann das ein entscheidender Impuls sein. Der Flächenüberschuss in Shopping Centern stellt aufgrund veränderter Nutzungskonzepte als aktuelle Herausforderung eine genehmigungstechnisch relativ einfach zu gebende Antwort auf die Waren-Beförderung-Problematik auf der letzten Meile dar. Diese Challange bietet neue Möglichkeiten für die Zukunftskonzeption, aber auch für Renditen in Shoppingcentern.

 

TREND 6: GreenTech & Nachhaltigkeit

Der Megatrend Nachhaltigkeit ist spätestens seit vergangenem Jahr ein globales Thema geworden. Der Greta-Moment ist Realität. Und was vorher verbreitet zumeist als Buzzword in Unternehmensdarstellungen zur optimalen Außendarstellung genutzt wurde, ist zum alle Lebensbereiche beherrschenden und verändernden Thema geworden. Der Wunsch nach mehr Ökologie, gesunden Entscheidungen und intelligentem Umgang mit Ressourcen spiegelt sich in vielen Bereichen des menschlichen Lebens wider. Dadurch, dass Shopping Center eine so zentrale Rolle für verschiedene Nutzungsgruppen spielen und gleichzeitig ohnehin im Fokus der Öffentlichkeit – und häufig auch der Kritik stehen, sind die Ansprüche an Shoppingcenter besonders hoch. Während Einzelhändler und Gastronomie um Bambusstrohhalme, Pappbecher und Plastiktüten-Verzicht nicht mehr rumkommen sollten, haben Betreiber ebenfalls eine Verpflichtung nachhaltiger zu werden. Das Potential von PropTech Lösungen ist dabei nicht nur immens. Es ist ob der schieren Datenmenge, die selbst ein veraltetes Building Management System pro Minute mit weit über 100.000 Datenpunkten liefert, mit heutigem humanen Einsatz gar nicht möglich, wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll eine Handelsimmobilie zu betreiben. Der room for improvement ist hier besonders hoch. Schon bei Planung, Design und Bau (bzw. Umbau) eines Gebäudes können nachhaltige Baumaterialen verwendet werden, um eine optimiertes Immobilie zu entwickeln. Datensätze spielen in jeder Lebensphase hier entscheidende Rollen. Rund um Planung, Bau & Betreibung des Gebäudes sollten Beteiligte und damit insbesondere auch Fakten und Ddaten, die auf eine Vielzahl von Arten gesammelt werden können, in Entscheidungen mit einbezogen werden. Das Themenfeld BIM Building Information Modelling wird dabei – endlich konsequent und ohne alberne Gegenwehr eingesetzt- einerseits für erheblich weniger Fehler in der Planung und maximale Effizienzsteigerung auf der Baustelle sorgen, sondern eben in sechster und siebter Dimension von BIM auch zu einer Senkung der Betriebskosten, geringere Verbräuche, zur Fehlervermeidung und dem besseren Einsatz von Ressourcen. BIM als Geheimzutat im Shoppingcenter ermöglicht erstmals Nachhaltigkeit als Rendite in der Bilanz auszuweisen. Darüberhinaus sind Datenbasierte Entscheidungen für alle Gebäudeformen die Zukunft. Erzwungenermaßen leider wieder von außen, da die Immobilienbranche den Handlungsdruck mal wieder selbst nicht sieht. EU-Vorgaben einerseits, viel wichtiger zeigen Blicke in andere europäische Märkte klare Abzüge im Kaufpreis von bis zu schwindelerregenden 10% bei fehlender BIM-Dokumentation, dass selbst bei Bestandsgebäuden der Einsatz von BIM und GreenTech unerlässlich ist. Vor allem für Shopping Center mit verschiedenen Flächengrößen und -Dimensionen ist ein datenbasiertes Vorgehen über den gesamten Lebenszyklus überlebensnotwendig und absolut richtig.

 

TREND 7: Datenanalyse zum Standortmarketing

Neben der Sammlung von Gebäudedaten aus Immobilienperspektive können Daten auch von Einzelhändler genutzt werden, um das Einkaufserlebnis eines Kunden noch besser zu gestalten. Ob in Form von Location-based Services durch Apps oder durch Analyse von Online-Kaufverhalten oder Flächen-Einkaufsverhalten und Kundeninteressen – generierte Daten können für Einzelhändler unheimlich wertvoll sein. Hierzu zählen sowohl sozioökonomische und psychographische Daten als auch Transaktionsdaten. Diese können von Einzelhändlern viel besser ausgenutzt werden als bisher, was durch Digitalisierung ermöglicht werden kann. Betreiber können hier Informationslieferant werden – und damit gleichzeitig neue Wege zur Monetarisierung erschließen. Ein empfindliches Thema für viele in Deutschland, dass zuletzt häufig durch die Diskussion, wem die Daten gehören, abgetan wurde. Fakt ist, Daten werden ständig generiert, beispielsweise über Mobilfunknutzung, Triangulation von GPS-Signalen oder Sensoren verschiedenster Art von Frequenzmessern bis Luftqualitäts-, Temperatur- oder Schafstoffchecks. Datenanalysen können zielgruppengerechtere oder sogar persönlich ausgespielte Produktempfehlungen liefern. Angebote und Aktionen in den Handelsflächen, doch auch kurzfristige Flächenvermietungsangebote können strategisch gezielter platziert werden. Die verbesserte User Experience sorgt im Standortmarketing zu höherer Kundenbindung, damit zur Wertsteigerung der Immobilie und insgesamt zu Vorteilen für Mieter, Manager und Eigentümer.

 

Die Entwicklung von Shoppingcentern wird nicht ihren seit Jahrzehnten gelernten Gang weitergehen. Es macht bei der Immobilien-Assetklasse Shoppingcenter überfällig Sinn, Digitalisierung nicht als Bedrohung zu sehen, sondern als Chance für alle Beteiligten zu sehen. Bei konsequenter Nutzerfokussierung zu jeder Zeit in Entwicklung, Bau und Betrieb und dem intelligenten Einsatz von Technologie und neuen Geschäftsmodellen profitieren Besucher, Mieter, Manager und Eigentümer von Handelsimmobilien. Digitalisierung bietet eine Chance zur neuen Profitablität von Shoppingcentern. Vor allem PropTechs können dazu einen großen Beitrag leisten.

 

Sean Nolan & Sarah Schlesinger

 

blackprint Booster sind Experten für die Digitalisierung im Immobilienbereich. Für alle Asset Klassen. Für den gesamten Immobilienlebenszyklus. Die Autoren haben beide langjährigen Bezug bzw. Erfahrungen mit dem Shoppingcenter-Bereich.

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Alexander Ubach-Utermöhl                      Sarah Maria Schlesinger

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Der Aufstieg von PropTech in der Stadt der Zukunft

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Ausblick 2030: Die Digitalisierung verändert auch Innenstädte und Handel

Der digitale Wandel stellt Immobilienwirtschaft und Handel vor bislang unbekannte Herausforderungen. Doch Transformation ist kein Ziel, sondern Technologie ein Mittel für die Steigerung von Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Nutzerfokussierung. Sie bietet all denen riesige Chancen, die sich konsequent und step by step ausrichten. Dafür muss die Branche aber zunächst das Tal der Tränen überwinden, in dem sie gerade steckt.

Ob Wohnen, Arbeiten, Einkaufen oder Freizeitgestaltung: Immobilien bilden die (Gebäude-)Hülle, in der unser tägliches Leben stattfindet. Stadtentwickler und -planer, Innenstadtakteure und insbesondere auch Handelsvertreter müssen heute entscheiden, wie die Städte der Zukunft aussehen sollen. Dabei stehen sie vor einigen Herausforderungen: Neue Mobilitäts- und Logistikanforderungen verändern die Planung in puncto Parken, Warenannahme und Lagerung. Wohnen und Arbeiten verlangen auch räumlich Flexibilität. Der Ruf nach mehr Nachhaltigkeit fordert neue Materialien und Bauweisen. Und insbesondere Building Information Modelling (BIM) wird Prozesse, alte Silos und Effizienzkiller im gesamten Immobilienlebenszyklus disruptieren. Der Aufstieg von über 700 PropTechs in der D-A-CH-Region seit 2015 hat bereits massive Veränderungen getriggert. Noch sind komplett innovativ geplante Stadtteile wie Torontos Side Walk Labs oder ganzheitliche Quartiersentwicklungen wie Mailands CityLife oder Helsinkis REDI Ausnahmen. Doch sie werden zur Regel. PropTech bedeutet zwar zunächst Aufwand. Langfristig aber werden sich die damit einhergehende Effizienz und Wirtschaftlichkeit durchsetzen.

 

Digitalisierung bedingt Dranbleiben

Es führt kein Weg dran vorbei: Alles wird sich durch neue Technologien grundlegend verändern. Die Immobilienbranche und hier insbesondere auch Handel und Gastronomie müssen sich deshalb jetzt intensiv mit diesem Paradigmenwechsel auseinandersetzen – strategisch und operativ. Der Zeitpunkt ist günstig. Fakt ist: Der anfängliche Digitalisierungs-Hype ist vorüber. Wie in jeder Branche führte das Aufkommen neuer digitaler Lösungen zunächst zur überzogenen Erwartung, PropTech könne alle Probleme wegzaubern und gleichzeitig kurzfristig neue Ertragsmöglichkeiten generieren. Was folgte, war das so genannte „Tal der Tränen“. Denn schnell mussten die Early Adopter feststellen, dass Transformation nicht von heute auf morgen geschieht und dass sie vor allem zweierlei bedeutet: einen oft nicht unerheblichen (Anfangs-) Aufwand –  insbesondere, was den internen Change-Prozess bei Menschen und Systemen angeht – und wichtiger noch: notwendigerweise langfristiges Dranbleiben.

Genau das ist in Hinblick auf die Transformation der Knackpunkt,Der Reifegrad der Branchendigitalisierung ist jetzt an einem Punkt, an dem Konsequenz und Durchhaltevermögen bei der schrittweisen Zukunftsausrichtung in den Unternehmen belohnt werden.

Die Stadt der Zukunft und die Menschen profitieren

Und so wird das neue Jahrzehnt goldene Zeiten bringen. Aus einigen der heute frühphasigen Startups mit Immobilienbezug werden im Laufe der Zeit neue einflussreiche Branchen-Unternehmen. Gleichzeitig steht eine Marktkonsolidierung an. Die ist gut und gesund, denn die Stadt der Zukunft und die darin lebenden Menschen profitieren davon, wenn Prozesse durch kluge, ganzheitliche Lösungen schneller, einfacher, günstiger – kurz: effizienter werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Digitalisierung nicht Ziel, sondern ein Mittel für gesteigerte Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und die zukünftig so essenzielle Nutzerfokussierung ist.

Insbesondere Shoppingcenterentwickler und -betreiber haben riesige Chancen, von PropTech zu profitieren. Denn Center vereinen alle wichtigen Assetklassen von Handel und Gastronomie über Office, Parken, Logistik bis hin zum Wohnen. Der Lebenszyklus weist durch hohe Besucherfrequenzen und die enge Verbindung zum trendgetriebenen Handel eine vergleichsweise hohe Dynamik auf. Um auch in Zukunft profitabel zu bleiben, müssen Handelsimmobilien deshalb eine Veränderung durchlaufen, die das bisherige Rollenverständnis, tradierte Flächennutzungskonzepte insbesondere aber auch Renditeermittlungsgrundlagen komplett auf den Kopf stellen. Für Betrieb und Nutzung von dieser Immobilien bieten PropTech-Lösungen immense Potenziale zur Effizienz- und Renditesteigerung – diese sollten unbedingt genutzt werden.

 

Sarah Schlesinger ist COO des blackprint Boosters. In dieser Rolle vernetzt sie gezielt etablierte Immobilienunternehmen, PropTechs und Wagniskapitalgeber miteinander und treibt digitale Geschäftsmodelle voran. Vor ihrer Zeit beim blackprint Booster gründete und führte sie vier Jahre lang ein eigenes PropTech und arbeitete sechs Jahre für einen internationalen Shoppingcenter-Betreiber. 2019 wurde Sarah Schlesinger mit dem Deutschen Exzellenz-Preis in der Kategorie „Manager & Macher“ ausgezeichnet. Das Branchenmagazin Immobilienmanager wählte sie zudem unter die top 25 Frauen der Immobilienwirtschaft.

Du fragst Dich wie Dein Geschäftsmodell in Zukunft aussieht? Und wie Du Dein Unternehmen durch die digitalen Herausforderungen lenken sollst?

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Plötzlich ist Druck da – Branchenstimmen zu Corona und den Auswirkungen auf die Immobilienbranche

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Die unerwartete, durch Corona ausgelöste Krise führt offenbar in vielen Immobilienunternehmen zu verändertem Handeln. Plötzlich ist Druck da, auf Kosten zu achten, Prozesse effizienter zu machen, auch unabhängiger vom plötzlich doch als Ausfallfaktor wahrgenommenem „Mensch“. Für PropTechs mit fertigen Lösungen hat die Corona Krise fast durchgängig eine stark erhöhte Nachfrage gebracht. Die Auswirkungen auf Branche sind ungewiss, werden aber sicherlich tiefgreifend.

Vor Corona wurden PropTechs bestenfalls müde angelächelt, wenn sie ihre Lösungen mit Sales-Argumenten wie Kostenoptimierung und Effizienz durch Automatisierung anboten. Schlimmstenfalls führte dies zu Hohn & Spott wegen Irrelevanz. Ob voller Auftragsbücher, gut gehendem Business und dem völligen Fehlen jeglichen Leidensdrucks war das Sprechen über „bessere“ Prozesse schlicht kein Thema, dem es sich lohnte Zeit zu widmen.
Zwar gab es durchaus eine Reihe Unternehmen, denen der Rückstand technologisch bewusst war, die die Endlichkeit ihrer Geschäftsmodelle voraussahen und sich strategisch wie auch operativ mit ihrer Neuausrichtung beschäftigten. Doch wie in allen Branchen gab es hunderte Argumente, dies langsam, gemächlich, mit nicht besonders viel Druck und insbesondere nicht besonders viel Budget umzusetzen.

Spürbarer Druck
Mit Corona, der Krise und dem vielleicht doch am Horizont aufziehenden Sturm, der eben nicht nur den Shoppingcenter- oder Hotelbetreiber an seine Grenzen bringt, ist etwas aufgekommen: Druck. Zu Handeln. Zu schützen. Zu optimieren. Sich auszurichten und zu wappnen.
Für jede Innovation braucht es Druck. Und es gibt kein Ereignis in Wissenschaft, Natur oder Wirtschaft, in der Struktur verändernde, grundlegende, exponentielle Veränderung ohne solchen Druck von außen erfolgt wäre. Dies müssen nicht gleich Meteoriten-Einschläge oder ein Blitzeinschlag zum Entdecken des Feuers sein. Es muss auch nicht so desaströs ausgehen wie bei Nokia oder Kodak, die den Schuss nicht hörten, während ihre alten Geschäftsmodelle von einem auf den anderen Tag zerstört wurden. Doch wie tiefgreifend der Strukturwandel ausgelöst durch Corona sein wird, ist etwas, dass erst in den Geschichtsbüchern angemessen bewertet werden kann.

Viele wünschen sich eine Rückkehr zum „Status quo“ vor Corona. Wo vieles klarer und einfacher war. Obwohl die Krise, der Shut Down, die Analysen Jahrzehntelang gepflegte Schwachstellen offenbaren, macht das Neue, das Veränderte Angst und weckt die Sehnsucht nach Vertrautem.
Doch der wirtschaftliche Druck – und sei es bei einigen bisher nur die Angst vor dem noch kommenden – wird Veränderung bringen.

 

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Die Zeit für Veränderung ist gekommen.

Die Kurzsichtigen
Ganz wenige, dafür laute Stimmen geben von sich, dass es zu früh sei für strategische Themen. Das es jetzt um Operatives gehe, um Bestandssicherung und Krisenresistenz – und dass dies NICHTS mit Digitalisierung zu tun habe. Sogar die Aussage, dass PropTech Lösungen, die jetzt helfen können die Ziele zu erreichen oder zu optimieren die Generation der jetzt im Chefsessel sitzenden Entscheider „nicht anspreche“. Vielleicht passt dazu die Erkenntnis, dass die Generation „Golf“ sich grundsätzlich schwer tut mit dem positiven Menschenbild, auf dem agile Methoden, Startup Thinking und erfolgreiches Unternehmensmanagement vieler großer Giganten beruht, bei dem von mündigen, verantwortungsbewussten Mitarbeitern ausgegangen wird.

Die Aufgeweckten
„Die Branche, die Welt wird nach Corona anders aussehen“, gab ZIA-Präsident Andreas Mattner in seiner Key Note beim #PropTechSpecial am 05.05.2020 zum Thema Regulatorische Rahmenbedingungen: welche Hürden müssen jetzt noch fallen, damit Immobilienunternehmen digital & zukunftsfähig durch die Krise kommen? Nicht nur Dr. Mattner glaubt, dass wir auch nach der Krise noch ein Schwergewicht als Branche sein werden. Gibt aber auch zu bedenken, dass vieles umgewirbelt werden wird und Marktkonsolidierung auch im Feld der heutigen Bestandsfirmen aufräumen wird. „Die Startups von heute sind die großen Unternehmen von morgen.“ Das habe er oft genug erlebt.
Für diejenigen, die überleben oder sogar erfolgreich sein wollen, braucht es heute Mut. Das meint explizit jetzt gegen den Strom schwimmen. Eben nicht Innovations- und IT-Budgets „optimieren“, meint kürzen und Fokus aufs Kerngeschäft – zumindest nicht in dem Sinne, dass Digitalisierung dabei keine Rolle spielt. Wie Dr. Mattner sagt: „Das Dümmste, was man machen könnte ist jetzt nicht auf Zukunftstechnologie zu setzen.“
Wie recht er haben wird, weiß heute keiner aus unserer Branche. Doch Blicke in den Finanzbereich und Fintech beispielsweise zeigen eindrucksvoll was geschieht, wenn sich in den hohen Glastürmen die Bänker zu lange sicher fühlten.

Die Macher
Beim Digital Leaders Council, der regelmäßigen Zusammenkunft von Digital-Entscheidern und Zukunftsmachern der Immobilienbranche bestand Ende April nach Wochen des Shut Downs Einigkeit, dass die Gefahr für die Etablierten mindestens genauso groß ist, zum Verlierer zu werden wie in den Krisen 2000/01 sowie 2008/09, als Innovationsbudgets trotz lauter Mahnungen bei vielen runtergeschraubt wurden.
„Nur weil wegen Corona Manager jetzt alle wissen, wie eine Kamera im Video Call ausgerichtet wird, heißt das nicht, dass sie wissen wie Prozesse digital aufgesetzt werden“, sagte ein Teilnehmer im Council. Wie nachhaltig die entfalteten Aktivitäten auf Seiten der Corporates sein werden, die seit April aktiv neue Tools ausprobieren, wie beispielsweise digitales Vermieten oder Planungsabsprachen per Video Call am interaktiven Modell, ist zwar ungewiss. Doch einheitliches Feedback von Zukunftstreibern aus der Branche ist, dass sich letztes Jahr noch der Mund fusselig geredet wurde, aber Führungskräfte regelmäßig ein „geht nicht“ Digitalisierungs-Bemühungen per Totschlag-Argument beendete. Aber durch Corona geht es doch. Und es erscheint völlig surreal, dass nach Corona alles wieder normal und herkömmlich umgestellt werden sollte. Welche Gründe könnten nach dem gesunden, effektiven Schub in kürzester Zeit zur Rückkehr bewegen? Nach logischem Menschenverstand weist jeder die Angst vor Rückschritt von sich. Doch ebenfalls ganz offen, wenn auch nur im vertraulichen Austausch sprechen diejenigen, die sich spätestens jetzt als Treiber hervortun über Angst, dass die Zweifler, die Verhinderer es doch schaffen die so dringend notwendigen Bemühungen wieder zurückzudrehen. Aus Bequemlichkeit, aus Kurzsichtigkeit. Oder schlicht, weil sie es nicht besser wissen und nicht anders können. Gewissheit gibt es nicht, doch kein Indikator, insbesondere auch beim Blick in die Geschichte oder andere Branchen weist darauf hin, dass Corona einfach so vorbeigeht und nichts hinterlassen haben wird. Im Gegenteil. Es wird eher ein reinigendes Gewitter werden, dass intern in Unternehmen wie extern auf ganze Branchen und jeden einzelnen bezogen die erdrückende Luft, Last der Vergangenheit in frische klare Perspektiven verwandelt. Besonders, wenn „the very new normal“ noch Monate Abstandsgebote, Social Distancing und damit verbunden tiefgreifend veränderte Verhaltensmuster bedeuten wird.

Wie andere Krisen wird auch Corona eine gesunde Bereinigung bringen. Die Frage wird sein, wie werden sich die Geschäftsmodelle der Immobilienbranche in zwei, drei oder fünf Jahren verändern. Und wo stehen wir in zehn Jahren?

Plötzlich ist Druck da. Corona ist eine Chance für Veränderung. Und damit eine Chance für die Gewinner von Morgen, die Potentiale für bessere Prozesse und effizientere Lösungen heute zu implementieren. PropTechs können dabei Teile der Antwort liefern, um kurzfristig und nachhaltig unanfälliger gegen Krisen zu werden. Die Hausaufgaben intern, die Grundlagen zu schaffen, um digital unterwegs zu sein und langfristig auch zukunftsfähig das Geschäftsmodell zu wandeln, waren bisher nie so drängend wie jetzt.

 

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Energetische Gebäudekonzepte – Wie softwaregestützte Variantenvergleiche Kundenberatung verbessern und Fachingenieure entlasten können

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Teilautomatisiert zum optimalen Versorgungskonzept

 

Energieeffiziente Gebäudekonzepte – Wie softwaregestützte Variantenvergleiche Kundenberatung verbessern und Fachingenieure entlasten können

 

Die Planung eines Bauvorhabens ist komplex – zwischen der Entscheidung zu bauen und der schlüsselfertigen Übergabe liegen zahlreiche Fragen, die es zu beantworten gilt. Gerade in der frühen Planungsphase besteht oftmals ein hohes Maß an Unsicherheit  – auf Kunden- sowie auf Seiten des Generalübernehmers. Die Erfahrung bei GOLDBECK zeigt, dass diese Unsicherheiten besonders stark im Bereich der Versorgungstechnik und der energetischen Gebäudekonzepte ausgeprägt sind. Der Grund: Die Entscheidung über die zu verbauenden Technologien muss in einem sehr frühen Stadium getroffen werden, da sie maßgeblich für viele weitere Planungsschritte ist. Dabei gilt es einen regelrechten Dschungel von Erzeugungstechnologien zu überblicken: Fernwärme, Geothermie, Wärmepumpen, Kaltwassersätze, Photovoltaik und zahlreiche weitere Erzeugungs- und Speichertechnologien kommen für jedes neue Gebäude in Frage.

Mit dem GOLDBECK-Energie-Optimierungs-System haben wir eine hausinterne Softwarelösung geschaffen, die den Analyseprozess des Ingenieurs massiv unterstützt. Gleichzeitig ermöglicht sie, dem Kunden frühzeitig einen Variantenvergleich darzustellen, der die wichtigsten Entscheidungsparameter von Beginn an beleuchtet.

Das Problem

Die qualifizierte Ausarbeitung verschiedener Energie- und Versorgungskonzepte ist eine Mammutaufgabe, die mit großem Arbeitsaufwand und zahlreichen Iterationsschleifen verbunden ist. Um die für den Kunden optimale Lösung eruieren zu können, muss der konzeptionierende Ingenieur aus allen denkbaren Varianten eine Vorauswahl geeigneter Versorgungskonzepte treffen. Aufgrund der Angebotsvielfalt einerseits, und Zeitmangels andererseits, greift der Ingenieur dabei häufig auf den eigenen Erfahrungsschatz zurück und bewegt sich im Rahmen bekannter und erprobter Konzepte. Werden zu einem späteren Zeitpunkt ergänzende Technologien (wie z.B. eine PV-Anlage auf dem Dach) ins Gespräch gebracht, leidet oftmals die Wirtschaftlichkeit der Lösungen darunter, da bestehende Planungen nochmal geändert werden müssen. Dies führt nicht selten dazu, dass wirtschaftlich attraktive Lösungen verworfen werden.

Die Lösung

Dieser Umstand hat uns dazu motiviert, eine Software zu entwickeln, die es uns ermöglicht schon in frühen Planungsstadien fundierte Variantenvergleiche für den Kunden anzustellen. Das GOLDBECK-Energie-Optimierungs-System – kurz GEOS – betrachtet wirtschaftliche Aspekte (Investitionskosten, Betriebs- und Verbrauchskosten), Nachhaltigkeitsaspekte (CO2-Emissionen) sowie Komfortaspekte (z.B. die Entwicklung des Kühlbedarfs im Hochsommer). Aufgrund des frühen Planungsstadiums, in dem wir mit GEOS ansetzen, sind natürlich nicht alle für die Gebäudelasten relevanten Parameter geklärt. Daher setzen wir bei der Erstellung der synthetischen Lastgänge auf eine Kombination von Eingabeparametern und plausiblen Annahmen. Insbesondere bei Letzteren kommt GOLDBECK die systematisierte Bauweise zugute: In vielen Bereichen können Annahmen getätigt werden, die für die meisten oder sogar alle GOLDBECK-Gebäude gültig sind.

Der Ingenieur erhält so eine große Auswahl von Varianten (siehe Abbildung 1). Jede dieser Varianten wurde eigenständig simuliert und berechnet. Dadurch können sie miteinander sowie mit einem Referenz-Szenario verglichen werden. Als Referenz dient standardmäßig das in der Anschaffung kostengünstigste Modell. Nach einer Erstauswahl bleiben auf diese Art zwei bis sechs Möglichkeiten übrig, die der Kunde nochmals nach seinen Kriterien prüfen kann. Der Kunde erhält dabei einen von der Software formal standardisierten, aber inhaltlich von Ingenieur individualisierten Bericht, der ihm als Entscheidungsgrundlage dient (siehe Abbildung 2).

 

Abbildung 1-01

Abbildung 1: Basierend auf seinen Eingabeparametern, stellt die Software dem Ingenieur eine zwei- bis dreistellige Anzahl von Varianten vor. Es ist anschließend die Aufgabe des Ingenieurs, die Varianten zu identifizieren, die die Kundenanforderungen am besten erfüllen. Dort kann er seine Expertise einsetzen, während der arbeitsintensive Schritt der Berechnungen von der Software übernommen wird. (Bildrechte: Goldbeck)

 

Jenseits der klassischen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

GEOS ermöglicht es GOLDBECK, seine Kunden schon in frühen Projektstadien in einem der maßgeblichen Zukunftsthemen umfänglich zu beraten: Der Nachhaltigkeit. Aus Zahlen vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit geht hervor, dass etwa 30 Prozent der Emissionen in Deutschland auf den Gebäudebetrieb entfallen (https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/klimaschutz_zahlen_2019_fs_gebaeude_de_bf.pdf). Die Bedeutung des Gebäudebetriebs auf die Gesamtemissionen über den Lebenszyklus eines Gebäudes mag in der Vergangenheit aufgrund von verbesserten Gebäudehüllen abgenommen haben. Doch noch immer werden mindestens so viele Emissionen im Betrieb eines Gebäudes emittiert, wie bei seiner Errichtung angefallen sind. Die hohe Bedeutung des Gebäudebetriebs für die Nachhaltigkeit eines Gebäudes geht z.B. auch aus dem Leitfaden zum nachhaltigen Bauen hervor, den das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat herausgibt (https://www.nachhaltigesbauen.de/fileadmin/pdf/Leitfaden_2019/BBSR_LFNB_D_190125.pdf). Das Ende 2019 verabschiedete Klimaschutzgesetz der Bundesregierung hat dazu geführt, dass die CO2-Emissionen eines Gebäudes im Betrieb erstmals auch eine direkte Kopplung zur Wirtschaftlichkeit des Heizsystems haben, denn letztlich zahlt der Bauherr zukünftig indirekt über den Gaspreis für jede emittierte Tonne CO2 für das Beheizen seines Gebäudes. Dieses Gesetz hat für viel Unsicherheit bei deutschen Unternehmen gesorgt (https://www.handelsblatt.com/politik/international/energiewende-bundesregierung-erhoeht-co2-preis-unternehmen-fuerchten-um-ihre-existenz/25338704.html). Um die Unsicherheit unserer Kunden zu senken, zeigen wir ihnen auch den möglichen Einfluss einer CO2-Abgabe auf ihre laufenden Kosten. Es ist zudem möglich, mit GEOS verschiedene Entwicklungen für den zukünftigen Zertifikatspreis durchzuspielen. Dadurch kann der Bauherr deutlich besser einschätzen, in welchem Korridor sich seine Kosten auch in Zukunft bewegen könnten.

Entstehungsgeschichte und Weiterentwicklung

GEOS wird von GOLDBECK bereits seit Ende 2015 in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Wirtschafts- und Technomathematik (ITWM) in Kaiserslautern entwickelt. Die umfassende Technik- und Planungskompetenz von GOLDBECK und die dedizierten Kenntnisse zur Dateninterpretation und Ableitung von mathematischen Modellen des ITWM stellen eine ideale Grundlage eines solchen Vertriebs- und Beratungstools dar. Die Zusammenarbeit wird kontinuierlich fortgesetzt. GEOS wurde ursprünglich für die Betrachtung von Bürogebäuden entwickelt. Die Erweiterung der Software um das Produkt Schule steht kurz vor der Fertigstellung. Weitere Gebäudetypen sind bereits in der Evaluation. Aus der Sicht von GOLDBECK ist GEOS ein Paradebeispiel dafür, wie in Zeiten von immer schnelleren Entscheidungsfindungen und Fachkräftemangel, Fachingenieure in ihrer Tätigkeit unterstützt und Kunden besser beraten werden können.

 

Abbildung 2

Der Kunde erhält von GOLDBECK einen kompakten GEOS-Bericht. Aus diesem gehen die von GOLDBECK gewählten Annahmen und auch die Darstellung der interessanten Varianten hervor. (Bildrechte: Goldbeck)

 

Autor: Lukas Romanowski (Projektmanager Innovation, GOLDBECK New Technologies GmbH)

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Knigge für digitales Netzwerken

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11 dringende Empfehlungen, nicht nur für Video-Calls & digitales Speed-Dating

Manch ein Teilnehmer an Video-Calls hat nicht verstanden, dass Home Office nicht zwangsläufig bedeutet, sämtliche Benimmregeln und guten Manieren zu vergessen. Dies gilt insbesondere auch bei digitalen Netzwerkformaten wie Speed-Dating oder 1 to 1 Videocalls. Auch in der digitalen Welt gibt es ein paar Empfehlungen, die dringend beachtet werden sollten:

1. Kleider machen Leute
Zumindest oben rum sollte auf ordentlich-saubere Kleidung geachtet werden. Soweit der Kamera-Ausschnitt übertagen wird, dürfen es auch geschmackvolle Farbkombinationen und gepflegte Haarfrisuren sein. Wie im echten Meeting machen Kleider Leute und eine ansprechende Optik den Gesamteindruck und Gesprächserfolg zumindest nicht unwahrscheinlicher.

2. Ready für Online
Zu spät einwählen oder dann erstmal mit Mikrofon und Kamera rumbasteln kostet nicht nur die eigene Zeit sondern nervt alle Gesprächspartner. Alle gängigen Video-Call- oder Webinar-Programme haben Testlinks, um vorher Kamera und Mikrofon zu testen. Bitte denke auch daran, dass Deine Kamera neben Dir auch die Umgebung überträgt. Überlege Dir, wie viel Du von Deinem privaten Zuhause übertragen und damit von Dir preisgeben möchtest. Ein neutraler Hintergrund ist in jedem Fall eine gute Idee.

3. Quiet please
Das Potential für Missverständnisse zwischen Menschen ist so schon hoch genug. Dies muss nicht durch unnötige Störungen erhöht werden. Suche Dir für Deine Video-Calls eine ruhige Umgebung. Nutze ein Headset – idealerweise mit Umgebungsgeräuschunterdrückung, so dass Du voll konzentriert auf die übertragenen Töne bist. Und bitte beachte, dass Straßenlärm vom geöffneten Fenster oder Vogelgezwitscher beim Arbeiten im Garten beim Gesprächspartner doppelt so laut ankommen können.

 

Ein aufgeräumter Arbeitsplatz gibt ein gutes Bild ab.

Ein aufgeräumter Arbeitsplatz gibt ein gutes Bild ab.

4. Do not disturb
Digitaler Austausch ist anstrengender als persönliche Meetings, da der Bewegungsspielraum still sitzend vor dem Monitor einfach viel kleiner ist als im Besprechungsraum. Daher sorge dafür, dass Du das Meeting ohne Unterbrechungen von Anrufen, Nachrichten oder anwesenden Gesprächspartnern effektiv durchführen kannst.

5. Time is money
Auch wer nicht nach Stunden abrechnet wird dankbar sein, wenn Du auf die Zeit achtest. Gerade beim Speed-Dating, grundsätzlich aber allen zeitlich limitierten Meetings gilt, möglichst noch schneller zum Punkt zu kommen und die Zeit im Auge zu behalten. Überlege vorher eine Agenda bzw. Struktur, stimme sie ggfs. mit dem Netzwerk-Partner ab und übe Dich im Moderieren von Video-Calls, die eindeutig andere Anforderungen haben als ein „echtes“ Meeting.

6. Die One-Breath-Regel
Ob im 1 to 1 oder im Gruppen-Meetings: die Zeit für eine kurze Vorstellungsrunde bzw. dafür, jeden kurz zur Begrüßung zu Wort kommen zu lassen sollte IMMER sein. Bewährt hat sich die One-Breath-Regel, d.h. jeder darf so viel berichten (über sich, über eine vom Moderator aufgeworfene Fragestellung, über die aktuelle Lage seit dem letzten Treffen o.ä.) wie er in einem Atemzug unterbringen kann. Mit ein bißchen Training führt das zu völlig neuer Disziplin. Sicher auch für die echten Welt geeignet.

7. Ziele setzen
Meetings ohne Ziel machen keinen Sinn. Häufig scheitern insbesondere digitale Meetings daran, dass ein oder alle Teilnehmer sich selbst ihrer eigenen Ziele nicht ganz sicher sind. Was im wahren Leben noch mit Ranquatschen oder Vertagen auf den nächsten Präsentationstermin weggetuscht werden kann, wird hier peinlich offensichtlich. Überlege daher genau, was Du warum vom Gegenüber willst. Was ist Deine Motivation und überlege auch, welche Gründe ihn dazu bewegen sollten, auf Dein Anliegen einzugehen.

8. Stalking erwünscht
Die digitale Welt bietet so viele Möglichkeiten, etwas über den Gegenüber herauszufinden. LinkedIn als erster Zugangspunkt, um mehr über Stationen, Kompetenzen, Interessen und insbesondere gemeinsame Kontakte rauszufinden. Alles mögliche Gesprächsaufhänger. Auch die Google Suche, die z.B. Artikel und Veröffentlichungen und damit Schwerpunktgebiete oder auch Meinungen identifiziert sind sowohl als Hintergrundinformation wie auch Anknüpfungspunkte wertvolles Wissen.

9. Small Talk nein – Ice breaking ja
Privater Talk über Urlaub, Wochenendausflüge & Co. haben in der Regel keinen Raum beim digitalen Netzwerken. Erst recht nicht bei zeitlich limitierten Calls. Small Talk im Sinne von Ice Breaking ist aber ein Muss, um möglichst schnell Gemeinsamkeiten zu identifizieren und sich mit dem Gegenüber auf eine Wellenlänge zu bringen. Während beim Speeddating bequemerweise die verbindenden Schlagworte eingeblendet werden, sollte in allen anderen Fällen vorher die Hausaufgabe unter 7. und 8. gemacht worden sein.

10. Analysiere die Bedürfnisse
Insbesondere beim Speeddating oder 1 to 1 Video Calls mit bisher unbekannten Netzwerkpartnern bleiben nur wenige Minuten, um die BEdürnisse des Gegenüber zu verstehen. Nach der Vorstellungsrunde und dem idealerweise schnellen Finden von Anknüpfungspunkten (siehe 8. Stalking erwünscht – auch live während des Calls) frage gezielt nach dem Bedarf, wo der Gesprächspartner die größten Entwicklungspotentiale sieht bzw. welche Strategie sein Unternehmen gerade verfolgt. Idealerweise bittest Du mit gezielter Frage darum, dass die Antwort in 3 kurzen Bulletpoints erfolgt. Das sorgt für Fokussierung und die Konzentration beim Gegenüber häufig dazu, dass er intuitiv das Wesentliche formuliert. Notiere Dir die genauen Formulierungen. Diese helfen Dir beim Follow up.

11. Follow up
Rechtzeitig ansprechen, wie miteinander verblieben werden soll. Die Regel gilt für alle Kontakte, mehr aber noch für digitale Meetings. Wenn Du 7. Ziele setzen gut vorbereitet hast, dann weißt Du schon sehr genau, welche nächsten Schritte kommen sollten. Spreche diese bewusst aus, zurre Verantwortlichkeiten fest und besonders wichtig: setze Deinen Gegenüber eine Deadline bzw. vereinbare einen festen Zeitpunkt bis wann Du dazu eine Rückmeldung erhälst. Häufig sind diese abhängig von internen Rücksprachen. Lass Dich an dieser Stelle nicht abwimmeln sondern nagel Deinen Kontakt fest. Nur so hast Du einen Anpack zum Nachfassen.

 

Du willst Deine Zukunft sichern und Dir in Digitalisierungs-Zeiten einen echten Karriere-Vorsprung schaffen? Dem Zielvereinbarungs-Druck ein Schnippchen schlagen?

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Chatbots für Immobilien?

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Warum die Immobilienbranche durch den Einsatz von Chatbots zum strategischen Gewinner wird

„Chatbots“ – Das sind doch diese Roboter, mit denen ich schreiben kann, oder? Chatbots sind Computerprogramme, die mit Technologien auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz natürliche Sprache verarbeiten und häufig gestellte Fragen beantworten können. Bestückt man diese Programme mit Branchen-Know-How, dient ein Chatbot als virtueller Assistent, der ganze Serviceprozesse in der Kundenkommunikation automatisiert abwickelt. In der Immobilienwirtschaft sprechen wir funktionsbezogen von virtuellen Verwaltern oder virtuellen Maklern, die bei Bedarf Hand in Hand mit ihren menschlichen Kollegen zusammenarbeiten.

Bots4You Plattform

Hype und Hysterie?

Chatbots liegen im Trend und werden mittlerweile von vielen Personen als neues Kommunikationsmittel akzeptiert und genutzt. Tatsächlich eröffnet der technologische Fortschritt von Chatbots eine neue Ära der Automatisierung. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Kundenkommunikation erleichtert bisherige Aufgabenstellungen und schafft neue Geschäftsmodelle. Im Kontext der gesamten Digitalisierung verwundert es daher nicht, dass der Einsatz von Chatbots kein zeitweiliges Phänomen darstellt, sondern einer der zukunftsträchtigsten Digital-Trends.

Der gesamte Evolutionsprozess der Industrialisierung ist davon geprägt, dass Menschen von Maschinen unterstützt oder entlastet werden. Wer denkt, ein Chatbot wird kurzfristig den Platz eines Servicemitarbeiters einnehmen, denkt möglicherweise bei KI an Science-Fiction Beispiele, bei denen die Maschine menschliches Verhalten imitiert, ohne gleichzeitig menschliche Fehler aufzuweisen. Das ist nicht der Fall. Es ist richtig, dass ein Chatbot auch außerhalb der Geschäftszeiten verfügbar ist, nicht krank wird und durch Komponenten des maschinellen Lernens auch ständig dazu lernt. Diese Eigenschaften führen jedoch nicht dazu, dass Chatbots die gesamte Servicekommunikation übernehmen können und sollen. Chatbots sind immer dann wertstiftend, wenn eine große Anzahl an wiederkehrenden Serviceanfragen aufkommt. Für alle individuellen und komplexeren Anfragen bleibt der Mensch primärer Ansprechpartner. Stößt der Chatbot an seine Grenzen, kann er in Form eines Live-Chats an den Mitarbeiter das Gespräch übergeben und vorab relevante Informationen bereitstellen, um eine effiziente Fallbearbeitung zu ermöglichen. Der Mitarbeiter hat dadurch mehr Zeit für eine bessere Bearbeitung von komplexen Sachverhalten, weil sein virtueller Assistent ihm den Rücken freihält. Dieses Zusammenspiel steigert nicht nur die Kundenzufriedenheit, sondern auch die Attraktivität des Arbeitsumfeldes in Servicebereichen.

Wann sind Chatbots sinnvoll?

Chatbots sind immer dann leistungsfähig, wenn sie in der Lage sind, ein Anliegen korrekt zu bearbeiten. Auf den ersten Blick klingt diese Aussage selbstredend, doch damit das System eine Anfrage beantworten kann, muss es diese zunächst beigebracht bekommen. Das geschieht in dem alle möglichen Prozessschritte einer Konversation erfasst werden, das heißt die Logik hinter den wiederkehrenden Anfragen muss durch Algorithmen abgebildet werden. Was für den Menschen selbstverständlich ist, muss die Maschine erst lernen.

Damit der Chatbot den branchenspezifischen Kontext versteht, muss dieser also zunächst die Schulbank drücken und lernen, dass eine Wohnung über eine Zentralheizung im Keller des Gebäudes verfügt, eine Etagenheizung besitzt oder doch über Fernwärme versorgt wird. Ein Chatbot im Bereich Mieterservice muss demnach wissen, dass eine Beschwerde über kaltes Wasser wohlmöglich mehrere Ursachen haben kann. Um Handwerker mit den richtigen Informationen zur Schadensmeldung ausstatten zu können, ermittelt der Chatbot durch gezielte Rückfragen auf welchem Wege das Wasser des Mieters erhitzt wird. Für den Einsatz bei Maklern gilt das gleiche. Das System muss wissen, dass Objekte Wohnungen, Garagen oder Gewerbeflächen sein können und diese gemietet, gepachtet oder gekauft werden können.

Mit anderen Worten ein guter Immobilien Chatbot benötigt Zugriff auf eine Immobiliendatenbank mit tiefem Branchen-Know-How. Ist dies gegeben, können Chatbots mit einer sehr kurzen Einrichtungsdauer und niedrigen Vorabinvestitionen bereitgestellt werden.
Branchenübergreifende Chatbot-Lösungen können nicht auf allen Gebieten Spezialisten sein. Von diesem Standpunkt aus ist es wichtig dem Nutzer gleich zu Beginn aufzuzeigen, welche Themenbereiche vom System bearbeitet werden können. Für Personen, die das persönliche Gespräch suchen oder lieber eine E-Mail an Ihren Sachbearbeiter schreiben, sollte dies auch trotz der Existenz eines Chatbots möglich sein, denn der Mensch ist nicht ersetzbar.

Servicemitarbeiter werden dennoch erleichtert sein, wenn ein Chatbot ihnen insbesondere zu Stoßzeiten unter die Arme greift und Kunden das Verweilen in einer Warteschleife erspart wird. So kann selbst bei einem hohen Anfrageaufkommen eine qualitativ konsistente Servicequalität aufrechterhalten werden. Wer es gewohnt ist seine Anfragen frei heraus zu sprechen, kann dies dank Sprachsteuerung tun. Bei unserem Immobilien-Chatbot haben wir auch Amazons Alexa und Google Echo integriert.

Wie kann die Immobilienwirtschaft profitieren?

Die Automatisierung um uns herum schreitet im Eiltempo voran. Bereits heute können Verbraucher Kredite ohne einen Bankangestellten online abschließen, weil eine künstliche Intelligenz über das Rating entscheidet und den Zinssatz vorgibt. Informationsbeschaffung ist nicht mehr ortsgebunden dank vollvernetzter mobiler Endgeräte. Die Affinität zur Nutzung neuer Technologien wird weiter steigen. Chatbots wurden entwickelt, um für Menschen jederzeit verfügbar zu sein und unabhängig vom Anfragevolumen große Mengen an Daten zu verarbeiten.

Eine Wohnung ist für jeden essenziell. Wer eine Wohnung sucht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eine der etablierten Maklerplattformen aufgesucht haben. Zwei Drittel der rund 40 Mio Wohnungen in Deutschland sind verwaltete Mehrfamilienhäuser, womit Vermietern eine zentrale Bedeutung zukommt. So ist es nicht verwunderlich, dass Wohnungsunternehmen bestrebt, sind mit regionalen und zentralen Servicecentern alle Mieteranliegen bestmöglich zu bearbeiten. Viele sind es gewohnt ständig Zugang zu Informationen über alle digitalen Kanäle hinweg zu haben. Diese Erwartungshaltung wird auch Vermietern entgegengebracht, indem Services jederzeit zur Verfügung gestellt werden.

Es ist kein akuter Fall für die Notfallhotline, aber ich möchte dennoch an einem Freitagabend wissen, ob es mir gestattet ist eine Katze in der Wohnung zu halten. Ich möchte ein Problem mit dem Aufzug melden und benachrichtige den Chatbot über die Schadensmeldung. Dieser wiederum informiert alle weiteren Mieter, die möglicherweise denselben Schaden melden wollen, darüber, dass der technische Service bereits unterwegs ist. Chatbots dienen somit als zentrales Kommunikationsmittel. In der Regel ist die bloße Abfrage einer Nebenkostenabrechnung für einen Chatbot unproblematisch. Für spezifische Fragen hinsichtlich einzelner Abrechnungsposten wird der Chatbot dem zuständigen Servicemitarbeiter ein entsprechendes Ticket erstellen.

Auch wohnungsbegleitende Services können von einem Chatbot vermittelt werden. Produkte von Drittdiensteistern z.B. Energielieferverträge von einem kooperierenden Versorger kann der Chatbot vermittelten. Die Kopplung von weiteren Dienstleistern ist nahezu unbegrenzt und ermöglicht zahlreiche Synergieeffekte.

Wohnungssuchenden wird mit dem virtuellen Makler eine Lösung bereitgestellt, die durch eine interaktive Abfrage von Suchparametern eine persönliche Objektauswahl trifft und weiterhin als Ansprechpartner für zahlreiche Anliegen rund um Kauf oder Vermietung bereitsteht. Ist ein Objekt gefunden, kann automatisiert ein Besichtigungstermin vereinbart werden. Anfragen, die der Makler nicht entgegennehmen kann, weil er im Kundengespräch ist, bleiben fortan nicht mehr unbeantwortet. Dies führt schließlich zu mehr Abschlüssen.

Wie sieht es mit der Bereitstellung und dem Datenschutz aus?

Wer die Vorzüge einer cloudbasierten Chatbot-Lösung für sich wählt und von laufenden Updates und geringen Wartungskosten profitieren will, wählt die Bereitstellung als Software-as-a-Service. Wer ein eigenes Rechenzentrum betreibt, kann seine Chatbot-Lösung hingegen auf seinen Servern hosten. Die Integration ist mit oder ohne Anbindung an interne Systeme wie ERP und CRM möglich. Wenn keine direkte Anbindung gewünscht ist, muss trotzdem nicht auf die Vorzüge von automatisierten Support-Tickets oder der Beantwortung von FAQ verzichten. Servicemitarbeiter erhalten über ein Dashboard stets den Überblick über alle Konversationen und generierten Support-Tickets und können bei Bedarf jederzeit die Konversation übernehmen.

Oberstes Gebot in Zeiten der DSGVO ist eine transparente Datenschutzerklärung aus der hervorgeht, zu welchem Zweck die genierten Daten genutzt werden. Allen Nutzern muss es offen stehen sämtliche personenbezogene Daten zu löschen, wenn eine Speicherung nicht mehr erforderlich ist. Viele Chatbot-Anbieter verwenden Technologien und Infrastrukturen von Tech-Giganten außerhalb der EU. In diesen Fällen ist zu beachten, dass die Einhaltung eines adäquaten Datenschutzkonzepts eine weitaus größerer Herausforderung darstellt.

Über den Autor

Wer weitergehende Informationen zu Chatbots in der Immobilienbranche wünscht, kann gerne Kontakt mit uns aufnehmen. Wir sind das führende Chatbot-Proptech Bots4You GmbH aus Siegen. Das 2017 von Mervan Miran, Felix Mulders und Christian Imhäuser gegründete Unternehmen ist sowohl KI-Spezialist als auch Immobilienprofi.

 

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Managing Director                               Managing Director

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Warum PropTechs mehr als einen Blick auf Techem werfen sollten

By Booster Inside No Comments

BEST PRACTICE STRATEGISCHE PARTNERSCHAFT: PUNKTEN MIT PFIFFIGEN PRODUKTEN, AGILITÄT & UNBÄNDIGEM VERÄNDERUNGSWILLEN

Corona stellt Etabliertes auf den Kopf & macht digitale Lösungen zum Wettbewerbsvorteil. Doch auch unabhängig von der aktuellen Lage verfolgt Techem eine klare Strategie der Zukunftsausrichtung. Mit PropTech als festem Bestandteil für beste Kundenangebote. Und viel Offenheit für Neues, Cleveres & Smartes, um das Entwicklungspotential für die nächsten 10 Jahre voll auszuschöpfen.

 

  1. Aus aktuellem Anlass: Was sind die voraussichtlichen Änderungen in der Immobilienbranche durch die Corona Krise?

Betrachtet man die Corona-Krise unter disruptiven Gesichtspunkten, so stellt sie gerade einen Großteil der etablierten Prozesse auf den Kopf. Auf der einen Seite können Dienstleistungen und Services, die bisher durch Personenkontakt selbstverständlich waren, nicht mehr ohne Weiteres durchgeführt werden. Auf der anderen Seite zeigen sich im täglichen Leben die Vorteile digitaler Anwendungen. Vieles, was uns vor Kurzem noch schwer vorstellbar erschien, ist plötzlich möglich und erfolgreich. So definieren wir bei Techem den Begriff New Work um und arbeiten seit Mitte März fast ausschließlich mobil. Der Großteil unserer Meetings findet digital statt. Auch unser Vertriebsmeeting mit mehr als 400 Teilnehmern sowie ein weltweites Festival für Mitarbeiter und Partner anlässlich von Corona haben wir virtuell abgebildet. Für Mai planen wir virtuelle Kundenveranstaltungen. Bei all dem kommt uns jetzt zugute, dass wir uns in den letzten Jahren verstärkt digital aufgestellt haben. Wir ernten jetzt die Früchte dafür, dass wir seit Jahren Vorreiter im Bereich der Funktechnologie sind sowie digitale Lösungen für unsere Kunden vorantreiben: Rechnungen per E-Mail, Datentausch und Zwischenablesungen sowie Montageaufträge via Kundenportal, Prüfung der Funktionsfähigkeit von digitalen Rauchwarnmeldern aus der Ferne – all das wird sicher weiter zunehmen, genauso wie die Digitalisierung und Vernetzung von und in Gebäuden, um zu vergleichsweise geringen Kosten für eine höhere Energieeffizienz und damit für weniger Treibhausgasemissionen zu sorgen.

 

  1. Welche Anwendungschancen seht Ihr in der Digitalisierung für Euer Unternehmen?

Die Digitalisierung ist die wichtigste Basis für unsere Produkte im Bereich Energieeffizienz und Wohngesundheit, für effizientere Prozesse auf allen Seiten und für das Kundenerlebnis insgesamt. Unser Anspruch ist es, DER digitale Servicepartner der Immobilienwirtschaft sein. Dafür wandeln wir uns immer mehr zu einer „Data Company“. Wir nutzen von uns entwickelte, digitale Lösungen, die auf der Basis von KI arbeiten. Dadurch können wir Heizungsanlagen digital monitoren und damit die Wärmeerzeugung und -verteilung in Gebäuden direkt im Auge behalten. So gewährleisten wir einen sicheren und effizienten Anlagenbetrieb. Von einem Leitstand aus können wir in Echtzeit auf viele Anlagendaten zuzugreifen – mit dem Ziel, den Anlagenzustand darzustellen und zu überwachen. Perspektivisch werden wir auch Anlagen in Echtzeit aktiv steuern und optimieren können und so mit intelligenten Algorithmen und aktiver Steuerung den CO2-Footprint von Gebäuden um etwa 10 Prozent verringern. Die zustandsabhängige Planung von Instandhaltungsarbeiten zur Vermeidung von Betriebsstörungen, auch bekannt als Predictive Maintenance, sehen wir als weitere Ausbaustufe.

Techem Festival

Dr. Carsten Sürig (CFO/CPO) und Nicolai Kuß (CSO) bei der Moderation des Techem Festivals

 

  1. Welche Dienstleistungen werden in der Wohnungswirtschaft und in der Betreibung von Gebäuden in 10 Jahren noch gebraucht? Und was müssen (wohnungswirtschaftliche) Immobilienunternehmen überhaupt leisten, um zukunftsfähig zu sein?

 

Zunehmend wird das intelligente Gebäude als Schlüssel für ein zukünftiges Energiesystem betrachtet, bei dem zum Großteil erneuerbare Energie eingesetzt, verteilt und flexibel nachgefragt wird. So soll mit dem Smart Readiness Indicator (SRI) die Fähigkeit eines Gebäudes bewertet werden können, mit dem Nutzer und dem Netz zu interagieren sowie den Gebäudebetrieb bzw. Verbrauch energieeffizient zu regeln (z.B. bei der E-Mobilität). Gebäudeautomation, Monitor- und Steuerungsfunktionen aber auch smarte Zähler oder E-Ladestationen für Elektrofahrzeuge nehmen dabei eine besondere Rolle ein. Bei der Vernetzung der einzelnen Sektoren (Strom, Verkehr und Wärme) im Rahmen der Sektorkopplung spielen Messung, Steuerung und Monitoring eine bedeutende Rolle, denn sie geben  Gebäudeeigentümern, Mietern und Investoren wichtige Informationen darüber, wie gerecht bestehende oder neu zu errichtende Gebäude zeitgemäßen technologischen Anforderungen werden. Zusätzlich gehen wir davon aus, dass Dienstleistungen rund um die Wohngesundheit wie die Verbesserung der Trinkwasserqualität, moderne Rauchwarnmelder-Services oder Schimmeltracker in Zukunft immer wichtiger für Bewohner werden.

 

  1. Wie nachhaltig sollten sich Gebäude entwickeln? Welche Chancen birgt das Buzzwort „Nachhaltigkeit“ für Wohnimmobilien im Lebenszyklus für Menschen?

 

Gebäude müssen nicht nur nachhaltig, sondern auch smart und effizient sein. Rund 85 Prozent der Energie eines Durchschnittshaushalts in Deutschland entfallen auf Heizwärme und Warmwasser – viel mehr als für Strom mit etwa 15 Prozent. Doch statt rückläufig zu sein, steigt der witterungsbereinigter Endenergieverbrauch in Mehrfamilienhäusern laut unserer Energiekennwerte-Studie das dritte Jahr in Folge. Ein klimaneutraler Wohngebäudebestand bis 2050 lässt sich nur mit einer breit angelegten Digitalisierungsoffensive, dem vermehrten Einsatz regenerativer Energien und einer durchgängigen Effizienzsteigerung entlang der gesamten Wärmewertschöpfungskette verwirklichen. Davon sind wir überzeugt. Auch bedarf es der notwendigen Transparenz über den tatsächlichen Wärmeverbrauch. Denn nur dann können Nutzer und Mieter das eigene Heizverhalten steuern und sind dadurch vor unerwartet hohen Heizkosten gefeit. Die beim PKW vorhandene aktuelle Verbrauchsanzeige ist im Gebäude und erst recht auf die Wohnungseinheit bezogen noch Zukunftsmusik. Fragt einmal einen Gebäudeeigentümer bzw. Wohnungsbesitzer nach seinem Treibhausgasverbrauch. Ich bin mir sicher, Ihr werdet in ratlose Gesichter blicken. Funkfernauslesbaren Zähler und Heizkostenverteiler mit daran anknüpfenden unterjährige Verbrauchsinformationen können hier Abhilfe schaffen.

Techem Festival 2

Matthias Hartmann (CEO) begleitet die Band The Wright Thing am Schlagzeug

 

  1. Welche Entwicklungsmöglichkeiten seht ihr für Euch durch PropTech in den nächsten 10 Jahren?

In den nächsten 10 Jahren von heute aus betrachtet – das gleicht natürlich dem berühmten Blick in die Glaskugel. Ich will es mal so ausdrücken: PropTechs haben sich zu einem ganz wichtigen Faktor für die zukünftige Entwicklung im Immobilienbereich entwickelt und werden noch deutlich höhere Bedeutung erlangen. Sie sind Vorreiter und Treiber von innovativen und disruptiven Ideen, Produkten und Lösungen, die helfen, die Digitalisierung von immobilienwirtschaftlichen Prozessen und Systemen wie auch von Gebäuden und Wohnungen nachhaltig voranzutreiben und zu beschleunigen. Vieles wurde in der Immobilienbranche in den vergangenen Jahren ausprobiert und als digitales Leuchtturmprojekt ausgerufen –flächendeckend hat sich im Vergleich zu anderen Branchen bisher allerdings noch wenig durchgesetzt. Dies hat direkte ökonomische Auswirkungen auf die PropTech-Szene: Während wir im DACH-Raum inzwischen knapp 800 verschiedene StartUps rund um die Immobilienbranche zählen, gibt es bisher kaum mehr als eine Handvoll, die signifikante Umsätze und Wertentwicklungen aufzeigen – immer im Vergleich zu anderen Branchen wie beispielsweise FinTechs, BioTechs oder InsurTechs.

Doch mit der Corona-Krise hat sich das Bild in meiner Wahrnehmung deutlich verändert: Auf einmal werden digitale Lösungen zum strategischen Wettbewerbsvorteil für Immobilienunternehmen – besonders im Wohngebäudebereich. Das kann die virtuelle Wohnungsbesichtigung sein oder ein komplett Ende-zu-Ende digitalisierter Mieterwechsel- und Neuvermietungsprozess aber auch das digitalisierte und vernetzte Gebäude, dessen technische Anlagen (Aufzüge, Heizungen etc.) unter Einsatz moderner und geringinvestiver IoT-Technologie aus der Ferne überwacht werden können. Ich selbst habe in den letzten Monaten sehr viele starke StartUp-Unternehmer und Gründer mit ihren Teams persönlich kennengelernt und bin beeindruckt von der Innovationskraft und dem unbedingten Willen, mit innovativen Produkten und Services Dinge im Immobilienbereich nachhaltig zu verändern. Völlig unvorbelastet von althergebrachtem Denken und Strukturen und klar fokussiert auf Probleme und Fragestellungen, von denen – salopp ausgedrückt – die meisten gar nicht wissen, dass sie sie überhaupt haben.

Das wollen wir als Techem natürlich nutzen. Daher suchen wir – nicht zuletzt durch unsere starke strategische Partnerschaft mit dem blackprint Booster – aktiv den Zugang und die Nähe zu den StartUps. Und die PropTechs umgekehrt genauso zu uns. Denn auch wir wollen und müssen uns verändern. Wir können die vielen schönen digitalen Services, die wir unseren Kunden in den nächsten Jahren auf ihrer Digitalisierungsreise anbieten möchten, nicht mehr nur allein entwickeln. Dazu sind die technologische Geschwindigkeit und die innovativen Veränderungskräfte von außen zu hoch und zu dynamisch geworden. Wir sehen darin eine klare Chance und Win-Win-Situation für beide Seiten: Wir als Techem bringen den Zugang zur Wohnungswirtschaft (Reichweite), die Skalierfähigkeit von Produkten und Services im Massenmarkt mit höchsten Qualitätsansprüchen sowie die hohe Kompetenz, Erfahrung und finanzielle Stärke eines Corporates mit. Die PropTechs punkten mit pfiffigen Produkten, Innovationskraft, Agilität und Flexibilität und meist auch hoher technologischer Expertise. Nicht zu vergessen mit dem unbändige Willen eines Entrepreneurs, der bewegen und verändern möchte. Wir bei Techem denken dabei in Ökosystemen – wir bauen Partnerschaften zu den besten StartUps für die einzelnen Wertschöpfungsstufen und Disziplinen des Immobilienmanagements (z.B. Asset-, Property-, Facility-Management) auf und docken sie an unsere eigene Plattform an. Das kann die gesamte Bandbreite von einfacher Kooperationsvereinbarung bis hin zur strategischen Mehrheitsbeteiligung umfassen. Für uns steht jedenfalls fest: Wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern aus dem PropTech-Umfeld wachsen und unseren Kunden die besten und innovativsten digitalen Produkte zur Optimierung ihres eigenen Geschäftes anbieten – ganz im Sinne unseres Anspruchs als führender Digitalisierungspartner der Immobilienwirtschaft. Und in 10 Jahren sicher mit Produkten, von denen wir heute noch gar nicht wissen, dass es überhaupt eine Nachfrage danach gibt.

 

Autor: Stefan Scherber, Head of Business Development von Techem

 

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