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INTERNET OF THE THINGS IM NEW WORK by PINESTACK

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Der Megatrend „New Work“ und die Digitalisierung der Immobilien

New Work ist ein tatsächlicher Megatrend mit Hintergrund seit den 70er Jahren.Neue Generationen verlangen keine Extras, sondern kenne teilweise nur die aktuellen technischen Möglichkeiten und hinterfragen deswegen starre Systeme.Arbeitsweisen haben sich erheblich verändert und die Immobilienökonomie passt sich diesen Veränderungen schrittweise an.Büroflächen können sich nicht nur im Design einer Veränderung unterziehen, sondern in der aktiven Nutzung mit der Unterstützung von Technologien.

Die zunehmende Agilität des modernen VUCA-Arbeitslebens kann nicht nur durch ein Konzept, ein System oder eine Technologie bewältigt werden, sondern die Komposition erschafft einen positiven Effekt.

Abbildung 1: siehe auch unter: https://icombine.net/de/blog/25-new-work-themen

 

Den Begriff der Freiheit im Zusammenhang des Arbeitslebens, beschreibt der Begründer der NEW-WORK-Philosophie Frithjof Bergmann[1] nicht nur als Entscheidungsfreiheit zwischen Alternativen, sondern als Handlungsfreiheit in dem Wirken. „Da das Job-System an seinem Ende sei, habe die Menschheit die Chance, sich von der Knechtschaft der Lohnarbeit zu befreien. Zentrale Werte der Neuen Arbeit seien Selbstständigkeit, Freiheit und Teilhabe an Gemeinschaft. Diese solle aus drei etwa gleichen Teilen bestehen: Erwerbsarbeit, „smart consumption“ und „High-Tech-Self-Providing“ (Selbstversorgung auf höchstem technischem Niveau) sowie „Arbeit, die man wirklich, wirklich will“.[2]

Es klingt sehr philosophisch, jedoch ist insbesondere die Immobilienökonomie[3] und das Flächenmanagement von diesem weltweiten Megatrend besonders betroffen. Führungsstrukturen in Unternehmen verändern sich stetig und mit dem Fortschreiten der technologischen Entwicklung wird Wissen jedermann zugänglich, ebenso wird das Filtern bzw. Verstehen zur größten Herausforderung im modernen Arbeitsleben.

Abbildung 2: siehe auch unter: https://www.horx.com/die-reden-themen/macht-der-megatrends/

Die Top-Management-Etagen müssen diese Veränderungen nicht nur erkennen, sondern v. a. auch in den eigenen Reihen umsetzen. Silodenken, Erfolgsegoismus, Konkurrenzverhalten, Misstrauen und Glaubwürdigkeitsdefiziten sind die größten Kritikpunkte einer heranwachsenden neuen Mitarbeiter- & Managementgeneration, die gut ausgebildet und mit internationalen Netzwerk ausgestattet ist.

Zahlreiche Studien versuchen diese Generation zu interpretieren und die größte Fehleinschätzung sind Äußerungen wie: „Diese Generation will von Ihren Arbeitgebern…“ oder „Diese Generation erwartet von Ihren Arbeitgebern…“.[4]

 

Abbildung 3: siehe auch unter: https://onlinemarketing.de/lexikon/definition-millennial

 

In vielen Bereichen würde die Erkenntnis ausreichen, dass diese Generationen es nicht anders kennt und deswegen angetrieben ist, eine Normalität im Umgang mit technischen Innovationen, verfügbaren Wissen sowie deren Möglichkeiten auch im Arbeitsleben umzusetzen. Dieser Change-Management-Prozess dient nicht dazu, Arbeitsbedingungen für eine neue Generation zu erschaffen, sondern bestehende Strukturen auf die neue Normalität anzupassen.

„Machen wir uns nichts mehr vor“

Zusammenarbeit unter Konkurrenz führt nicht mehr zu den gewünschten Erfolgen, da der Markt durch die Globalisierung enorm vergrößert ist. Voraussetzungen für eine gute Zusammenarbeit wird das gelebte Verständnis für die Persönlichkeiten in einem kollaborativen Team und die Erkenntnis, was motiviert Menschen und welche Ziele treiben Mitarbeiter an.

Zahlen werden weiterhin eine Bedeutung haben, jedoch benötigt es Menschen, die von den Arbeitsergebnissen inspiriert werden und eine Sinnhaftigkeit sowie Zweck in den Zielen erkennen, damit auch die Zahlenergebnisse erreicht werden.[5] Unumstößliche Rollenbilder und starre Strukturen führen zu schwer manövrierbaren Problemen – wie z. B. eine hohe Fluktuation oder Krankenstand. In der Vergangenheit bis in die Gegenwart, werden häufig an diesen Strukturen so lange festgehalten, bis die Probleme überhandnehmen. Führungszepter dürfen verteilt werden, um die Kompetenzen in unterschiedlichen Sachverhalten der Mitarbeit optimal einzusetzen und Kollaboration ist ein entscheidender Schlüssel für Erfolg.[6]

Gute Beziehungen machen gute Geschäfte“ und persönliche Verhältnisse brauchen Emotionen. Entsprechend dürfen Unternehmen nicht ausschließlich von Sachlichkeit, Logik und Rationalität geführt werden, wenn die New-Work-Bewegung einen Platz haben soll.[7]

Feedback-Kulturen auf Augenhöhe müssen diese Emotionen genauso berücksichtigen, wie das Verständnis über die Persönlichkeiten der einzelnen Mitarbeiter. Das setzt jedoch ein hohes Maß an persönlichem Interesse voraus und ist eine große Herausforderung für die Unternehmensführung.

Insgesamt erfordert dies eine hohe Transparenz und Vertrauen in eine plurale Kommunikation. Das „Teilen ist das neue Haben“ bezieht nicht nur ein Change-Management im Umgang mit Mitarbeitern ein,           sondern auch einen vollständigen Paradigmenwechsel in der Nutzung von Immobilien und Flächen.

Abbildung 4: siehe auch unter: http://www.relaktor.de/paradigmenwechsel/

Immobilien und Standortfaktoren werden eine neue Bedeutung gewinnen, wie auch die Mobilität der Arbeitswelt eine veränderte Struktur der Flächenbewirtschaftung erfordert. Dieser massive Prozess, beschleunigt durch die aktuellen Ereignisse wie Corvid-19, stellt das Corporate Real Estate Management vor neue Herausforderungen, die es nur durch innovatives Denken und Handeln lösen kann.[8]

Zukünftig wird es nicht ausreichend sein, Büroflächen mit ausschließlich design-orientierten Flächenausstattungen zu verändern, sondern es muss gezielt auf Aspekte der neuen Arbeitswelten angepasst werden.

Trendbewegungen des „Homeoffices“ oder „Telearbeit“ gibt es nicht erst seit der Einführung von Smartphones und Tablets. Dennoch erweitern die Möglichkeiten des flächendeckenden Mobile-Internets und des Cloudcomputing das Arbeiten von überall.[9]

Die Büroimmobilie wird zukünftig mehr an Bedeutung gewinnen, jedoch der kundenspezifische Nutzen wird sich verändern. Büros werden ein zentraler Kommunikationsknoten für Mitarbeiter sein und ein noch viel höheres Maß an Identifikationen von Unternehmenskulturen werden. Bürolandschaften und die gelebte Kultur in diesen Flächen wird ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Produktivität der Mitarbeiter. Entsprechend dieser Anforderung sind Kombinationen aus Design & Funktionalitäten die wichtigste Herausforderung für das Corporate Real Estate Management.

Abbildung 5: siehe auch unter: https://www.heuer-dialog.de/news/1000063444/welchen-beitrag-immobilien-zur-nachhaltigen-zukunft-leisten

Arbeitsplatzkonzepte wie Hotdesking oder Desksharing sind etablierte Methoden, welche in zahlreichen Referenzen mit unterschiedlichen Ergebnissen verprobt sind. Die Methodik des „Activity Based Working“ bietet den Beschäftigten die Möglichkeit, den für die jeweilige Tätigkeit optimalen Arbeitsplatz flexibel zu wählen. Es kombiniert die Konzepte des Desksharing (Shared Space) und Hot Desking sowie des Home Offices (Remote Arbeit) und ermöglicht eine „freie Gestaltung“ des Arbeitsplatzes. Die New Yorker Architekten Phillip Stone und Robert Luchetti waren in den 1970er Jahren von der Leitidee „Your Office Is Where You Are“ inspiriert und erfanden das Konzept als Maßstab einer neuen Arbeitsplatzgestaltung. Kommunikation, Kollaboration and Kostenreduktion sind die drei wesentlichen Ansätze des Activity Based Working – Konzeptes. Mit dem Bürokonzept sollen Synergien erzielt und die Interaktion unter den Mitarbeitern gefördert werden.[10]

Trotzdessen zeigen viele Untersuchungen, dass diese Konzepte nicht auf jede Arbeitsgruppe positive Effekte mit sich führt und diese Form der „freien Arbeitsplatzgestaltung“ immer nur ein Teilaspekt der Bürogestaltung werden sollte. Es ist nachgewiesen, dass feste Arbeitsplätze mit persönlicher Ausstattung einen emotionalen Bezug zu der Arbeitsumgebung herstellen und dieser einen maßgeblichen Einfluss auf das „Well-beeing“ der Mitarbeiter sowie deren Produktivität hat.

„Was nun – wie kann New Work in Büroimmobilien umgesetzt werden?“

Die Quadratur des Kreises des moderne Flächenmanagement wird eine Mischform aus den vielseitigen Konzepten werden und es wird keinen generalistischen Ansatz geben, der auf sämtliche Unternehmenskulturen passt.

Die herausragende Chance sind technische Innovationen, die dieser Herausforderung gerecht werden können. Intelligenten Flächensysteme und datenbasierte Entscheidungen für Bürokonzepten sind der Schlüssel für erfolgsversprechende Arbeitsplatzlandschaften und positive Treiber für „Well-Beeing“-Effekte der Mitarbeiter.

Der möglichst höchste Grad an Flexibilität von Immobilien wird durch technische Innovationen erreicht. Dabei spielen nicht ein Typ von Digitalen Tools, sondern die Kombination aus Design, Kultur und zahlreichen Digitalen Bausteinen die entscheidende Rolle, um Büroflächen für das New Work auszurichten.

Die Kombination aus alternativen Arbeitsorten im Vergleich zur Mitarbeiterzahl, mit Ausstattungen von ausreichend Lounges, Think Tanks (Brainstorming-Räume), Projekt- und Multi-Media-Räume und Touch-Down-Arbeitsplätze (Kurzzeitarbeitsplätze) für kreatives Arbeiten sowie festen Einzelarbeitsplätzen und auch Zellenbüros werden der Business-Club der Gegenwart.

Die Büros werden vorzugsweise papierlos geführt und IT-technisch mit einem hoher Digitalisierungsgrad in den jeweiligen Bereichen ausgestattet. Flexible Arbeitszeit- und Entlohnungsmodelle begünstigen die individuellen Gestaltungsspielräume und ermöglichen auch einen lockeren Umgang mit HomeOffice-Regelungen.

„Digitale Tools als Ergänzung zu den designorientierten Konzepten“

Abbildung 6:  siehe auch unter: www.pinestack.io

Funktionen aus Digitalen Tools wie Arbeitsplatz-, Raum-, Stellplatz- oder Asset-Buchungen mit interaktiven Belegungsdaten sowie Koordinationsmöglichkeiten erweitern diese Gestaltung in einer bisher noch nie dagewesenen Dimension und werden durch intuitive Tools in der Handhabung erleichtert.

Die Errungenschaften der moderne Software-Entwicklung und die massenhafte Gewöhnung an den Umgang mit Applikationen und Anwendungen auf Smart-Devices geben vielen Arbeitsorganisationsformen und Büroraumkonzepten ganz neue Möglichkeiten in individueller Form auf die Mitarbeiterbedürfnisse angepasst zu werden.

Herzlich gerne, laden wir Sie ein – mehr über unser Verständnis von modernen und innovativen Büroflächen im Sinne des #NEW WORK unter www.pinestack.io zu erfahren.

 

Der Autor:

Tim Philip Schroeder MRICS, ist einer der Geschäftsführer der Pinestack GmbH in Bamberg.

Tim Philip Schroeder hat Ingenieurswesen und Immobilienökonomie studiert und über 10 Jahre Erfahrung im nationalen und internationalen Real Estate Business. Als Berater im Corporate Real Estate Management (CREM) hat Tim Philip Schroeder verschiedenste immobilienwirtschaftliche Projekte betreut und dabei Referenzen bei der Strategieentwicklung im CREM-Portfolio, der Umsetzung von Transaktionen sowie der Implementierung von Workplace-Konzepten mitgewirkt.

Im Jahre 2017 ist in Zusammenarbeit mit einem renommierten deutschen Projektentwickler, die Idee für eine Ergänzung der technischen Gewerke im Immobilienmarkt entstanden, um den neuartigen digitalen Anforderungen des NEW WORK in Büroimmobilien gerecht zu werden.

Ein fehlender Baustein für diese digitalen Gewerke ist ein auf Immobilienökonomie spezialisierter IoT-Software-Entwickler für Smart-Buildings.

Durch den persönlichen Kontakt zu einem bestehenden Software-Entwicklungsteam in Bamberg, ist dann über ein Seedinvestment und strategischer Partnerschaft das PropTech Pinestack entstanden, mit dem Ziel ein auf smarte Flächenintelligenzen spezialisierter Anbieter von Internet of the Things (IoT) Technologien, mit Fokus NEW WORK zu werden und das digitale Gewerk in der Immobilienökonomie mitzugestalten.

 

[1] Siehe unter: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 6. Mai 2020, 18:07 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Frithjof_Bergmann&oldid=199683516 (Abgerufen: 23. Juni 2020, 09:37 UTC)

[2] Siehe unter: https://blog.derbund.ch/berufung/index.php/35779/es-gibt-sehr-viele-arten-das-leben-zu-verpassen/

[3] Siehe unter: Karl-Werner Schulte: Immobilienökonomie: Band I: Betriebswirtschaftliche Grundlagen. 4. Auflage. Oldenbourg, München 2014

[4] Siehe unter: https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/buero-co/einstellungen-zur-arbeitswelt-die-generation-y-ist-ein-phantom-15904396.html

[5] Siehe unter: https://www.zeit.de/arbeit/2019-03/zufriedenheit-job-arbeitsplatz-sinn-motivation-identifikation

[6] Siehe unter: https://wirtschaftsblog.nuernberg.de/2018/09/10/erfolgsfaktor_new_work_so_geht_erfolgreiche_digitalisierung/

[7] Siehe unter: https://www.humanresourcesmanager.de/news/new-work-im-top-management-in-sechs-schritten.html

[8] Siehe unter: https://www.servicefutures.com/de/w

[9] Siehe unter: https://www.nzz.ch/vitruv_im_digitalen_zeitalter-1.15629496

[10] Siehe unter: https://www.springerprofessional.de/buerobau/bauplanung/activity-based-workplace-fuer-die-bueroorganisation/15944034[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Analyse

Deutschland, einig Digitalland?!

By Expertenbeitrag No Comments

Noch immer sind mit dem Megatrend Digitalisierung hierzulande zu viele falsche Assoziationen verbunden. Und immer noch gibt es zu viele rein kosmetische Maßnahmen. Was wirklich effektiv ist, sind vollständig digitale Prozesse. Unternehmen sollten sich zu Beginn einen einzelnen Geschäftsprozess auswählen – gleichsam als Blaupause für einen rundum digitalen Workflow. Parallel muss ein dauerhaftes Innovationsmanagement etabliert werden.

Kein Unternehmensvertreter würde behaupten, dass Digitalisierung für ihn keine Rolle spielt. Doch dieser Haltung stehen Fakten entgegen, die immer noch aufseufzen lassen. Beispielsweise der Glasfaserausbau als Garant für schnelle Internetverbindungen. Im vergangenen Jahr betrug der deutsche Anteil der Glasfaseranschlüsse nach Angaben der OECD 3,6 Prozent aller Festnetzanschlüsse. Zum Vergleich: In Spanien liegt der Anteil bei 62,5 Prozent, in Südkorea sogar bei 81,7 Prozent. Ein anderes Beispiel ist die Versorgung mit öffentlichem WLAN. Bereits vor sechs Jahren verfügten unsere französischen Nachbarn laut einer Studie des britischen Internetanbieters ipass über 13,1 Millionen öffentliche Hotspots. Heute werden es rund 20 Millionen sein, davon der größte relative Anteil in der Hauptstadt Paris. Und Deutschland? Die Bundeshauptstadt rühmte sich zum Jahresende 2019, dass das Landesprogramm „Free Wifi Berlin“ bis Ende 2021 die Zahl von 7.000 öffentlichen Hotspots erreichen wird. Nun mag der ein oder andere einwenden, dass wir doch seit drei Jahren auf Bundesebene eine eigene Staatsministerin für Digitalisierung haben. Bei der Suche nach ihrer Tätigkeit stößt man jedoch leider nur auf ihren Lebenslauf und einigen Äußerungen zur Taxi-Drohne. Die Google-Suche verweist größtenteils auf das bayerische Digitalministerium. Derweilen treibt die Sorge durchs Land, dass wir angesichts der effizient genutzten Datenmassen in den USA und China unseren Wohlstand in Europa sehenden Auges aufs Spiel setzen.

Diese Punkte sollen alles andere als ein typisch deutsches Lamento sein. Gleichwohl sind sie Spiegelbild für den digitalen Status Quo unserer Wirtschaft, wenngleich es einige, digital bestens aufgestellte Unternehmen – auch in der Immobilienwirtschaft – gibt. Indizien hierfür liefern beispielsweise der Zukauf von Startups oder die Ernennung von Chief Digital Officers (CDO). Laut PwC hatten im Jahr 2019 immerhin 48 Prozent der börsennotierten deutschen Unternehmen einen solchen Posten kreiert. In Frankreich sind es allerdings schon 66 Prozent. Wenn ein CDO jedoch nicht zur Geschäftsführung gehört bzw. nicht die volle Rückendeckung derselben genießt, dann bleibt die Etablierung digitaler Prozesse weiterhin eine Sisyphusarbeit – am Ende rollt der mühsam hochgezogene Stein der Digitalisierung im Sauseschritt wieder nach unten. Innovation (und darunter darf eben nicht nur Technologie verstanden werden), ist vor allem ein Dauerprozeß, der permanent und perpetuierend stattfinden muss. Das Innovationsmanagement muss integraler Bestandteil der Unternehmensorganisation und damit in der Lage sein, das Unternehmen jederzeit, auch kurzfristig, in neue Fahrwasser zu begleiten. Die aktuelle Krise zeigt nur allzu deutlich, dass wieder einmal das Dach erst repariert wird, wenn es regnet.

 

Im Vergleich zu unseren europäischen Nachbarländern ist Deutschland eine Internet-Wüste

Digitale Prozesse statt Digitalisierung

Es ist begrüßenswert, dass zumindest die konkrete Formulierung des digitalen Prozesses nun nach und nach an Popularität gewinnt. Der pauschale Begriff Digitalisierung erhält so allmählich einen stärkeren Praxisbezug. Die gelungene digitale Gestaltung eines vollständigen Geschäftsprozesses ist als Startpunkt und Blaupause geeignet, um darauf aufbauend weitere Prozesse im Unternehmen in den digitalen Fokus zu nehmen. Das Rechnungswesen bietet ein Beispiel hierfür. Rechnungen als standardisierte und massenhaft vorkommende Dokumente werden eingelesen, richtig benannt und automatisch dem passenden Vorgang zugeordnet – dank Machine Learning. Am Ende steht ein fertiger Kontierungsvorschlag. Durch Schnittstellen mit dem jeweiligen ERP-System des Unternehmens als Buchungsplattform bedarf es nur noch der Bestätigung per Knopfdruck für den Zahlungsvorgang. Hier werden also systematisch Daten aus elektronisch vorliegenden Rechnungen ausgelesen und miteinander verknüpft. Es kann nicht häufig genug betont werden: Digitalisierung ist nicht allein die Überführung analoger in digitale Dokumente – durch Scan und Ablage in einer Cloud. Digitale Prozesse beginnen erst dann, wenn die Inhalte dieser Dokumente weiter – über ihren originären Zweck hinaus – nutzbar gemacht werden können für weitere Geschäftsvorgänge. Die daraus resultierenden Mehrwerte setzen Kräfte für zusätzliche Innovationen frei und werden so zur Grundlage für nachhaltige Kundenzufriedenheit und höhere Renditen.

Wie wir alle wissen, ist die Triebfeder für Machine Learning die Menge an Trainingsdaten. Die bekannten US-Konzerne haben durch ausgeklügelte Geschäftsmodelle und kundenfreundliche Produkte solche Daten in großem Umfang generieren und gewinnbringend nutzen können. Deutschland dagegen steckt sowohl bei der Kundenfokussierung als auch beim Datenaustausch oft noch in den Kinderschuhen. Es fehlt hierzulande der Gedanke, dass eine gewisse Datentransparenz zwangsläufig zur höheren Produktqualität führt. Umso erfreulicher ist daher die inzwischen auch in der Immobilienbranche gewachsene Bereitschaft zu Kooperationen – zwischen digitalen Dienstleistern untereinander wie auch zwischen ihnen und den etablierten Immobilienunternehmen. Kooperationen befördern die dringend benötigten Datenstandards, liefern Synergieeffekte zwischen unterschiedlichen Geschäftsmodellen und schaffen dank größerer Datenbasis umso effizientere Produkte. Auf diesem Wege entstehen digitale Plattformen mit hoher Akzeptanz im Markt, die unsere weiterhin starke Abhängigkeit von nicht-europäischen Lösungen reduzieren. Es ist begrüßenswert, dass die EU-Kommission unter der Führung von Ursula von der Leyen dies genauso sieht und bereits mittelfristig die von ihr postulierte „technologische Souveränität“ anstrebt. Die deutsche Immobilienwirtschaft kann durch bereits bestehende Initiativen wie z.B. der gif-Datenraumrichtlinie einen gewichtigen Beitrag dazu leisten. Es ist noch nicht zu spät, unsere Branche zu einem digitalen Spitzenreiter zu machen.

 

Seit Anfang November 2018 ist Heike Gündling Managing Director Real Estate der Eucon Digital GmbH in Münster, dem weltweit erfolgreichen Digitalisierungsexperten für Daten- und Prozessintelligenz. Das Unternehmen hilft Real Estate-Unternehmen, Daten und Dokumente schneller, transparenter und flexibler zu managen. Die gelernte Diplom-Kauffrau gilt branchenweit als Expertin für die Optimierung der Immobilienprozesse.

Heike Gündling bringt mehr als 25 Jahre Erfahrung in leitenden Funktionen der Kredit- und Immobilienwirtschaft mit. Zuletzt war sie COO des Proptechs Architrave. Davor verantwortete sie das operative Geschäft der Bilfinger Real Estate. Sie war unter anderem Gründerin und Geschäftsführerin des Beratungsunternehmens Addreal und Managing Director bei Corpus Sireo Asset Management.

 

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Mehr von den Experten für die digitale Immobilienbranche:

             

Alexander Ubach-Utermöhl               Sarah Maria Schlesinger

Managing Director                               Managing Director

auu@blackprintbooster.vc                 sas@blackprintbooster.vc

Wann, wenn nicht jetzt?

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Nun bessere Voraussetzungen für Digitalisierung von Immobilienunternehmen schaffen

 

Der Jahrelange Höhenflug der Immobilienwirtschaft wird in der aktuellen und anhaltenden Situation voraussichtlich nicht ausgebremst, aber doch belastet. Schon werden in der Branche auch Chancen diskutiert, die mit den nun notwendig werdenden Änderungen einhergehen. In Handel, Bankenwesen und bei Medien ist die Transformation in die Digitalisierung seit über 20 Jahren zu beobachten. Kommt jetzt die Phase, in der auch die Immobilienwirtschaft alte Gewohnheiten abschüttelt und sich innovative Geschäftsmodelle, neue Technologien und effizientere Prozesse deutlicher Bahn brechen? Allein der Blick auf den Einfallsreichtum von über 300 PropTechs in der DACH-Region legt diese Erwartung nahe. Doch regulatorische Rahmenbedingungen erweisen sich immer noch eher als Fluch, denn als Segen. Fehlende IT-Ökosysteme stellen ein großes Hindernis dar. Und mit kulturellen Vorbehalten stehen sich Assetmanager oftmals selbst im Weg.

 

 

Jetzt aufholen bei den digitale Rahmenbedingungen

Wenn die Bundesregierung jetzt mit Milliardenbeiträgen die Wirtschaft unterstützt, will sie zugleich, dass diese grüner und digitaler gestaltet wird. Das fordert indirekt auch ein Großteil der Befragten der jüngsten ZIA-Studie, der die Rahmenbedingungen für digitale Technologien und Anwendungen hierzulande als gerade mal durchschnittlich einstuft. Ein Viertel vertrat sogar die Meinung, dass die Rahmenbedingungen unterdurchschnittlich sind.

Mangelnde Akzeptanz von Cloud-Services auflösen

In anderen Branchen üblich und im persönlichen Konsumverhalten ohnehin längst angekommen: Das Arbeiten, Austauschen, Bestellen oder Speichern eigener Daten über Cloud-Services. Nicht so im Assetmanagement, wo immer noch Skepsis vorherrschend ist. Wer jedoch die Vorteile einer redundanzfreien und zentralen Datenhaltung auch in seinen Kernprozessen wünscht, der muss nun bereit ein, sich darauf einzulassen. Das Arbeiten und der Informationsaustusch aus dem Homeoffice funktioniert gerade immer besser. Digitale Meetings und Online-Events sprießen aus dem Boden, als hätte es die dafür erforderliche Technik nicht schon lange vor Covid-19 gegeben. Ohne Akzeptanz einer Datenhaltung und -Führung auch in der Cloud jedoch, werden die innovativen Chancen zur Prozessoptimierung, Kostenreduzierung und Gewinnsteigerung nur schwerlich zu realisieren sein.

Datenschutz muss nicht länger Stolperstein sein

Lösungen, wie die gerade entwickelte «Corona-App» mit ihrer dezentralen Datenhaltung, oder neue Entwicklungen, wie die Blockchain-Technologie für fälschungssichere Dokumente und Datensätze sind großartige Beispiele für funktionierenden Datenschutz. Doch die regulatorischen Vorgaben zum Datenschutz, wie etwa die DSGVO, sind zwangsläufig kompliziert, wenn sie ihren Zweck erfüllen sollen. Und auch dann noch können sie keine 100prozentige Sicherheit versprechen und lassen zudem Interpretationsspielraum. So entstehen Unsicherheiten und Unverständnis, die keinen guten Nährboden für Veränderung bilden. Weshalb etwa dürfen eingehende Objektdaten von Maklern nicht genutzt werden? Sie wären wertvolle und komplementäre Daten zu den intern vorhandenen Datensätzen, um zum Beispiel notwendige Analysen besser durchführen zu können. Datenschutz darf kein Stolperstein bleiben.

 

 

Nicht auf die perfekten Standards warten

«Die Auswertung vorhandener Daten wird erheblich durch ihre Heterogenität erschwert …» wie auch die jüngste ZIA-Studie als eines der Kernprobleme in der weiteren Digitalisierung erkennt (1). Übergreifende Standards zu schaffen, ist hingegen eine langwierige und komplexe Angelegenheit. Erst recht, wenn sie international verankert werden oder entlang des gesamten Immobilienlebenszyklus Wirkung entfalten sollen. Das zeigt schon die intensive Arbeit von buildingSMART, DIN oder CEN. Sie helfen, ein medienbruchfreies digitales Datenmanagement zwischen den Beteiligten zu ermöglichen und Prozesse zu automatisieren. Doch gerade in der hyperheterogenen Bau- und Immobilienwirtschaft mit ihrer gewerkeübergreifenden Vielfalt darf auf ein übergreifendes finales Ergebnis nicht länger gewartet werden. Vielmehr ist eine Verständigung auf standardisierte Teilbereiche hinreichend, um mit seiner Digitalisierungsstrategie weiter voranzukommen. Ein gelungenes Beispiel dafür ist die Energieverordnung. Dringender Handlungsbedarf besteht hingegen bei Aufbau und Etablierung eines einheitlichen Ökosystems für das digitale Assetmanagement.

Erst einheitliche Ökosysteme entfalten die Innovationskräfte der PropTechs

Großartig sind die die intelligenten Prozesslösungen und Geschäftsmodelle von über 300 smarten PropTechs allein in der Dachregion. Jedes für sich betrachtet, verspricht Effizienzoptimierung und eine Steigerung der Marge. Doch aus der Gesamtsicht eines Asset-Datenmanagements macht es wenig Sinn, sich fünf, sechs oder zehn Insellösungen ins Haus zu holen, die nur über ein teures Schnittstellenmanagement zur weiteren Prozessautomatisierung beitragen. Auch hier stellt die ZIA-Studie klar: «Die Verfügbarmachung aller relevanten Daten inklusive ihrer Harmonisierung ist dabei unabdingbar». Schon ist absehbar, dass das Jahr 2020 der Beginn einer Konsolidierung der PropTech-Landschaft mit all ihren gut gelösten Teilaspekten zu werden droht. Wenn nicht einheitliche Ökosysteme eine unkomplizierte Verknüpfung der vielfältigen Apps für den Anwender ermöglichen, wie das bei Smartphones längst gang und gäbe ist.

Nur 5 % von 18 Mio. gemanagten Immobilien in DACH aktuell digital erfasst

Solange die Stakeholder mit unterschiedlichen, jeweils als Insellösungen konzipierten Softwaresystemen agieren und der Austausch von relevanten Daten zwischen den Systemen in der Regel «händisch» erfolgt, bleibt auch die Bereitstellung verlässlicher Informationen an das Asset Management extrem kostenintensiv. Die REALCUBE GmbH hat sich der Lösung dieses Problems verschrieben. Auf Basis ihrer cloud-basierten Plattform bieten die Münchner Eigentümern und Asset Managern die Möglichkeit, erstens eine für das digitale Asset Management unverzichtbare konsistente Datenhaltung aufzubauen und zweitens diese auf Marktplatzbasis via App Store mit den für die Stakeholder  relevanten Software Anwendungen, sogenannten Apps zu verbinden (Vermietung, Vermarktung, technischer Betrieb und Entwicklung).

Mit dem Aufbau solch eines passgenauen Ökosystems kann die Digitalisierung des Property Management individuell und Schritt für Schritt umgesetzt werden. Im Ergebnis kann so über alle für die Bewirtschaftung relevanten Daten in «Echtzeit» berichtet werden. «Mit der Digitalisierung rückt das Management von Immobilieninvestments zukünftig in die Nähe von Aktien. Status, Performance und Prognose für die Zukunft konkretisieren sich vom Kaffeesatz lesen hin zur datenbasierten Analyse kapitalintensiver Investitionen.» Dr. Uwe Forgber, CEO und Mitgründer REALCUBE.

Regulatorische Hemmnisse beseitigen

Neben der IT-Sicherheit, dem Datenschutz, den Kosten- und Investitionsbedarfen sowie der Standard- bzw. Schnittstellenproblematik sind es vor allem die Breitbandverfügbarkeit und die rechtlichen Rahmenbedingungen, die eine weitere Transformation in die Digitalisierung noch immer hemmen. Allgemein lässt sich sagen, dass mit der Digitalisierung zahlreiche Szenarien auftreten, die von den bisherigen Gesetzen und Richtlinien nicht oder nicht ganz abgedeckt werden. Oft sind neue Interpretationen notwendig. Davon sind Rechtsbereiche betroffen, wie das Wettbewerbsrecht, das Eigentumsrecht oder auch Haftungsregelungen. Konkret wäre im Assetmanagement eine höhere Flexibilität bei Mietverträgen bedeutend, was heute schlicht noch an Schriftform-Erfordernis scheitert. Oder es wäre eine höhere Transparenz von Nebenkostenabrechnungen zu wünschen, um etwa Fehlbeträge einfach glatt ziehen zu können.

Über die konkreten Hemmnisse rechtlicher und regulatorischer Rahmenbedingungen diskutieren Branchenexperten auf Deutschlands größter Online-Event-Plattform mit einem PropTech Spring Special am 5 Mai.: «Regulatorische Hürden: digital & zukunftsfähig durch Corona».

 

Der blackprint Booster wurde 2016 als Accelerator für die Förderung von Startups in der Immobilienwirtschaft von der Beteiligungsgesellschaft blackprintpartners und Marc Stilke initiiert. Seither wurde er kontinuierlich zu einem vielseitigen Digitalisierungs-Hub für die Branche ausgebaut. Kernelement des blackprint Boosters ist nach wie vor der Accelerator. Dessen Ziel ist es, sich mit einem breiten Netzwerk an Industriepartnern, Kapitalgebern wie spezialisierten Venture-Capital-Fonds oder Business Angels und Technologiepartnern über einen eigenen Fonds an PropTechs aus ganz Europa zu beteiligen und sie in Pilotprojekten weiterzuentwickeln. Aber auch über das Accelerator-Programm hinaus bietet der blackprint Booster der etablierten und jungen Immobilienwirtschaft eine gemeinsame Plattform, vernetzt die Akteure miteinander und bringt sie mit Blick auf ihren jeweiligen Bedarf gezielt in gemeinsamen Projekten zusammen. Gleichzeitig treibt der blackprint Booster die Forschung zur PropTech-Szene voran und kooperiert mit verschiedenen technischen Hochschulen im Bereich der Nachwuchsförderung.

 

Die REALDIGITAL Gruppe setzt sich für den Informationsaustausch und die Stärkung der Beteiligten in der Digitalisierung der deutschsprachigen Bau- und Immobilienwirtschaft ein. Mit ihrer Erfahrung, Expertise, Netzwerk, Verteilern und ihren Followern auf YouTube und LinkedIn erreicht sie die Zielgruppen im Immobilienlebenszyklus, auf die es ankommt. Strategischer Mittelpunkt: Erfahrungen aus konkreten Projekten – Einsatz innovativer Produkte – Realisierung moderner Dienstleistungen – marktrelevante Perspektiven – innovative Lösungen – Berichte über und Interviews mit Experten zum Stand der aktuellen Entwicklungen bei der Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft und dem Einsatz von BIM – Qualifizierter Check neuer Start-Ups.

 

Verweise:

Energetische Gebäudekonzepte – Wie softwaregestützte Variantenvergleiche Kundenberatung verbessern und Fachingenieure entlasten können

By Expertenbeitrag No Comments

Teilautomatisiert zum optimalen Versorgungskonzept

 

Energieeffiziente Gebäudekonzepte – Wie softwaregestützte Variantenvergleiche Kundenberatung verbessern und Fachingenieure entlasten können

 

Die Planung eines Bauvorhabens ist komplex – zwischen der Entscheidung zu bauen und der schlüsselfertigen Übergabe liegen zahlreiche Fragen, die es zu beantworten gilt. Gerade in der frühen Planungsphase besteht oftmals ein hohes Maß an Unsicherheit  – auf Kunden- sowie auf Seiten des Generalübernehmers. Die Erfahrung bei GOLDBECK zeigt, dass diese Unsicherheiten besonders stark im Bereich der Versorgungstechnik und der energetischen Gebäudekonzepte ausgeprägt sind. Der Grund: Die Entscheidung über die zu verbauenden Technologien muss in einem sehr frühen Stadium getroffen werden, da sie maßgeblich für viele weitere Planungsschritte ist. Dabei gilt es einen regelrechten Dschungel von Erzeugungstechnologien zu überblicken: Fernwärme, Geothermie, Wärmepumpen, Kaltwassersätze, Photovoltaik und zahlreiche weitere Erzeugungs- und Speichertechnologien kommen für jedes neue Gebäude in Frage.

Mit dem GOLDBECK-Energie-Optimierungs-System haben wir eine hausinterne Softwarelösung geschaffen, die den Analyseprozess des Ingenieurs massiv unterstützt. Gleichzeitig ermöglicht sie, dem Kunden frühzeitig einen Variantenvergleich darzustellen, der die wichtigsten Entscheidungsparameter von Beginn an beleuchtet.

Das Problem

Die qualifizierte Ausarbeitung verschiedener Energie- und Versorgungskonzepte ist eine Mammutaufgabe, die mit großem Arbeitsaufwand und zahlreichen Iterationsschleifen verbunden ist. Um die für den Kunden optimale Lösung eruieren zu können, muss der konzeptionierende Ingenieur aus allen denkbaren Varianten eine Vorauswahl geeigneter Versorgungskonzepte treffen. Aufgrund der Angebotsvielfalt einerseits, und Zeitmangels andererseits, greift der Ingenieur dabei häufig auf den eigenen Erfahrungsschatz zurück und bewegt sich im Rahmen bekannter und erprobter Konzepte. Werden zu einem späteren Zeitpunkt ergänzende Technologien (wie z.B. eine PV-Anlage auf dem Dach) ins Gespräch gebracht, leidet oftmals die Wirtschaftlichkeit der Lösungen darunter, da bestehende Planungen nochmal geändert werden müssen. Dies führt nicht selten dazu, dass wirtschaftlich attraktive Lösungen verworfen werden.

Die Lösung

Dieser Umstand hat uns dazu motiviert, eine Software zu entwickeln, die es uns ermöglicht schon in frühen Planungsstadien fundierte Variantenvergleiche für den Kunden anzustellen. Das GOLDBECK-Energie-Optimierungs-System – kurz GEOS – betrachtet wirtschaftliche Aspekte (Investitionskosten, Betriebs- und Verbrauchskosten), Nachhaltigkeitsaspekte (CO2-Emissionen) sowie Komfortaspekte (z.B. die Entwicklung des Kühlbedarfs im Hochsommer). Aufgrund des frühen Planungsstadiums, in dem wir mit GEOS ansetzen, sind natürlich nicht alle für die Gebäudelasten relevanten Parameter geklärt. Daher setzen wir bei der Erstellung der synthetischen Lastgänge auf eine Kombination von Eingabeparametern und plausiblen Annahmen. Insbesondere bei Letzteren kommt GOLDBECK die systematisierte Bauweise zugute: In vielen Bereichen können Annahmen getätigt werden, die für die meisten oder sogar alle GOLDBECK-Gebäude gültig sind.

Der Ingenieur erhält so eine große Auswahl von Varianten (siehe Abbildung 1). Jede dieser Varianten wurde eigenständig simuliert und berechnet. Dadurch können sie miteinander sowie mit einem Referenz-Szenario verglichen werden. Als Referenz dient standardmäßig das in der Anschaffung kostengünstigste Modell. Nach einer Erstauswahl bleiben auf diese Art zwei bis sechs Möglichkeiten übrig, die der Kunde nochmals nach seinen Kriterien prüfen kann. Der Kunde erhält dabei einen von der Software formal standardisierten, aber inhaltlich von Ingenieur individualisierten Bericht, der ihm als Entscheidungsgrundlage dient (siehe Abbildung 2).

 

Abbildung 1-01

Abbildung 1: Basierend auf seinen Eingabeparametern, stellt die Software dem Ingenieur eine zwei- bis dreistellige Anzahl von Varianten vor. Es ist anschließend die Aufgabe des Ingenieurs, die Varianten zu identifizieren, die die Kundenanforderungen am besten erfüllen. Dort kann er seine Expertise einsetzen, während der arbeitsintensive Schritt der Berechnungen von der Software übernommen wird. (Bildrechte: Goldbeck)

 

Jenseits der klassischen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

GEOS ermöglicht es GOLDBECK, seine Kunden schon in frühen Projektstadien in einem der maßgeblichen Zukunftsthemen umfänglich zu beraten: Der Nachhaltigkeit. Aus Zahlen vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit geht hervor, dass etwa 30 Prozent der Emissionen in Deutschland auf den Gebäudebetrieb entfallen (https://www.bmu.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Klimaschutz/klimaschutz_zahlen_2019_fs_gebaeude_de_bf.pdf). Die Bedeutung des Gebäudebetriebs auf die Gesamtemissionen über den Lebenszyklus eines Gebäudes mag in der Vergangenheit aufgrund von verbesserten Gebäudehüllen abgenommen haben. Doch noch immer werden mindestens so viele Emissionen im Betrieb eines Gebäudes emittiert, wie bei seiner Errichtung angefallen sind. Die hohe Bedeutung des Gebäudebetriebs für die Nachhaltigkeit eines Gebäudes geht z.B. auch aus dem Leitfaden zum nachhaltigen Bauen hervor, den das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat herausgibt (https://www.nachhaltigesbauen.de/fileadmin/pdf/Leitfaden_2019/BBSR_LFNB_D_190125.pdf). Das Ende 2019 verabschiedete Klimaschutzgesetz der Bundesregierung hat dazu geführt, dass die CO2-Emissionen eines Gebäudes im Betrieb erstmals auch eine direkte Kopplung zur Wirtschaftlichkeit des Heizsystems haben, denn letztlich zahlt der Bauherr zukünftig indirekt über den Gaspreis für jede emittierte Tonne CO2 für das Beheizen seines Gebäudes. Dieses Gesetz hat für viel Unsicherheit bei deutschen Unternehmen gesorgt (https://www.handelsblatt.com/politik/international/energiewende-bundesregierung-erhoeht-co2-preis-unternehmen-fuerchten-um-ihre-existenz/25338704.html). Um die Unsicherheit unserer Kunden zu senken, zeigen wir ihnen auch den möglichen Einfluss einer CO2-Abgabe auf ihre laufenden Kosten. Es ist zudem möglich, mit GEOS verschiedene Entwicklungen für den zukünftigen Zertifikatspreis durchzuspielen. Dadurch kann der Bauherr deutlich besser einschätzen, in welchem Korridor sich seine Kosten auch in Zukunft bewegen könnten.

Entstehungsgeschichte und Weiterentwicklung

GEOS wird von GOLDBECK bereits seit Ende 2015 in Kooperation mit dem Fraunhofer Institut für Wirtschafts- und Technomathematik (ITWM) in Kaiserslautern entwickelt. Die umfassende Technik- und Planungskompetenz von GOLDBECK und die dedizierten Kenntnisse zur Dateninterpretation und Ableitung von mathematischen Modellen des ITWM stellen eine ideale Grundlage eines solchen Vertriebs- und Beratungstools dar. Die Zusammenarbeit wird kontinuierlich fortgesetzt. GEOS wurde ursprünglich für die Betrachtung von Bürogebäuden entwickelt. Die Erweiterung der Software um das Produkt Schule steht kurz vor der Fertigstellung. Weitere Gebäudetypen sind bereits in der Evaluation. Aus der Sicht von GOLDBECK ist GEOS ein Paradebeispiel dafür, wie in Zeiten von immer schnelleren Entscheidungsfindungen und Fachkräftemangel, Fachingenieure in ihrer Tätigkeit unterstützt und Kunden besser beraten werden können.

 

Abbildung 2

Der Kunde erhält von GOLDBECK einen kompakten GEOS-Bericht. Aus diesem gehen die von GOLDBECK gewählten Annahmen und auch die Darstellung der interessanten Varianten hervor. (Bildrechte: Goldbeck)

 

Autor: Lukas Romanowski (Innovationsmanager, GOLDBECK GmbH)

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Chatbots für Immobilien?

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Warum die Immobilienbranche durch den Einsatz von Chatbots zum strategischen Gewinner wird

„Chatbots“ – Das sind doch diese Roboter, mit denen ich schreiben kann, oder? Chatbots sind Computerprogramme, die mit Technologien auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz natürliche Sprache verarbeiten und häufig gestellte Fragen beantworten können. Bestückt man diese Programme mit Branchen-Know-How, dient ein Chatbot als virtueller Assistent, der ganze Serviceprozesse in der Kundenkommunikation automatisiert abwickelt. In der Immobilienwirtschaft sprechen wir funktionsbezogen von virtuellen Verwaltern oder virtuellen Maklern, die bei Bedarf Hand in Hand mit ihren menschlichen Kollegen zusammenarbeiten.

Bots4You Plattform

Hype und Hysterie?

Chatbots liegen im Trend und werden mittlerweile von vielen Personen als neues Kommunikationsmittel akzeptiert und genutzt. Tatsächlich eröffnet der technologische Fortschritt von Chatbots eine neue Ära der Automatisierung. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Kundenkommunikation erleichtert bisherige Aufgabenstellungen und schafft neue Geschäftsmodelle. Im Kontext der gesamten Digitalisierung verwundert es daher nicht, dass der Einsatz von Chatbots kein zeitweiliges Phänomen darstellt, sondern einer der zukunftsträchtigsten Digital-Trends.

Der gesamte Evolutionsprozess der Industrialisierung ist davon geprägt, dass Menschen von Maschinen unterstützt oder entlastet werden. Wer denkt, ein Chatbot wird kurzfristig den Platz eines Servicemitarbeiters einnehmen, denkt möglicherweise bei KI an Science-Fiction Beispiele, bei denen die Maschine menschliches Verhalten imitiert, ohne gleichzeitig menschliche Fehler aufzuweisen. Das ist nicht der Fall. Es ist richtig, dass ein Chatbot auch außerhalb der Geschäftszeiten verfügbar ist, nicht krank wird und durch Komponenten des maschinellen Lernens auch ständig dazu lernt. Diese Eigenschaften führen jedoch nicht dazu, dass Chatbots die gesamte Servicekommunikation übernehmen können und sollen. Chatbots sind immer dann wertstiftend, wenn eine große Anzahl an wiederkehrenden Serviceanfragen aufkommt. Für alle individuellen und komplexeren Anfragen bleibt der Mensch primärer Ansprechpartner. Stößt der Chatbot an seine Grenzen, kann er in Form eines Live-Chats an den Mitarbeiter das Gespräch übergeben und vorab relevante Informationen bereitstellen, um eine effiziente Fallbearbeitung zu ermöglichen. Der Mitarbeiter hat dadurch mehr Zeit für eine bessere Bearbeitung von komplexen Sachverhalten, weil sein virtueller Assistent ihm den Rücken freihält. Dieses Zusammenspiel steigert nicht nur die Kundenzufriedenheit, sondern auch die Attraktivität des Arbeitsumfeldes in Servicebereichen.

Wann sind Chatbots sinnvoll?

Chatbots sind immer dann leistungsfähig, wenn sie in der Lage sind, ein Anliegen korrekt zu bearbeiten. Auf den ersten Blick klingt diese Aussage selbstredend, doch damit das System eine Anfrage beantworten kann, muss es diese zunächst beigebracht bekommen. Das geschieht in dem alle möglichen Prozessschritte einer Konversation erfasst werden, das heißt die Logik hinter den wiederkehrenden Anfragen muss durch Algorithmen abgebildet werden. Was für den Menschen selbstverständlich ist, muss die Maschine erst lernen.

Damit der Chatbot den branchenspezifischen Kontext versteht, muss dieser also zunächst die Schulbank drücken und lernen, dass eine Wohnung über eine Zentralheizung im Keller des Gebäudes verfügt, eine Etagenheizung besitzt oder doch über Fernwärme versorgt wird. Ein Chatbot im Bereich Mieterservice muss demnach wissen, dass eine Beschwerde über kaltes Wasser wohlmöglich mehrere Ursachen haben kann. Um Handwerker mit den richtigen Informationen zur Schadensmeldung ausstatten zu können, ermittelt der Chatbot durch gezielte Rückfragen auf welchem Wege das Wasser des Mieters erhitzt wird. Für den Einsatz bei Maklern gilt das gleiche. Das System muss wissen, dass Objekte Wohnungen, Garagen oder Gewerbeflächen sein können und diese gemietet, gepachtet oder gekauft werden können.

Mit anderen Worten ein guter Immobilien Chatbot benötigt Zugriff auf eine Immobiliendatenbank mit tiefem Branchen-Know-How. Ist dies gegeben, können Chatbots mit einer sehr kurzen Einrichtungsdauer und niedrigen Vorabinvestitionen bereitgestellt werden.
Branchenübergreifende Chatbot-Lösungen können nicht auf allen Gebieten Spezialisten sein. Von diesem Standpunkt aus ist es wichtig dem Nutzer gleich zu Beginn aufzuzeigen, welche Themenbereiche vom System bearbeitet werden können. Für Personen, die das persönliche Gespräch suchen oder lieber eine E-Mail an Ihren Sachbearbeiter schreiben, sollte dies auch trotz der Existenz eines Chatbots möglich sein, denn der Mensch ist nicht ersetzbar.

Servicemitarbeiter werden dennoch erleichtert sein, wenn ein Chatbot ihnen insbesondere zu Stoßzeiten unter die Arme greift und Kunden das Verweilen in einer Warteschleife erspart wird. So kann selbst bei einem hohen Anfrageaufkommen eine qualitativ konsistente Servicequalität aufrechterhalten werden. Wer es gewohnt ist seine Anfragen frei heraus zu sprechen, kann dies dank Sprachsteuerung tun. Bei unserem Immobilien-Chatbot haben wir auch Amazons Alexa und Google Echo integriert.

Wie kann die Immobilienwirtschaft profitieren?

Die Automatisierung um uns herum schreitet im Eiltempo voran. Bereits heute können Verbraucher Kredite ohne einen Bankangestellten online abschließen, weil eine künstliche Intelligenz über das Rating entscheidet und den Zinssatz vorgibt. Informationsbeschaffung ist nicht mehr ortsgebunden dank vollvernetzter mobiler Endgeräte. Die Affinität zur Nutzung neuer Technologien wird weiter steigen. Chatbots wurden entwickelt, um für Menschen jederzeit verfügbar zu sein und unabhängig vom Anfragevolumen große Mengen an Daten zu verarbeiten.

Eine Wohnung ist für jeden essenziell. Wer eine Wohnung sucht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit eine der etablierten Maklerplattformen aufgesucht haben. Zwei Drittel der rund 40 Mio Wohnungen in Deutschland sind verwaltete Mehrfamilienhäuser, womit Vermietern eine zentrale Bedeutung zukommt. So ist es nicht verwunderlich, dass Wohnungsunternehmen bestrebt, sind mit regionalen und zentralen Servicecentern alle Mieteranliegen bestmöglich zu bearbeiten. Viele sind es gewohnt ständig Zugang zu Informationen über alle digitalen Kanäle hinweg zu haben. Diese Erwartungshaltung wird auch Vermietern entgegengebracht, indem Services jederzeit zur Verfügung gestellt werden.

Es ist kein akuter Fall für die Notfallhotline, aber ich möchte dennoch an einem Freitagabend wissen, ob es mir gestattet ist eine Katze in der Wohnung zu halten. Ich möchte ein Problem mit dem Aufzug melden und benachrichtige den Chatbot über die Schadensmeldung. Dieser wiederum informiert alle weiteren Mieter, die möglicherweise denselben Schaden melden wollen, darüber, dass der technische Service bereits unterwegs ist. Chatbots dienen somit als zentrales Kommunikationsmittel. In der Regel ist die bloße Abfrage einer Nebenkostenabrechnung für einen Chatbot unproblematisch. Für spezifische Fragen hinsichtlich einzelner Abrechnungsposten wird der Chatbot dem zuständigen Servicemitarbeiter ein entsprechendes Ticket erstellen.

Auch wohnungsbegleitende Services können von einem Chatbot vermittelt werden. Produkte von Drittdiensteistern z.B. Energielieferverträge von einem kooperierenden Versorger kann der Chatbot vermittelten. Die Kopplung von weiteren Dienstleistern ist nahezu unbegrenzt und ermöglicht zahlreiche Synergieeffekte.

Wohnungssuchenden wird mit dem virtuellen Makler eine Lösung bereitgestellt, die durch eine interaktive Abfrage von Suchparametern eine persönliche Objektauswahl trifft und weiterhin als Ansprechpartner für zahlreiche Anliegen rund um Kauf oder Vermietung bereitsteht. Ist ein Objekt gefunden, kann automatisiert ein Besichtigungstermin vereinbart werden. Anfragen, die der Makler nicht entgegennehmen kann, weil er im Kundengespräch ist, bleiben fortan nicht mehr unbeantwortet. Dies führt schließlich zu mehr Abschlüssen.

Wie sieht es mit der Bereitstellung und dem Datenschutz aus?

Wer die Vorzüge einer cloudbasierten Chatbot-Lösung für sich wählt und von laufenden Updates und geringen Wartungskosten profitieren will, wählt die Bereitstellung als Software-as-a-Service. Wer ein eigenes Rechenzentrum betreibt, kann seine Chatbot-Lösung hingegen auf seinen Servern hosten. Die Integration ist mit oder ohne Anbindung an interne Systeme wie ERP und CRM möglich. Wenn keine direkte Anbindung gewünscht ist, muss trotzdem nicht auf die Vorzüge von automatisierten Support-Tickets oder der Beantwortung von FAQ verzichten. Servicemitarbeiter erhalten über ein Dashboard stets den Überblick über alle Konversationen und generierten Support-Tickets und können bei Bedarf jederzeit die Konversation übernehmen.

Oberstes Gebot in Zeiten der DSGVO ist eine transparente Datenschutzerklärung aus der hervorgeht, zu welchem Zweck die genierten Daten genutzt werden. Allen Nutzern muss es offen stehen sämtliche personenbezogene Daten zu löschen, wenn eine Speicherung nicht mehr erforderlich ist. Viele Chatbot-Anbieter verwenden Technologien und Infrastrukturen von Tech-Giganten außerhalb der EU. In diesen Fällen ist zu beachten, dass die Einhaltung eines adäquaten Datenschutzkonzepts eine weitaus größerer Herausforderung darstellt.

Über den Autor

Wer weitergehende Informationen zu Chatbots in der Immobilienbranche wünscht, kann gerne Kontakt mit uns aufnehmen. Wir sind das führende Chatbot-Proptech Bots4You GmbH aus Siegen. Das 2017 von Mervan Miran, Felix Mulders und Christian Imhäuser gegründete Unternehmen ist sowohl KI-Spezialist als auch Immobilienprofi.

 

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Warum PropTechs mehr als einen Blick auf Techem werfen sollten

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BEST PRACTICE STRATEGISCHE PARTNERSCHAFT: PUNKTEN MIT PFIFFIGEN PRODUKTEN, AGILITÄT & UNBÄNDIGEM VERÄNDERUNGSWILLEN

Corona stellt Etabliertes auf den Kopf & macht digitale Lösungen zum Wettbewerbsvorteil. Doch auch unabhängig von der aktuellen Lage verfolgt Techem eine klare Strategie der Zukunftsausrichtung. Mit PropTech als festem Bestandteil für beste Kundenangebote. Und viel Offenheit für Neues, Cleveres & Smartes, um das Entwicklungspotential für die nächsten 10 Jahre voll auszuschöpfen.

 

  1. Aus aktuellem Anlass: Was sind die voraussichtlichen Änderungen in der Immobilienbranche durch die Corona Krise?

Betrachtet man die Corona-Krise unter disruptiven Gesichtspunkten, so stellt sie gerade einen Großteil der etablierten Prozesse auf den Kopf. Auf der einen Seite können Dienstleistungen und Services, die bisher durch Personenkontakt selbstverständlich waren, nicht mehr ohne Weiteres durchgeführt werden. Auf der anderen Seite zeigen sich im täglichen Leben die Vorteile digitaler Anwendungen. Vieles, was uns vor Kurzem noch schwer vorstellbar erschien, ist plötzlich möglich und erfolgreich. So definieren wir bei Techem den Begriff New Work um und arbeiten seit Mitte März fast ausschließlich mobil. Der Großteil unserer Meetings findet digital statt. Auch unser Vertriebsmeeting mit mehr als 400 Teilnehmern sowie ein weltweites Festival für Mitarbeiter und Partner anlässlich von Corona haben wir virtuell abgebildet. Für Mai planen wir virtuelle Kundenveranstaltungen. Bei all dem kommt uns jetzt zugute, dass wir uns in den letzten Jahren verstärkt digital aufgestellt haben. Wir ernten jetzt die Früchte dafür, dass wir seit Jahren Vorreiter im Bereich der Funktechnologie sind sowie digitale Lösungen für unsere Kunden vorantreiben: Rechnungen per E-Mail, Datentausch und Zwischenablesungen sowie Montageaufträge via Kundenportal, Prüfung der Funktionsfähigkeit von digitalen Rauchwarnmeldern aus der Ferne – all das wird sicher weiter zunehmen, genauso wie die Digitalisierung und Vernetzung von und in Gebäuden, um zu vergleichsweise geringen Kosten für eine höhere Energieeffizienz und damit für weniger Treibhausgasemissionen zu sorgen.

 

  1. Welche Anwendungschancen seht Ihr in der Digitalisierung für Euer Unternehmen?

Die Digitalisierung ist die wichtigste Basis für unsere Produkte im Bereich Energieeffizienz und Wohngesundheit, für effizientere Prozesse auf allen Seiten und für das Kundenerlebnis insgesamt. Unser Anspruch ist es, DER digitale Servicepartner der Immobilienwirtschaft sein. Dafür wandeln wir uns immer mehr zu einer „Data Company“. Wir nutzen von uns entwickelte, digitale Lösungen, die auf der Basis von KI arbeiten. Dadurch können wir Heizungsanlagen digital monitoren und damit die Wärmeerzeugung und -verteilung in Gebäuden direkt im Auge behalten. So gewährleisten wir einen sicheren und effizienten Anlagenbetrieb. Von einem Leitstand aus können wir in Echtzeit auf viele Anlagendaten zuzugreifen – mit dem Ziel, den Anlagenzustand darzustellen und zu überwachen. Perspektivisch werden wir auch Anlagen in Echtzeit aktiv steuern und optimieren können und so mit intelligenten Algorithmen und aktiver Steuerung den CO2-Footprint von Gebäuden um etwa 10 Prozent verringern. Die zustandsabhängige Planung von Instandhaltungsarbeiten zur Vermeidung von Betriebsstörungen, auch bekannt als Predictive Maintenance, sehen wir als weitere Ausbaustufe.

Techem Festival

Dr. Carsten Sürig (CFO/CPO) und Nicolai Kuß (CSO) bei der Moderation des Techem Festivals

 

  1. Welche Dienstleistungen werden in der Wohnungswirtschaft und in der Betreibung von Gebäuden in 10 Jahren noch gebraucht? Und was müssen (wohnungswirtschaftliche) Immobilienunternehmen überhaupt leisten, um zukunftsfähig zu sein?

 

Zunehmend wird das intelligente Gebäude als Schlüssel für ein zukünftiges Energiesystem betrachtet, bei dem zum Großteil erneuerbare Energie eingesetzt, verteilt und flexibel nachgefragt wird. So soll mit dem Smart Readiness Indicator (SRI) die Fähigkeit eines Gebäudes bewertet werden können, mit dem Nutzer und dem Netz zu interagieren sowie den Gebäudebetrieb bzw. Verbrauch energieeffizient zu regeln (z.B. bei der E-Mobilität). Gebäudeautomation, Monitor- und Steuerungsfunktionen aber auch smarte Zähler oder E-Ladestationen für Elektrofahrzeuge nehmen dabei eine besondere Rolle ein. Bei der Vernetzung der einzelnen Sektoren (Strom, Verkehr und Wärme) im Rahmen der Sektorkopplung spielen Messung, Steuerung und Monitoring eine bedeutende Rolle, denn sie geben  Gebäudeeigentümern, Mietern und Investoren wichtige Informationen darüber, wie gerecht bestehende oder neu zu errichtende Gebäude zeitgemäßen technologischen Anforderungen werden. Zusätzlich gehen wir davon aus, dass Dienstleistungen rund um die Wohngesundheit wie die Verbesserung der Trinkwasserqualität, moderne Rauchwarnmelder-Services oder Schimmeltracker in Zukunft immer wichtiger für Bewohner werden.

 

  1. Wie nachhaltig sollten sich Gebäude entwickeln? Welche Chancen birgt das Buzzwort „Nachhaltigkeit“ für Wohnimmobilien im Lebenszyklus für Menschen?

 

Gebäude müssen nicht nur nachhaltig, sondern auch smart und effizient sein. Rund 85 Prozent der Energie eines Durchschnittshaushalts in Deutschland entfallen auf Heizwärme und Warmwasser – viel mehr als für Strom mit etwa 15 Prozent. Doch statt rückläufig zu sein, steigt der witterungsbereinigter Endenergieverbrauch in Mehrfamilienhäusern laut unserer Energiekennwerte-Studie das dritte Jahr in Folge. Ein klimaneutraler Wohngebäudebestand bis 2050 lässt sich nur mit einer breit angelegten Digitalisierungsoffensive, dem vermehrten Einsatz regenerativer Energien und einer durchgängigen Effizienzsteigerung entlang der gesamten Wärmewertschöpfungskette verwirklichen. Davon sind wir überzeugt. Auch bedarf es der notwendigen Transparenz über den tatsächlichen Wärmeverbrauch. Denn nur dann können Nutzer und Mieter das eigene Heizverhalten steuern und sind dadurch vor unerwartet hohen Heizkosten gefeit. Die beim PKW vorhandene aktuelle Verbrauchsanzeige ist im Gebäude und erst recht auf die Wohnungseinheit bezogen noch Zukunftsmusik. Fragt einmal einen Gebäudeeigentümer bzw. Wohnungsbesitzer nach seinem Treibhausgasverbrauch. Ich bin mir sicher, Ihr werdet in ratlose Gesichter blicken. Funkfernauslesbaren Zähler und Heizkostenverteiler mit daran anknüpfenden unterjährige Verbrauchsinformationen können hier Abhilfe schaffen.

Techem Festival 2

Matthias Hartmann (CEO) begleitet die Band The Wright Thing am Schlagzeug

 

  1. Welche Entwicklungsmöglichkeiten seht ihr für Euch durch PropTech in den nächsten 10 Jahren?

In den nächsten 10 Jahren von heute aus betrachtet – das gleicht natürlich dem berühmten Blick in die Glaskugel. Ich will es mal so ausdrücken: PropTechs haben sich zu einem ganz wichtigen Faktor für die zukünftige Entwicklung im Immobilienbereich entwickelt und werden noch deutlich höhere Bedeutung erlangen. Sie sind Vorreiter und Treiber von innovativen und disruptiven Ideen, Produkten und Lösungen, die helfen, die Digitalisierung von immobilienwirtschaftlichen Prozessen und Systemen wie auch von Gebäuden und Wohnungen nachhaltig voranzutreiben und zu beschleunigen. Vieles wurde in der Immobilienbranche in den vergangenen Jahren ausprobiert und als digitales Leuchtturmprojekt ausgerufen –flächendeckend hat sich im Vergleich zu anderen Branchen bisher allerdings noch wenig durchgesetzt. Dies hat direkte ökonomische Auswirkungen auf die PropTech-Szene: Während wir im DACH-Raum inzwischen knapp 800 verschiedene StartUps rund um die Immobilienbranche zählen, gibt es bisher kaum mehr als eine Handvoll, die signifikante Umsätze und Wertentwicklungen aufzeigen – immer im Vergleich zu anderen Branchen wie beispielsweise FinTechs, BioTechs oder InsurTechs.

Doch mit der Corona-Krise hat sich das Bild in meiner Wahrnehmung deutlich verändert: Auf einmal werden digitale Lösungen zum strategischen Wettbewerbsvorteil für Immobilienunternehmen – besonders im Wohngebäudebereich. Das kann die virtuelle Wohnungsbesichtigung sein oder ein komplett Ende-zu-Ende digitalisierter Mieterwechsel- und Neuvermietungsprozess aber auch das digitalisierte und vernetzte Gebäude, dessen technische Anlagen (Aufzüge, Heizungen etc.) unter Einsatz moderner und geringinvestiver IoT-Technologie aus der Ferne überwacht werden können. Ich selbst habe in den letzten Monaten sehr viele starke StartUp-Unternehmer und Gründer mit ihren Teams persönlich kennengelernt und bin beeindruckt von der Innovationskraft und dem unbedingten Willen, mit innovativen Produkten und Services Dinge im Immobilienbereich nachhaltig zu verändern. Völlig unvorbelastet von althergebrachtem Denken und Strukturen und klar fokussiert auf Probleme und Fragestellungen, von denen – salopp ausgedrückt – die meisten gar nicht wissen, dass sie sie überhaupt haben.

Das wollen wir als Techem natürlich nutzen. Daher suchen wir – nicht zuletzt durch unsere starke strategische Partnerschaft mit dem blackprint Booster – aktiv den Zugang und die Nähe zu den StartUps. Und die PropTechs umgekehrt genauso zu uns. Denn auch wir wollen und müssen uns verändern. Wir können die vielen schönen digitalen Services, die wir unseren Kunden in den nächsten Jahren auf ihrer Digitalisierungsreise anbieten möchten, nicht mehr nur allein entwickeln. Dazu sind die technologische Geschwindigkeit und die innovativen Veränderungskräfte von außen zu hoch und zu dynamisch geworden. Wir sehen darin eine klare Chance und Win-Win-Situation für beide Seiten: Wir als Techem bringen den Zugang zur Wohnungswirtschaft (Reichweite), die Skalierfähigkeit von Produkten und Services im Massenmarkt mit höchsten Qualitätsansprüchen sowie die hohe Kompetenz, Erfahrung und finanzielle Stärke eines Corporates mit. Die PropTechs punkten mit pfiffigen Produkten, Innovationskraft, Agilität und Flexibilität und meist auch hoher technologischer Expertise. Nicht zu vergessen mit dem unbändige Willen eines Entrepreneurs, der bewegen und verändern möchte. Wir bei Techem denken dabei in Ökosystemen – wir bauen Partnerschaften zu den besten StartUps für die einzelnen Wertschöpfungsstufen und Disziplinen des Immobilienmanagements (z.B. Asset-, Property-, Facility-Management) auf und docken sie an unsere eigene Plattform an. Das kann die gesamte Bandbreite von einfacher Kooperationsvereinbarung bis hin zur strategischen Mehrheitsbeteiligung umfassen. Für uns steht jedenfalls fest: Wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern aus dem PropTech-Umfeld wachsen und unseren Kunden die besten und innovativsten digitalen Produkte zur Optimierung ihres eigenen Geschäftes anbieten – ganz im Sinne unseres Anspruchs als führender Digitalisierungspartner der Immobilienwirtschaft. Und in 10 Jahren sicher mit Produkten, von denen wir heute noch gar nicht wissen, dass es überhaupt eine Nachfrage danach gibt.

 

Autor: Stefan Scherber, Head of Business Development von Techem

 

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BIM-Level – alle Stufen leicht verständlich erklärt

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BIM gewinnt stetig an Popularität hinzu und dennoch ist dieses BIM für viele nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln. Die BIM-Level sind hierbei der erste, entscheidende Schritt, um sich in der BIM-Welt zurechtzufinden.

BIM Level 0
Diese Stufe ist laut der Definition und Verständnis von BIM kein tatsächliches BIM. Es gibt kein 3D-Element, sondern nur 2D-CAD-Zeichnungen, die hauptsächlich für Produktionsinformationen verwendet werden. Es existieren auf dieser Ebene keine Komponenten, keine Attribute oder Standards. Informationen und Ausgaben werden in der einfachsten Form wie Papier oder elektronischem Druck geliefert. Diese Stufe zählt seit den 90iger Jahren als die erste Stufe der Digitalisierung der Planung, indem CAD Software anstatt Papier und Bleistift verwendet wird. Daher ist es ratsam eine Planung in 2D und das gesamte BIM Level 0, nicht als richtiges, sondern als Pseudo-BIM zu verstehen. Es ist die Vorstufe, der Einstieg in die Digitale Welt für Architekten und Ingenieure.

BIM Level 1
Diese Stufe ist die Mindestvoraussetzung, damit eine BIM-konforme Planung erzeugt werden kann. In dieser Stufe besteht die Planung aus 3D Modellen, die vom Modellierer in einem entsprechenden 3D-baiserten Programm wie Revit, ArchiCAD oder Allplan erzeugt werden. Diese werden mit allen notwendigen Attributen gefüllt und als digitale Modelle gespeichert. Daraus gibt es die Möglichkeit, 2D Pläne und Daten automatisiert zu extrahieren, welche für die Konzeption und Erstellung von Dokumentationen und Produktionsinformationen verwendet werden. Der elektronische Datenaustausch erfolgt in einer gemeinsamen Datenumgebung (CDE) – ein Dokumenten-Management-System, das häufig vom Auftragnehmer verwaltet wird. Die meisten Organisationen in Deutschland sind derzeit auf diesem Level tätig.

BIM Level 2
Diese Stufe geht über das Arbeiten mit Dokumenten und 2D Plänen hinaus. Sie umfasst die vollständige digitale und strukturierte Zusammenarbeit bei der alle Beteiligten am Projekt – also alle Fachplaner bestehend aus Architektur, TGA, Statik etc. – ihre eigenen 3D-CAD-Modelle verwenden, jedoch nicht unbedingt an einem einzelnen, gemeinsam genutzten Modell arbeiten. Die Zusammenarbeit erfolgt in Form des modellbasierten Informationsaustausches zwischen verschiedenen Parteien. Dies ist der entscheidende Aspekt dieser Stufe.

Auf dieser Ebene gibt es zwei neue Dimensionen:
· 4D – Zeitmanagement (hier werden die Baukomponenten mit dem Projektzeitplan verknüpft)
· 5D – verbunden mit der Berechnung des Budgets – es existiert die Möglichkeit automatisiert die Mengen- und Massenexports laut DIN276 mit dem Leistungsverzeichnis aus dem AVA-System zu verknüpfen und somit Kosten automatisch zu berechnen

Konstruktionsinformationen werden über ein gemeinsames Dateiformat ausgetauscht, welches jeder Organisation ermöglicht, diese Daten mit ihren eigenen zu kombinieren, um ein BIM-Koordinationsmodell zu erstellen und es abzufragen. Daher muss jede CAD-Software in das BIM-basierte Dateiformat IFC (Industry Foundation Class) exportieren und dieses auch importieren können. In dem BIM-Koordinationsmodell können nun automatisch Kollisionen und Plausibilitätsüberprüfungen durchgeführt werden (z. B. mithilfe des Solibri Model Checkers) und die gefundenen Probleme in einem BCF-Format (BIM Collaboration Format) gespeichert werden, welches die gefundenen Kollisionen mit den Komponenten aus IFC verknüpft und den Informationsaustausch zentralisiert.
Dies ist die Arbeitsmethode, die von der britischen Regierung als Mindestziel für alle Arbeiten im öffentlichen Sektor bis 2016 festgelegt wurde. In Deutschland ist diese BIM-Stufe noch nicht so verbreitet.

 

BIM Level 3
Diese Stufe wird derzeit als der heilige Gral angesehen, da diese noch nicht vollständig definiert ist. Die Idee dahinter besteht darin, dass das Modell eine vollständige Integration aller Disziplinen darstellt, indem ein einziges gemeinsames Projektmodell verwendet wird, das sich in einem zentralen Repository befindet (bspw. in einer cloud-basierten Umgebung (iBIM)). Dazu zählen alle Teilmodelle aus den einzelnen Fachabteilungen.
Alle Parteien können auf dasselbe Modell zugreifen und über die CAD-Software hinweg bearbeiten. Der Vorteil besteht darin, dass die letzte Risikoschicht für widersprüchliche Informationen entfernt wird. Dies wird als „open BIM“ bezeichnet: jeder teilt die Informationen in einem zentralen Modell über die offene IFC-Schnittstelle und es gibt für alle Projektbeteiligte einen eindeutigen SPOT (Single-Point of Truth). Die derzeitige Nervosität in der Branche in Bezug auf Themen wie Urheberrecht und Haftung soll noch in den nächsten Jahren gelöst werden und die HOAI dementsprechend geändert werden.

Open BIM
Der Begriff „Open BIM“ bezieht sich auf das gesamte Lebenszyklusmanagement, das auch als die 6. Dimension namens „6D Asset Life Cycle Management“ bezeichnet wird und sich auf das Management des Lebenszyklus eines Gebäudes konzentriert. So sollen die Planung, der Bau oder der Betrieb der Anlagen während ihres gesamten Lebenszyklus zentral mit dem 6D Modell verknüpft und zentralisiert werden. Mit Open BIM wird beabsichtigt, dass keine Gefahr von Ungenauigkeiten in den Daten oder Doppelarbeit entsteht und alle Informationen zentral abgerufen werden können – es entsteht ein digitaler Zwilling des Gebäudes zu jedem Zeitpunkt des Lebenszyklus.

Stand heute

Die meisten Unternehmen in Deutschland sind auf Stufe 1 oder sogar Stufe 0 tätig, da Deutschland nicht so schnell wie andere Länder wie Großbritannien eine verbindliche BIM-Verordnung erlassen hat. Obwohl auf dem deutschen Markt die richtige Technologie verfügbar ist, ist die Akzeptanz davon abhängig, wie gut sie verstanden wird. Es wird jedoch erwartet, dass die Einführung von BIM aufgrund deutscher Innovationen schnell und effizient vonstattengeht. Darüber hinaus sind viele große deutsche Auftragnehmer-Unternehmen grenzüberschreitend auf ausländischen Märkten tätig, um BIM-Know-how zu erwerben und nach Hause zu bringen.

Implementierung von BIM

Die Strategie der Implementierung von BIM sieht vor, dass man sich schrittweise die Stufen vorwärtsbewegt. Dabei bedingt die Stufe 1 die Nutzung und den Prozess auf Stufe 2. Auch die Einhaltung von Stufe 2 erleichtert den Übergang zu Stufe 3 erheblich. Open BIM ist ein Anspruch, der erreichbar ist und sich nach und nach in den nächsten Jahren zum Standard etablieren wird. Durch die Zusammenarbeit stehen die Vorteile von Nachhaltigkeit, finanziellen Einsparungen, intelligenten Städten und Effizienz allen zur Verfügung.

 

blackprint Booster sind Experten für die Digitalisierung im Immobilienbereich. Für alle Asset Klassen. Für den gesamten Immobilienlebenszyklus. Die Autoren haben beide langjährigen Bezug bzw. Erfahrungen mit dem Shoppingcenter-Bereich.

Bist Du ein Winner oder ein Darwin? Überlebst Du bloß oder gehörst Du zu den Digital Leadern?

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