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Ampolon Ventures: Innovation for the future of living and working by Ampolon Ventures

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Over the past few decades technology has disrupted many industries such as travel, hospitality, logistics, retail, etc. Real Estate industry however has remained largely untouched. Globally, there was a total of $14 Billion worth of investment in the PropTech in 2019, this is much less compared to the capital that has flowed into markets such as FinTech, Urban mobility, and Food delivery. Closer home, in Europe, a total of $500 Million has been invested in PropTech startups in 2019. The untapped potential of the Real-estate makes it an obvious choice as the next frontier to conquer. Ampolon Ventures, the venture-arm of Aareon Group – Europes’ leading consulting and systemshouse for the property industry, is extremely enthusiastic about businesses built in this space that will improve the future of living and working for millions in Europe and beyond.

Building completely new innovative solutions for a traditional market is hard work. As much as a fresh perspective is an advantage, one also requires strong domain understanding to come up with creative solutions generating added value for users. We strongly believe that experienced startup Founders can bring that external perspective while we can offer the necessary stewardship about the domain along with the capital and access to our industry network.

Ramin Scharifi, CEO at foxxbee and a participant from our recently concluded batches says „Building an early-stage startup requires focus and execution power. A talented team that believes in the company’s vision and access to resources for achieving product-market-fit are key – we found this entrepreneurial mindset and support within Ampolon Ventures. We have a great network of experienced individuals and entrepreneurs supporting us on operational tasks and on sparring new ideas so that we can execute fast and focus on the company’s success.”

Innovation is a singular destination with multiple paths to it. Together with ambitious entrepreneurs, we can build the businesses of the future. Through continuous feedback and iteration, we have devised an 8-week founders program, where founders team up and work closely with Ampolon Ventures to build an investable business case. During the program, together with the founder teams, we develop the ideas from a spark to a well thought out business proposition, with sufficient validation through expert interviews, online marketing tests, and direct feedback from potential customers.

There is enough capital out there in the market, however for a business to succeed, availability of early customers, and deep market insights coupled with strong execution is essential. As JeanManuel Leonardi, COO  at foxxbee and also one of the participants from our program says “ In my opinion, one of the most important factors for starting a successful startup is a beginners-mindset and an outstanding team. This is exactly what we have found in the Ampolon Ventures Team. The team’s strong entrepreneurial skills enabled us to develop a rough idea into a strong business model very quickly. On the first day itself, we had an incredible team dynamic, even though we were working fully remote during the COVID-19 lockdown.

 

Ampolon Ventures is currently helping two of its portfolio companies ophigo and foxxbee scale, along with multiple other teams that are currently building their investment case as part of the program.

If you are interested to learn more about our approach or build your next venture with us, please do get in touch by sending us a message to hello@ampolon.ventures or sign up here https://ampolon.kenjo.io/founder-191021/apply

 

Kundenorientierter digitaler Mieterservice by Spiri.Bo GmbH

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Mit Spiri.Bo – „spiritus boni“, der digitalen Plattform für das Wohnen, erhalten Wohnungsunternehmen professionelle Unterstützung bei der digitalen Transformation vom soliden Wohnungsanbieter zum agilen „Home-Service-Provider“ und verbessern deutlich Kundenservice, Kommunikation und Image, reduzieren Kosten und erschließen neue Geschäftsfelder.

„Wir sind davon überzeugt, dass man zukünftig den Mietern nicht nur eine gute und solide Wohnung anbieten muss, sondern WOHNEN an sich“, erklärt Matthias Herter, CEO der Spiri.Bo GmbH und Geschäftsführer der meravis Immobiliengruppe. Konkret stehe die Wohnungswirtschaft vor großen Herausforderungen:

  • Wachsende Kosten und staatliche Regulierungen erhöhen den Druck auf die Rendite.
  • Bei Mietsteigerungen sind die Wachstumsgrenzen erreicht, Stichwort: Mietendeckel.
  • Der heutige Mieter erwartet mehr Service – in Punkto Servicekommunikation und in Form von Serviceleistungen, die über den Rahmen des Mietvertrages hinausgehen. (https://www.spiri.bo/umfrage-mieterservices/)

Der Kunde im Zentrum

Bei diesen Herausforderungen setzt Spiri.Bo (https://www.spiri.bo/) an. „Die Beziehung zwischen Mieter und Vermieter gleichen per se einem Dauerschuldverhältnis. Nach Abschluss des Mietvertrages und Übergabe der Wohnung ist der Mieter auf sich allein gestellt. Kommunikations- bzw. Berührungspunkte entstehen fast ausschließlich bei Schadensmeldungen, Beschwerden und Betriebskostenabrechnungen. Dabei wird der Mieter in der Wohnungswirtschaft zu wenig als „realer“ Kunde betrachtet.“, so Matthias Herter. Katharina Behrens, Sales Managerin bei Spiri.Bo, ergänzt: „Wir stellen den Mieter als Kunden ins Zentrum. Denn genau an diesem Dreh- und Angelpunkt sehen wir das größte Potential für die gesamte digitale Unternehmensentwicklung, für Prozessautomatisierung und Ausbau neuer Geschäftsfelder sowie für die Generierung zusätzlicher Einnahmen.“

Mit Spiri.Bo erhält das Wohnungsunternehmen einen Full-Managed-Service für seinen digitalen Mieterservice und kann schlüsselfertig mit dem Tool arbeiten.

Mehr als nur eine Mieter-App

Konkret besteht der Spiri.Bo-Ansatz darin, dass der Mieter bereits ab Vertragsabschluss positiv durch seinen Vermieter begleitet und unterstützt wird. Alle Schmerzpunkte werden bedient, die dem Mieter beim Wohnen in seinen vier Wände entstehen. Dies beginnt mit der digitalen Bereitstellung von Informationen, Anträgen und Formularen. Setzt sich fort bei Online-Schadensmeldungen. Enthält Hilfestellungen für den Einzug in die neue Wohnung und eine Auswahl passender Verträge für Versorger oder Mediendienstleister. Und reicht bis zu Angeboten für die Wohnungsreinigung oder regionale Lieferdienste.

Vereinfachte Kundenkommunikation und Chatbot Lisah

Der Vermieter ist unabhängig von Geschäftszeiten erreichbar. Denn mit Spiri.Bo kann der Mieter sein Anliegen jederzeit mitteilen. Das Vorhalten digitaler Formulare und Anträge fördert den Mieter-Self-Service. Zudem steht Lisah bereit. „Die Abkürzung steht für Life interactive assisent at home. Das ist unser auf Künstlicher Intelligenz basierender Chatbot. (https://www.spiri.bo/wohnungsverwaltung-so-helfen-chatbots/)“, erläutert Katharina Behrens. Lisah kommuniziert mit dem Mieter, verweist auf Dokumente und Informationen, nimmt Schadensmeldungen entgegen, erkennt Beschwerden, führt durch individuelle, unternehmensvorgegebene Prozesse und berät zu Service-Leistungen des Marktplatzes. Eine mehrsprachige Ausführung erleichtert ab Anfang 2021 die Kommunikation auch mit nicht deutschsprachigen Mietern. Auch Omnichannel ist möglich.

Der Marktplatz

Sind eine funktionierende Mieterkommunikation und der Chatbot Pflichtprogramm, so steht der Marktplatz für die Kür. Auf Basis umfangreicher Befragungen findet der Mieter schon heute zahlreiche Produkte, Services und Dienstleistungen rund ums Wohnen innerhalb seiner vier Wände. So erhält er etwa Angebote für Versorger, Versicherungen und Telekommunikationsdienstleister, aber auch für Alltägliches wie Lebensmittellieferungen, Mobilität oder Wohnungsreinigung. Viele Services bringt Spiri.Bo bringt bereits mit, sie müssen nicht vom Wohnungsunternehmen selbst gestellt werden. Deren Partner und Angebote, wie z.B. der exklusive Stromvertrag oder ein eigener Möbelaufbaudienst, können indes unkompliziert und schnell in den Markplatz integriert werden. Das Marktplatzangebot generiert zusätzliche Einnahmen. Sie refinanzieren die App und wirken sich zudem positiv auf die Rendite aus. Sales Managerin Katharina Behrens: „Dieser Service wird kontinuierlich weiter ausgebaut.“

 Die Technik und eine problemlose ERP-Anbindung

Spiri.Bo hat seinen Ursprung in der meravis Immobiliengruppe. Auf der Suche nach einem innovativen CRM-Tool für das Kundenmanagement entschied man sich, das eigene wohnungswirtschaftliche Know-How mit den Kenntnissen interner und externer IT- und Digitalisierungsexperten zu verbinden. Am Ende entstand ein neues PropTech-Unternehmen.

Von Anfang an wurden Mitarbeiter eingebunden, die direkt mit dem Kunden, dem Mieter, zu tun haben. So konnten Prozesse erarbeitet werden, die die tägliche Arbeit entlasten und bereichern. Außerdem wurde die vorhandene IT-Infrastruktur analysiert, um dann saubere Schnittstellen für eine problemlose Anbindung an das ERP-System zu programmieren. Ziel war eine Plattform mit maximaler Flexibilität und Integrationsmöglichkeiten. Das Ergebnis ist eine Progressive-Web-App. Diese Technik vereint die Vorteile einer nativen App mit denen einer Website. Dadurch ist die Spiri.Bo App deutlich schneller, benötigt weniger Speicherplatz und ist von allen Endgeräten auch über Internetbrowser abrufbar. Für die Nutzer wichtig: In Optik und Funktionsumfang unterscheidet sich die Progressive-Web-App nicht von einer nativen App.

Schnelle und hohe Akzeptanz

Spiri.Bo passte die White Label App für die meravis Immobiliengruppe an deren Bedürfnisse an. (https://www.spiri.bo/mymeravis-app-gestartet/) „My meravis“ wurde von den Mietern sehr gut angenommen. Allein mit der einmaligen Zusendung der Anmeldedaten registrierten sich innerhalb von vier Wochen rund zwölf Prozent der Mieter, viele nutzen die App seitdem aktiv. Dadurch wird der Chatbot mit zahlreichen unterschiedlichen Kommunikationsszenarien gefüttert. Die App wurde als sehr leicht verständlich wahrgenommen. Dieses interne Urteil bestätigen zahlreiche positive Rückmeldungen der Mieter. Die Mitarbeiter selbst verzeichnen weniger telefonische Anfragen. Außerdem verbesserte sich die Qualität der Service-Tickets aufgrund der strukturierten Datenabfrage und -Aufbereitung, was zu einer rascheren Fallbearbeitung führt. „Wir sind auf einem guten Weg. Wir sehen, dass Kundenorientierung nicht nur dem Image dient, sondern sich vor allem auch rentiert.“, lautet denn auch das Urteil von CEO Mattias Herter.


Praxiserprobt:
Spiri.Bo in der Version der „my meravis“ App

Autor

Thilo König ist Managing Partner bei der competence4 GmbH. Der Medienprofi mit mehr als 25 Jahren Berufserfahrung trieb als externer Produktentwickler von Anfang die Konzeption und Entstehung der Service-Plattform Spiri.Bo maßgeblich voran.

Unternehmen

Die Spiri.Bo GmbH versteht sich als PropTech-Unternehmen zur Digitalisierung der Wohnungswirtschaft. Als digitale Visionäre mit Wurzeln in der Wohnungswirtschaft besteht eine klare Vorstellung, wie „Wohnen in der Zukunft“ aussehen muss.

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Digital oder nur Beton? Das Potenzial vernetzter Gebäude für die Immobilienwirtschaft by Rockethome

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Der Immobilienbranche geht es gut, sehr gut sogar. Schaut man sich insbesondere die Wohnungswirtschaft an, scheint nicht einmal Covid19 gravierende Einschnitte zu bedeuten. Wohnraum wird immer benötigt und die Nachfrage steigt. Was aber, wenn nicht mehr die physikalische Immobilie, die Wohnung oder das Büro im Vordergrund stehen, sondern das Wohnen oder Arbeiten. Am besten flexibel, international, als Kombination aus Service und Raum, in einer Flatrate, also als Kombination aus Physischem Raum und einer tollen Customer Experience. Letzteres erfahren Kunden auch in anderen Branchen immer häufiger gerade bei den Branchenfremden Innovatoren. Die Disruption hat viele bis dahin erfolgreiche Branchen radikal verändert, so zum Beispiel den Handel und die Medien.

Sehr stark sieht man diesen Wandel in der Mobilität – aktuell noch insbesondere im Ausland. Die Automobilindustrie hat den weltweiten Trend weg vom Auto hin zur Mobilität verschlafen. Klar, sie bauen weiter die besten Autos, die Frage wer morgen der Anbieter von Mobilität ist und damit die Kundenschnittstelle hat, haben sie aber jetzt schon verloren. Schauen wir uns Gojek an, ein indonesisches Pendant zu Uber, das sich darauf spezialisiert hat Personentransport mit dem Roller und dem Auto anzubieten. Gojek hat mit einem digitalen Geschäftsmodell mal eben die ganze Taxi-Welt in Südostasien ad acta gelegt. Wieso? Dank einer guten Customer Experience, ist Mobilität einfach und vor allem jederzeit und überall verfügbar. Inzwischen nutzt Gojek seinen Kundenzugang um andere Branchen anzugreifen. In der Gojek App kann der Nutzer neben Mobilität inzwischen sämtliche Services des täglichen Bedarfs in einer App buchen: Essenslieferungen, Medizin sogar Massagen. Die traditionellen Anbieter werden zu Zulieferern.

Die Immobilienbranche im Wandel

Was bedeutet das für die Immobilienbranche? Im Kern vor allem eines: Die Unternehmen sollten anfangen ihre Mieter und Käufer als Kunden zu verstehen und deren Nutzen in den Mittelpunkt stellen. Sie sollten anfangen in Geschäftsmodellen zu denken, sonst macht ein anderer das Geschäftsmodell, die gute Customer Experience und hat folglich die Schnittstelle zum Kunden. Die Immobilienbranche wird damit zum Zulieferer des Gebäudes.

Was für den ein oder anderen wie Fiktion wirkt, ist längst Realität. Immer mehr (Co-)Living und (Co-)Working Anbieter etablieren sich, Flatrate Tarife fürs Wohnen entstehen. Wohnkonzepte kommen auf, die Wohnraum mit Services kombinieren (zum Beispiel für ältere Menschen). Andere Neuerungen sind bereits etabliert, wie das private Vermieten der eigenen Immobilie an Gäste (Stichwort AirBnB).

COVID-19 als Treiber von Innovation?

Die aktuelle Krise bringt viele Unternehmen zum Nachdenken. Vielen wird klar, dass sie insbesondere die Digitalisierung lange vernachlässigt haben. Auch jetzt heißt es oft, dass die Digitalisierung nicht das wichtigste sei und dass man sich auf seinen Kern konzentrieren solle. Was wenn die Digitalisierung doch das Wichtigste ist? Sie gewinnt rasend schnell an Bedeutung. Wer meint, dass es noch Zeit braucht, kann warten bis andere das erfolgreiche Geschäftsmodell gefunden haben.

Die Bedeutung des vernetzten Gebäudes

Aktuell fokussieren die Unternehmen bei der Digitalisierung hauptsächlich die internen Prozesse. Die Digitalisierung der Kundenschnittstelle jedoch viel zu selten. Dabei sollte der Blick hier ganzheitlich sein. Welche Schlüsselrolle die Vernetzung der Immobilie spielt kann dabei schnell erklärt werden. Sie ist der Ausgangspunkt für eine Vielzahl an Services. Das digitale Türschloss, zum Beispiel, gibt nicht nur dem Mieter die Möglichkeit seine Haus- und Wohnungstür mit dem Smartphone zu öffnen, es ist auch der „Eingang“ für Dienstleistungen, wie Essenslieferungen und Reinigungsdienste. Der Smart Meter ist nicht nur Abrechnung, er bietet Transparenz, Einsparpotential und die Möglichkeit neue Tarife für Kunden zu entwickeln. Die Ladebox für Elektroautos ist der Schlüssel zu Mobilität. Der Sensor in der Wohnung bietet die Möglichkeit völlig neue Produkte anzubieten, wie Informationen für Angehörige älterer Menschen. Und genau hier liegt der Wettbewerbsvorteil für die Immobilienunternehmen. Sie haben die Möglichkeit diese Technologien zu platzieren und zu nutzen. Rein digitale Produkte und Apps kann jedes Startup schnell aufsetzen, das vernetzte Gebäude nicht! Diesen einmaligen Vorteil gilt es zu nutzen. Dabei muss es nicht darum gehen nur in Visionen und riskanten, neuen Ideen zu denken. Das digitale Gebäude kann auch heute schon Erlösbringer sein, Kosten senken und das Net Operating Income (NOI: Umsatz – Betriebskosten) steigern. Hierbei sollten drei Bereiche im Vordergrund stehen:

  • Innovative Wohn- und Arbeitskonzepte

Durch innovative Wohn- und Arbeitskonzepte wird die Attraktivität der Immobilie gesteigert. Kombiniert mit Services und Angeboten rund um das Wohnen und Arbeiten entstehen dadurch attraktiver Wohnraum und neue Erlösquellen. Der Wohnraum wird attraktiv, Fluktuation sinkt und höhere Preise lassen sich rechtfertigen. Neue Services lassen sich monetisieren.

  • Effiziente Gestaltung von Prozessen

Effizienzsteigerung und schlanke Prozesse lassen sich im vernetzten Gebäude einfacher realisieren. Daten und Informationen sind jederzeit für Verwalter verfügbar und remote steuerbar. Digitale Kundenschnittstellen ermöglichen eine direkte Kommunikation und digitale Türschlösser ein effizientes Schlüsselmanagament und Zugang für Handwerker und Dienstleister wenn dieser benötigt wird.

  • Werterhalt und sichere Assets

Grundstücke werden im Laufe der Zeit oftmals wertvoller. Die auf ihnen errichteten Gebäude hingegen, verlieren oftmals bereits kurz nach ihrer Fertigstellung einen Teil ihres Wertes. Dieser Effekt beschleunigt sich, wenn die Eigentümer oder Verwalter kleinere Mängel an der Immobilie nicht direkt ausbessern lassen. Intelligente Sensorik und gute Pflege helfen dabei, den Wertverlust des Objektes nachhaltig und kosteneffizient zu vermeiden.

Digitale Geschäftsmodelle für Immobilienunternehmen

Wie können Immobilienunternehmen von der Digitalisierung profitieren? Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist die Hoheit über Schnittstellen und Daten. Hierfür erforderlich sind Plattformen, die Gewerke- und Nutzerübergreifend eine Vernetzung schaffen. ROCKETHOME bietet hierfür ganzheitliche IoT Plattformen für die Immobilienbranche. Dies beinhaltet die herstellerübergreifende Vernetzung aller Gewerke im Gebäude, von der PV-Anlage bis zur Ladebox, vom Schließsystem bis zum Smart Meter und von jeglicher Sensorik und Aktorik im Wohn- oder Arbeitsraum. Die zentrale Plattform bietet Interfaces und Zugänge für Verwalter, Handwerker und Kunden. Mit ihr lassen sich bereits heute die wichtigsten digitalen Prozesse in der Immobilie realisieren: Die Einrichtung und Verwaltung von Mietern und Nutzern, die Kommunikation über digitale Schnittstellen, die Platzierung von Mehrwertservices, das Zugangsmanagement, die Vergabe von Rechten zur Nutzung bestimmter Geräte oder Räume in einem Gebäude, die Remote Maintenance und der Remote Support. Interfaces, wie Apps für Mieter und andere Kunden bieten attraktive Mehrwerte, von der Smarten Wohnung, dem Türschloss, das man per App öffnen kann und der Zugriff auf Informationen, buchbare Services und vor allem spannende attraktive Wohnformen. Intelligent kombiniert können es Unternehmen schaffen ihre Kunden zu einer täglichen Interaktion auf ihrer digitalen Plattform zu bringen – schließlich öffne ich mein Türschloss täglich. Die daraus resultierende tägliche Kundenschnittstelle bildet den Grundstein für neue digitale langfristig erfolgreiche Geschäftsmodelle.

Informationen zum Autor

Lukas Schilling beschäftigt sich seit vielen Jahren mit digitalen Geschäftsmodellen in unterschiedlichsten Branchen. Als Head of Business Development und Customer Solutions bei Rockethome entwickelt er mit Partnerunternehmen Lösungen rund um das digitale Gebäude.

ROCKETHOME GmbH

ROCKETHOME realisiert und betreibt schlüsselfertige »Connected Home«, »Energy IoT« und »PropTech« Lösungen für die digitalen Plattformen für Kunden aus der Energie-, Immobilien- und Versicherungswirtschaft. Das Unternehmen bietet bewährte und ganzheitliche Service-Lösungen für multiple Anwendungsfälle an. Mehr als 80 namhafte Service Provider aus 5 Ländern setzen auf die Lösungen und Kompetenzen von ROCKETHOME – und das seit 2010.

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www.rockethome.de

Live-Demo: mail an meet@rockethome.de

Persönliche Beratung: mail an l.schilling@rockethome.de

 

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Cradle to Cradle als Innovationschance nutzen – Echte Kreislaufwirtschaft beginnt mit dem richtigen Produktdesign by EPEA GmbH

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Noch nie zuvor stand das Thema Circular Economy so hoch auf der politischen Agenda wie in diesen Tagen. Dafür sorgten unter anderem der im März 2020 beschlossene Green Deal der EU und die EU Taxonomy. Dort ist Circular Economy als wichtiger Baustein und Anforderung definiert und gilt als entscheidender Faktor in Sachen Klimaschutz und Ressourcenschonung. Viele Wirtschaftssektoren, Unternehmen und Entscheider stellt das vor der großen Aufgabe, sämtliche Investitionen, Prozesse und Vorhaben hinsichtlich ihrer Nachhaltigkeit und Kreislauffähigkeit zu überdenken.

Vor allem die Bauwirtschaft als größter Verbraucher der weltweiten Rohstoffe und Verursacher von immensen Abfallmengen steht dabei in der Verantwortung, schnelle und effektive Antworten auf Klima- und Ressourcenfragen zu liefern. Zwar werden heute im Zuge von Abbruch- oder Umbauarbeiten einige Baumaterialien recycelt, allerdings bei Weitem nicht genug, um zur Lösung der Rohstoff- und Umweltprobleme beizutragen. Das liegt unter anderem daran, dass die Kreislaufwirtschaft in Deutschland vor Kurzem noch Abfallwirtschaft hieß und dadurch immer noch falsch interpretiert wird. Denn während diese beim Abfall und Recyclingprozess beginnt, startet die Circular Economy, also eine echte Kreislaufwirtschaft beim richtigen Produktdesign. Die wissenschaftliche Grundlage dafür wird durch das Cradle to Cradle®-Designprinzip, kurz C2C, beschrieben.

Produkte und Prozesse neu denken

Cradle to Cradle ist ein Konzept, das für Innovation, Qualität und gutes Design steht. Nach C2C sollen alle Produkte bereits im Design- und im Herstellungsprozess so entwickelt werden, dass sie für die Umwelt und die Gesellschaft nützlich sind. Das heißt, alle Inhaltsstoffe sind chemisch unbedenklich, sortenrein trennbar und demontierbar. Dadurch können sie potenziell unendlich in Kreisläufen zirkulieren: Verbrauchsgüter wie z. B. Naturfasern, Reinigungsmittel oder biologisch abbaubare Verpackungen gehen in den biologischen Kreislauf zurück. Gebrauchsgüter wie z. B. Elektronikartikel oder Fußböden werden nach ihrem Gebrauch in den technischen Kreislauf zurückgeführt. Dabei bleibt ihre stoffliche Güte erhalten und ein Downcycling mit Qualitätsverlust wird vermieden.

Übertragen auf die Bauindustrie bedeutet C2C, dass die in Gebäuden gebundenen Rohstoffe in Zukunft so verbaut werden, dass sie am Ende der Nutzungszeit wieder als Ausgangsstoff für neue Projekte dienen. Und dabei geht es nicht um das heute bekannte Recycling von Bauschutt oder die Verwendung von Baumaterialien wie Ziegel aus recyceltem PET-Plastik, denn diese werden nach ihrem zweiten oder dritten Einsatz trotzdem zu Müll und gehen somit verloren. Vielmehr geht es um eine echte Kreislaufwirtschaft, bei der die eingesetzten Ressourcen schadstofffrei und vollständig rezyklierbar sind und ohne Qualitätsverlust unendlich in Kreisläufen zirkulieren. Mit anderen Worten: Gesunde Baumaterialien sind Voraussetzung für eine echte Kreislaufführung. Nur so können der Ressourcenverbrauch, der Abfallaufkommen und die Umweltbelastung vermieden bzw. signifikant reduziert werden.

Kreislauffähiges Bauen birgt viele Vorteile

Für Investoren, Projektentwickler, Hersteller und Bauherren stellt dieses Designprinzip eine klare Innovationschance dar. Denn es bietet neben der Klima- und Ressourcenschonung und der Erfüllung der EU-Anforderungen eine ganze Reihe von weiteren Vorteilen. Zum einen decken die nach C2C gestalteten Immobilien und Quartiere die neuen Wertebedürfnisse der Gesellschaft ab, sie bieten mehr Gesundheit, größere konstruktive Flexibilität und leisten höheren Beitrag zum Umweltschutz. Erfahrungen mit ähnlichen Projekten – wie z. B. das Rathaus in Venlo – zeigen, dass die Unternehmen, die in derartigen Gebäuden ihre Büros betreiben, einen deutlich geringeren Krankenstand und eine abnehmende Fluktuation unter den Mitarbeitern verzeichnen.

Zum anderen profitieren sie dadurch, dass ihre Immobilien zu Rohstoffdepots werden, die ihre Materialwerte behalten. Sprich: Das für die Baustoffe gebundene Kapital geht nicht verloren, sondern wird ähnlich einer mittel- bis langfristigen Wertanlage wieder freigegeben. In Verbindung mit der steigenden Nachfrage und sich verschärfenden Rohstoffknappheit kann langfristig für viele Rohstoffe sogar von einer überinflationären Preisentwicklung ausgegangen werden. Die Immobilie wird somit zum Rohstofflager, dessen Wert kontinuierlich steigt. Berechnungen von Drees & Sommer haben ergeben, dass Cradle to Cradle eine Wertsteigerung von bis zu zehn Prozent in Relation zu konventionellen Gebäuden ermöglichen kann.

Darüber hinaus schafft die vollständige Kreislauffähigkeit von Bauprodukten neue Geschäftsmodelle: Verkauft wird nicht mehr nur das Produkt wie z. B. eine Lampe, sondern vielmehr dessen Funktion, also das Licht. Produkthersteller nehmen die Rohstoffe am Ende der Nutzungszeit wieder zurück und sichern sich hochwertige Materialien zu kalkulierbaren Preisen. Gleichzeitig sind sie für die sortenreine Trennung und Aufbereitung am Ende der Nutzungszeit verantwortlich. Der Immobilienbesitzer spart sich wiederum die Entsorgung von Sondermüll, auch seine Anfangsinvestitionen werden geringer.

 C2C: branchenübergreifend und interdisziplinär

Ob ein Bürogebäude oder ein Wohnhaus, ein Quartier oder eine Liegenschaft, ein Neubau oder ein Bestandsgebäude – das kreislauffähige Bauen ist bereits heute möglich. Das beweisen die vielen umgesetzten und laufenden Projekte, bei denen es sich nicht um anspruchsvolle Forschungsvorhaben oder kleine Einfamilienhäuser, sondern um große Projekte handelt. Mit dem Moringa in Hamburg entsteht beispielsweise das erste Cradle to Cradle-Wohnhochhaus Deutschlands. Es soll zu mindestens 50 Prozent aus kreislauffähigen Materialien bestehen und zu einem der gesündesten Gebäude werden. Auch im Office-Bereich gibt es bereits eine Vielzahl an Projekten, die die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft beispielhaft umsetzten. Dazu zählen das Verwaltungsgebäude der RAG AG in Essen, das Bürogebäude „The Cradle“ in Düsseldorf oder der Drees & Sommer-Neubau OWP 12 in Stuttgart.

All diese Projekte zeigen, das Cradle to Cradle-Designprinzip bereits stark in den Fokus der Bauwirtschaft gerückt ist. Eine flächendeckende Umsetzung gelingt aber nur dann, wenn auch andere Akteure und Marktteilnehmer mitziehen. Denn eine echte Kreislaufwirtschaft betrifft nicht nur Produkte, die in Gebäuden eingesetzt werden, sondern auch unternehmensinterne und -externe Prozesse und damit auch ganze Ökosysteme. So müssen neben dem richtigen Produktdesign z. B. die Bereiche wie Beschaffung, Vertrieb und Logistik zirkulär gestaltet werden. Das Gleiche gilt für Themen wie Mobilität, Energie und Infrastruktur. Daraus folgt, dass nicht nur die Zusammenarbeit mit Herstellern, sondern auch anderen Industriepartnern sich wandeln muss und eine Vernetzung unterschiedlicher Bereiche und Disziplinen mehr denn je erforderlich ist. Das ist sicherlich eine zusätzliche Herausforderung. Mit Blick auf die Zukunft bietet sie jedoch Unternehmen eine einzigartige Chance, ihre Position als innovativen, zukunftsorientierten und verantwortungsbewussten Partner zu stärken. Ferner ergeben sich daraus auch neue Synergien und Partnerschaften z. B. mit nachhaltigen Startups, die einen zusätzlichen Schwung in das Business bringen. Die Experten der EPEA GmbH begleiten Unternehmen und Bauherren, die sich für eine kreislauffähige Zukunft entscheiden, mit Cradle to Cradle-Beratung und Circular Engineering. In enger Zusammenarbeit mit Fachspezialisten von Drees & Sommer aus den Bereichen wie Blue City, Wohnen, Logistik, Retail oder Industrie sowie Themen wie Digitalisierung, BIM und Workplace entwickeln sie für Kunden unterschiedlichster Branchen und Größen individuelle Konzepte und optimale Umsetzungsstrategien. Auf Basis der bisher gewonnenen Erkenntnisse aus zahlreichen C2C-Projekten und der Erfahrungswerte aus dem Green Building-Markt der vergangenen 15 Jahre gehen sie davon aus, dass der Marktanteil von C2C-inspirierten Gebäuden in 2030 mehr als 50 % betragen wird. Wer sich also mit Circular Economy und Cradle to Cradle noch nicht befasst hat, für den ist es die höchste Zeit, jetzt damit anzufangen.

 Abb. 1 (Teaser- /Startbild): Um gesunde und nachhaltige Gebäude zu schaffen, wird das Bauen nach den Prinzipien der Circular Economy künftig unabdingbar sein. © ultraforma_GettyImages.com

Abb. 2: Das Cradle to Cradle-Designprinzip betrachtet alle Materialien als nutzbare Nährstoffe, die in Kreisläufen zirkulieren. Müll im heutigen Sinne gibt es nicht mehr. © EPEA GmbH – Part of Drees & Sommer

Abb. 3: Mit The Cradle entsteht in Düsseldorf bis 2022 ein nach Cradle to Cradle-Prinzipien konzipiertes Holzhybrid-Bürogebäude. © HPP Architekten/ INTERBODEN_bloomimages

 Weiterführende Links:

http://braungart.epea-hamburg.org/de/content/c2c-design-konzept

https://epea.com/referenzen

https://www.dreso.com/de/c2c/

 Autoren:

Dr. Peter Mösle ist Partner der Drees & Sommer SE und Geschäftsführer der EPEA GmbH – Part of Drees & Sommer. Seit 1996 begleitet er von Stuttgart aus zahlreiche Projekte in Deutschland und im Ausland auf den Weg zu Green Buildings. Neben den Bereichen Energiedesign und Energiemanagement und nachhaltige Quartiersentwicklung treibt er das Thema Cradle to Cradle® gemeinsam mit der EPEA GmbH – Part of Drees & Sommer in der Baubranche voran.

Peter Mösle ist Mitglied des Präsidiums des DGNB und als Vorsitzender für den Bereich Systementwicklung und Nachhaltige Stadtquartiere verantwortlich. Er studierte bis 1996 Maschinenbau mit der Fachrichtung Energietechnik an der Universität Stuttgart und Tucson, USA und promovierte 2009 an der Universität Stuttgart.

Prof. Dr. Michael Braungart ist Mitentwickler des Cradle to Cradle®-Designprinzips und Gründer der EPEA Internationale Umweltforschung GmbH. Er ist zudem Mitbegründer und wissenschaftlicher Leiter von McDonough Braungart Design Chemistry (MBDC) in Charlottesville (USA), Mitbegründer und wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts e.V. (HUI) sowie Leiter von Braungart Consulting in Hamburg.

Braungart studierte Chemie und Verfahrenstechnik, unter anderem in Konstanz, Darmstadt, Hannover und Zürich. In den 1980er Jahren engagierte er sich bei der Umweltorganisation Greenpeace und half mit, dort ab 1982 den Bereich Chemie mit aufzubauen, deren Leitung er 1985 übernahm. Im gleichen Jahr promovierte er an der Universität Hannover am Fachbereich Chemie.

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Digitaler Kulturwandel – Multi- Dimensionalität verstehen, kommunizieren und dann umsetzen by BDBau

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Verständnis des digitalen Kulturwandels

Das Verständnis darüber, was unter dem digitalen Kulturwandel in der Bau- und Immobilienbranche zu verstehen ist, korreliert mit der Rollenverteilung. Die Perspektiven der Beteiligten innerhalb des Leistungsprozesses in der gesamten Wertschöpfungskette von Gebäuden sind komplex und mehrschichtig. Für die einen sind es vielleicht intelligente Apps oder Systeme, welche uns täglich in den Prozessschritten unterstützen, für die anderen sind es vielleicht grundsätzlich neue Ansätze und Technologien. Dritte wiederum verstehen unter dem digitalen Wandel agile Arbeitsweisen oder integrale Kollaborationsarbeiten an einem Gebäudemodell, wieder andere sogar eine vollständige Disruption eines Geschäftsmodells.

Die Wahrnehmung und die Potenziale des digitalen Kultur sind so individuell wie die Menschen selbst und können nur schwer durch eine allgemein Definition jedem Themengebiet sowie jeder Organisation gleich gerecht werden. Die Wahrnehmung erfolgt durch subjektive Beurteilung und ist stark nutzerabhängig. Auch global betrachtet zeigt der internationale Vergleich erhebliche Unterschiede in der Wahrnehmung und Bewertung des digitalen Wandels in europäischen und außereuropäischen Ländern.[1]

Multi- Dimensionalität des digitalen Kulturwandels

Eine digitale Kultur hat unterschiedliche Ausprägungen und somit mehrere Dimensionen. Deren Interpretation sowie Wechselwirkung obliegt dem Betrachter. Eine internationale Change Management Studie[2] unterscheidet beispielsweise zwischen acht Dimensionen einer digitalen Kultur:

Kundenorientierung:

Hier geht es vor allem darum, den Kunden und seine Bedürfnisse ins Zentrum zu stellen. Mit dem Kunden findet ein enger Austausch sowie individuelle Interaktion statt. Beispiele hierfür sind etwa Kundenanforderungen an die Entwicklung von Wohnquartieren oder Gewerbebauten, bis hin zu Bemusterungen. Der Kunde wird bei der Vermarktung, Verwaltung oder Wertsteigerung durch den entsprechenden Kundenservice in den Mittelpunkt gestellt. Durch Dialoge wird fortlaufend gemeinsam an neuen Lösungen gearbeitet.

Agilität:

Die Anpassung an unvorhergesehene Ereignisse oder neue Anforderungen gewährleisten entsprechend gestaltete Strukturen und Prozesse. Agile Methoden, wie Design Thinking, Lean Startup, Scrum, Sailboat-Retrospektive, Kanban, Value Proposition Design etc. können dabei helfen. Startups können meistens auf solche Methoden nicht verzichten, denn deren Geschäftsmodelle müssen sich in den ersten Phasen im Bau- und Immobilienmarkt bewähren und gegebenenfalls entsprechend optimiert werden. Auch etablierte Unternehmen werden gefordert, ihre Anpassungsfähigkeit unter Beweis zu stellen.

Entrepreneurship:

Unternehmen mit einem hohen Maß an Entrepreneurship nutzen die Marktimpulse und Trends für die Verbesserung des bestehenden Geschäftsmodells. Das Geschäftsmodell wird kontinuierlich analysiert, angepasst, erweitert oder sogar neu aufgesetzt. Beispielsweise werden die Planungs- und Bauprozesse durch intelligente Ansätze optimiert, die Bewirtschaftung vom Gebäudebestand wird immer intelligenter gesteuert sowie ausgewertet und Beratungsleistungen werden beispielsweise in virtuelle Räume versetzt.

Autonome Arbeitsbedingungen:

Die Dimension der autonomen Arbeitsbedingungen bezeichnet flexible Arbeitsmodelle, welche den Mitarbeitern Freiräume in Bezug auf Arbeitszeiten und Arbeitsort zur Verfügung stellen. Durch Selbständigkeit, Eigeninitiative sowie Selbstführung unterstützen solche Modelle den Gestaltungs- und Entscheidungsspielraum. In einigen Leistungsbereichen, wie der Immobilienvermarktung oder der Akquisetätigkeit sind solche Modelle unabdingbar und nichts Neues. Anders sieht es in den Bereichen Planung, Immobiliendienstleistungen, Verwaltung oder im öffentlichen Sektor aus.

Kollaboration

Eine stark ausgeprägte Kollaborationskultur fördert den interdisziplinären Austausch aller Beteiligten (innerhalb sowie außerhalb der Organisation). Die Kernaufgabe ist das Sammeln, Auswerten, Strukturieren, Verwerten und Teilen von Informationen. Die Kollaboration ist wohl eine der größten Herausforderungen unserer Branche. Kollaboration ist in allen Phasen der Projektentwicklung, Planung, Realisierung, Bewirtschaftung und Modernisierung gefragt. Weitere Beispiele hierfür sind diverse digitale Projekt-Plattformen bzw. Projekträume und die BIM-Methode.

Digital Leadership

Der Fokus liegt hier auf der Art und Weise des Führungsstils. Neben traditionellen Management- und Führungseigenschaften und den besonders ausgeprägten Soft Skills (Eigeninitiative & Entschlossenheit, Mut & Risikobereitschaft, Teamfähigkeit & Kommunikation, kreatives Denken etc.) ist eine der zentralen Herausforderungen eines Digital Leaders das Vorantreiben der digitalen Transformation. Die Implementierung von Digital Leadership ist in der Bau- und Immobilienbranche eines der größten Potenziale, das zurzeit kaum genutzt wird.

Digitale Technologien und digitalisierte Prozesse

Die digitalen Technologien und die digitalisierten Prozesse sind die zentralen Faktoren für den digitalen Kulturwandel. Die Offenheit gegenüber neuen Technologien – Quantum Computing, Cloud Computing, Internet der Dinge (IoT), künstliche Intelligenz (KI), Distributed Ledger Technologie (DLT), Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR), Big Data, Robotertechnik, Automatisierung, autonome Fahrzeuge und Flugobjekte, Energiespeicher und Sprachassistenten – als Basis für zukunftsorientierte Geschäftsmodelle, gewinnt aktuell an Bedeutung und zunehmender Akzeptanz. Startups im PropTech- und ConTech-Bereich sind ein möglicher Erneuerungsmotor und bringen neue Lösungsansätze sowie disruptives Potenzial mit sich – Tendenz steigend [3], [4], [5], [6].

Innovation und Lernen

Neues Wissen, das zu nachhaltig wirtschaftlichem Nutzen führt, ist eine von vielen Definitionen für Innovation. In einer Innovationsumgebung werden Kreativität, Experimentierfreudigkeit sowie Aufgeschlossenheit gefordert. Alle Innovationen sind mit Lernprozessen verknüpft. „Neue“ Lernkultur ist konsequenterweise eine Antwort auf veränderte Umwelt und Rahmenbedingungen. Innerhalb sowie außerhalb von Organisationen werden neue Rollen und Räume geschaffen, um diese Kultur zu fördern. Die Angebote bei der Gebäudenutzung werden immer stärker individualisiert, Raumnutzungs- und Mietmodelle werden flexibler gestaltet (Coworking-Spaces und Innovation Hubs & Labs).

Mindset entwickeln und Kommunikation fördern

Die Förderung einer digitalen Kultur ist stets mit einem gewissen Mindset bzw. einer gewissen Bereitschaft zur Veränderung verknüpft. Um die Bereitschaft und das tatsächliche Interesse bei Stakeholdern zu wecken, ist Kommunikation unabdingbar.

Wir erleben täglich unterschiedliche Herausforderungen auf verschiedenen Ebenen. Eine Entwicklung bzw. ein Wandel zu erzielen heißt, empathisch miteinander umzugehen. Dieser Wandel beginnt mit der Kommunikation und dem Einbeziehen möglichst aller Beteiligten. Wir müssen uns jeden Tag vor Augen halten, dass wir aus unterschiedlichen Kulturen, Generationen und Fachbereichen kommen. Wir haben unterschiedliche Gewohnheiten, ein unterschiedliches Verständnis von Zusammenarbeit und verschiedene Prioritätensetzungen. Zu oft vergessen wir, dass unser eigenes Mindset sowie das Know-How nicht gleich mit dem unseres Gegenüber ist. Somit ist die situationsbedingte Kommunikation die größte Voraussetzung und gleichzeitig auch die größte Herausforderung für den digitalen Wandel. Wir müssen aktiv zuhören und unseren Stakeholdern die Möglichkeit geben, das „Neue“ selbst verstehen zu können und zu wollen. Je einfacher dabei das „Neue“ ist, erfolgreicher werden wir den Wandel bestreiten können. Vor allem aber, müssen sich die Beteiligten verstanden und wirksam fühlen. Nur so können sie zum digitalen Wandel mit all ihren Fähigkeiten beitragen.

„Freude an der Arbeit lässt das Werk trefflich geraten. – Aristoteles.

Voneinander Lernen

Unsere Branche ist geprägt von internen und externen Rahmenbedingungen, von Engpässen und stetem Fachkräftemangel. Die Komplexität der Aufgaben, die Interdisziplinarität, die Informationsflut sowie die unterschiedlichen Interessenvertretungen machen es nicht leichter.

Anzumerken ist andererseits, dass die deutsche Bau- und Immobilienbranche in den letzten 10 Jahren einen deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung erfahren hat. Der Immobilienpreisindex von Wohn- und Gewerbeimmobilien ist mit ökonomisch bedingten Schwankungen durchschnittlich um knapp 60 % gestiegen.[7]

Die Marktsituation zeigt weiterhin ein bundesweites Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in der Branche. Die Angebote bleiben träge und deutlich unter der Nachfrage.[8]

Diese, auf den ersten Blick positive Lage im Vergleich zu den disruptiven Situationen anderer Wirtschaftszweige führt dazu, dass dem digitalen Kulturwandel nicht die oberste Priorität zugemessen, sondern an traditionellen und kaum merklich verändernden Prozessen festgehalten wird. Folglich ist eine nur sehr langsame Veränderung unseres Wirtschaftssektors nicht verwunderlich. Der Immobilienboom der letzten Jahre, sowie die verschlossene Haltung vieler Organisationen sind nur zwei der vielen Faktoren, die diesen Wandel verlangsamen. Der Wandlungsprozess ist eine Herausforderung, der wir uns alle stellen müssen.

Mit der Weiterentwicklung unserer Technologien, der Wirtschaft und unserer Gesellschaft müssen wir auf die sich stetig ändernden Anforderungen antworten können. Wir sind dazu angehalten, stetig dazuzulernen, um mit der überall einhergehenden digitalen Transformation Schritt halten zu können.

Eine von vielen Möglichkeiten, um dieses Vorhaben bestreiten zu können, ist die Integration von Lernlandschaften. In dem anerkannten „70-20-10“-Modell von Charles Jennings verschmelzen das Lernen und das Arbeiten miteinander[9]. Es geht nach diesem Modell vor allem darum, den Großteil der vorhanden Arbeitszeit (also ca. 70%) den Erfahrungen, der Praxis und der Reflektion zu widmen. Weitere 20 % der Zeit sollen für das Lernen von und mit anderen genutzt werden. Die letzten 10 % sind dem formellen Lernen (Weiterbildungskurse, E-Learning, Bücher) vorbehalten.

Bild: „70-20-10“-Lernmodell (Copyright 2020. Arets J, Jennings C, Heijnen V, 70:20:10 Institute/TULSER. Used with permission[10])

 

Um eine solche Lernkultur zu etablieren ist eine generelle Haltungsänderung unabdingbar. Von der verschlossenen Haltung gegenüber Neuerungen muss ein Wandel in Richtung einer offenen Haltung stattfinden – Stichwort Change Management oder Digital Leadership. Dies ist mit einer gezielten Förderung, Unterstützung und Begleitung von Mitarbeiter verbunden. Der Informationsaustausch untereinander sowie weiterführende Schulungen sind im Hinblick auf den Kulturwandel unerlässlich.

Offene Haltung zeigen

Jeder von uns hat in seinem beruflichen Werdegang schon mal min. einen der folgenden Sätze gehört:

Verschlossene Haltung
„Wir haben das schon immer so gemacht.”
„Wieso sollten wir das ändern?”
„Früher ging es auch ohne.”
„Wir können das in digitaler Form nicht akzeptieren.”
„Sie müssen den Antrag postalisch zusenden.”
„Wir benötigen fünf gedruckte Exemplare.”
„Wir dürfen – dieses oder jenes Programm – nicht nutzen.”
„Die Schnittstelle funktioniert nicht.”

 

Die oben genannte Verschlossenheit kann überwunden werden, wenn die Beteiligten das Verständnis für die Notwendigkeit einer generellen Veränderung in der Bau- und Immobilienbranche entwickelt haben und eine lösungsorientierte Haltung anstreben. Solches Verhalten ist u. a. durch erfolgreiche Best-Practice Beispiele, Pilotprojekte oder einer Vorbildfunktion entsprechend erzielbar.

Nachstehend Beispiele einer offenen Haltung:

Verschlossene Haltung Offene Haltung
„Wir haben das schon immer so gemacht.” „Vielleicht gibt es Themenbereiche an denen wir optimierter arbeiten können. Lassen Sie uns das angehen.”
„Wieso sollten wir das ändern?” „Wir machen das zwar schon immer so, aber wir können auch einen anderen Weg versuchen.”
„Früher ging es auch ohne.” „Was können wir besser machen?”
„Wir können das in digitaler Form nicht akzeptieren.” „Digital ist vollkommen ausreichend.”
„Sie müssen den Antrag postalisch zusenden.” „Sie können uns den Antrag auch digital zukommen lassen. Ich zeig Ihnen wie und Sie geben es an Ihre Kollegen weiter.”
„Wir benötigen fünf gedruckte Exemplare.” „Das Dokument sollte digital jederzeit abrufbar sein.”
„Wir dürfen – dieses oder jenes Programm – nicht nutzen.” „Können wir das mit einem anderen Programm ausprobieren?”
„Die Schnittstelle funktioniert nicht.” „Gibt es vielleicht eine andere Option?”

 

Eine offene Haltung und ein offenes Verständnis gegenüber Herausforderungen kann den Verlauf der Zusammenarbeit vollkommen verändern. Mit einer lösungsorientierten Herangehensweise ist es möglich, einen Gesprächspartner Schritt für Schritt herauszufordern, um einen gemeinsamen, optimierten, neuen Weg einschlagen zu können. Wer Offenheit und Verständnis gegenüber den Ideen, Vorschlägen und Problemen des anderen in das Gespräch mitbringt, wird gestärkt daraus hervorgehen.

Ansätze der Ambidextrie nutzen

Wandlungsprozesse erfordern ein proaktives Verhalten in der Polarität zwischen Bestehendem und Neuem. Dies hat zur Folge, dass Organisationen, sowohl in der Welt von gestern, als auch in der Welt von morgen, beweglich bleiben müssen. Das Exploration-Exploitation-Konzept[11] weist eine mögliche Methode aus, wie wir die Gegenspieler Alt und Neu voneinander unterscheiden und miteinander verknüpfen können. Hieraus resultiert die sog. organisationale Ambidextrie. Das Wort Ambidextrie leitet sich von dem Begriff der Beidhändigkeit ab. Es beschreibt die gleich ausgebildete Geschicklichkeit beider Hände.[12] Organisationale Ambidextrie wird u. a. als die Fähigkeit beschrieben, effizient und anpassungsfähig in der Bewältigung der gegenwärtigen Anforderungen bei gleichzeitiger Veränderungen des Umfeldes zu bleiben.[13]

Das Ambidextrie-Modell zeigt mindestens zwei gegensätzliche Faktoren auf, die sich im Grunde widersprechen, jedoch gegenseitig erfordern[14]. Das traditionelle Kerngeschäft bzw. die Konzentration auf die bereits im Unternehmen bestehenden Potenziale (Exploitation) und die Innovationen bzw. aktive Suche nach neuen Potenzialen (Exploration) existieren nebeneinander und ergänzen sich im Idealfall gegenseitig. Die größte Herausforderung für die Unternehmen, Führungskräfte und Teams ist es, auf dieser Grundlage eine entsprechende Balance zwischen den Gegenspielern zu finden. Mehrere Studien haben gezeigt, dass sich das Ambidextrie-Konzept sowohl auf die individuelle, als auch auf die Innovationsleistung von Teams fördernd auswirkt.[15]

Deine Rolle im digitalen Kulturwandel

Unabhängig von deiner Funktion oder der Rollenverteilung,

–              ob du Investor oder Bauherr bist,

–              auf der Betreiberseite oder als Finanzierungspartner auftrittst

–              im öffentlichen Bereich beschäftigt bist

–              als (Fach-)Planer, Bauunternehmer oder Immobiliendienstleister tätig bist,

jeder einzelne trägt Verantwortung für seinen Beitrag am digitalen Kulturwandel. Jeder ist gefragt und jeder wird gefordert.

In der neuen und zukünftigen Arbeitswelt in der Bau- und Immobilienbranche ist die Kommunikation einer der wichtigsten Bausteine. Durch Prioritätensetzung, Ansätzen der Ambidextrie und vor allem Geduld wird es möglich sein, den digitalen Wandel voranzutreiben.

Es gibt nicht den einen Weg, dafür sind die Individualität der Beteiligten und deren Impact innerhalb der Wertschöpfungskette zu komplex. Es gibt viele Wege und Methoden, wie unter dynamischen Umgebungsanforderungen mit entsprechenden Kompetenzen aller Prozessbeteiligten die digitale Transformation angegangen werden kann. Beispielsweise durch eine offene Haltung und ein offenes Verständnis gegenüber den Herausforderungen die neue Technologie mit sich bringt, durch Implementierung einer entsprechenden Lern- und Innovationskultur sowie durch Schaffung und Förderung von neuen Rollen und Räumen für die Entfaltung ungenutzter Potenziale.

Um diesen Weg zusammen erfolgreich begehen zu können, ist es zwingend erforderlich transparenter miteinander umzugehen. Zuhören, aufeinander eingehen und zugehen sind unerlässlich für einen erfolgreichen digitalen Wandel.

Veränderung wird nicht ad hoc und mit großen, sondern mit vielen kleinen Schritten erreicht. Wir alle müssen Verantwortung für eine bessere Zukunft übernehmen. Fangen wir bei uns selbst an.

[1] https://link.springer.com/content/pdf/10.1365/s40702-020-00587-x.pdf

[2] https://www.capgemini.com/consulting-de/wp-content/uploads/sites/32/2017/10/change-management-studie-2017-capgemini-consulting.pdf

[3] https://www.startupticker.ch/en/news/july-2020/neue-studie-mehr-akzeptanz-fur-proptech-losungen

[4] https://www2.deloitte.com/de/de/pages/real-estate/articles/proptech-im-digitalen-wandel.html

[5] https://www.immobilien-zeitung.de/154864/akzeptanz-von-proptechs-erreicht-kritische-masse

[6] https://www.altusgroup.com/company/press-releases/altus-group-report-reveals-cre-industry-on-verge-of-significant-proptech-consolidation-as-technology-adoption-reaches-tipping-point

[7] https://www.pfandbrief.de/site/de/vdp/immobilie/finanzierung_und_markt/vdp-immobilienpreisindex.html

[8] https://www.dbresearch.de/PROD/RPS_DE-PROD/PROD0000000000507294/Ausblick_auf_den_deutschen_Immobilienmarkt_2020.PDF

[9] https://702010institute.com/702010-model/

[10] https://702010institute.com/wp-content/uploads/2018/11/Primer-702010-into-action.pdf

[11] vgl. March, J.G., Organizational Learning, 1991, S. 71-87

[12] vgl. P. Olivan, Methode zur organisatorischen Gestaltung radikaler Technologieentwicklungen unter Berücksichtigung der Ambidextrie, 2019, S. 32 (https://elib.uni-stuttgart.de/handle/11682/10656?mode=full)

[13] vgl. Raisch, S., & Birkinshaw, J. (2008). Organizational ambidexterity: Antecedents, outcomes, and moderators. Journal of Management, 34, S. 375-409.

[14] vgl. P. Olivan, Methode zur organisatorischen Gestaltung radikaler Technologieentwicklungen unter Berücksichtigung der Ambidextrie, 2019, S. 32 (https://elib.uni-stuttgart.de/handle/11682/10656?mode=full)

[15] vgl. J. Witzmann, 2019, . Ambidextrous Leadership – Ein Baustein auf dem Weg zum innovationsfähigen Unternehmen? (https://www.rising-systems.de/2019/10/01/1123/)

 

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NEW WORK – NEW RULES? by Roomhero GmbH

By Expertenbeitrag No Comments

Jede Revolution hat ein Gesicht – New Work sogar sehr viele: zum Beispiel Activity Based Working, Crowdworking und Agiles Arbeiten

Zweifellos haben Internet, Digitalisierung und gesellschaftliche Veränderungen den hierarchischen Leistungssystemen der letzten Jahrzehnte immer mehr Grenzen gesetzt. Die Coronakrise hat die Arbeitswelt nun mit regelmäßigem Home Office weiter aufgebrochen. Für die Weiterentwicklung braucht es neue Ansätze wie den der Kreativökonomie von New Work. Und nicht nur die Arbeitswelt, sondern auch die Büros müssen neu gedacht werden.

Die Coronakrise hat die Welt dazu gezwungen, stillzustehen, Abstand zu nehmen (auch im übertragenen Sinne) und den Status Quo zu reflektieren. Das hat vor allem die Arbeitswelt getroffen: Laut einer Umfrage der ifo setzten im April 2020 ungefähr 75 % der deutschen Unternehmen auf Home Office, um die Krise zu meistern. Leerstehende Büros, virtuelle Teams und eine Blitz-Digitalisierung waren für viele Firmen die Folge. Und der Trend wächst sich langsam zur „Neuen Normalität“ aus: Das bayerische Forschungsinstitut für digitale Transformation (bidt) stellte fest, dass 68 % der Arbeitnehmer sich nach der Krise mehr Home Office wünschen als zuvor. Sollte der Arbeitsalltag wirklich dauerhaft mobiler, fragmentierter und virtueller werden, ist die Mitarbeiterbindung umso wichtiger. Es ist Zeit, Arbeitskonzepte neu zu denken.

Liberté, Égalité… Mobilité?

Viele Schreibtische sind schon weg, selbst in Unternehmen mit eher konservativem Ruf sieht es aus wie in einem Start-up aus dem Silicon Valley und statt Geschäftsführern oder Abteilungsleitern bestimmen immer mehr Scrum-Master das Tagesgeschäft. Die Rede ist natürlich von New Work. Das sozialökonomische Gedankenwerk des Philosophen Frithjof Bergmann hat großes Umschwungspotenzial: Fast wie im Frankreich des 18. Jahrhunderts negiert es Hierarchien und steht für maximale Gestaltungsfreiheit. Im Gegenzug verspricht New Work unbegrenzte kreative Potenziale, die sich ganz im Sinne des Arbeitgebers entfalten sollen.

Unternehmen stehen auf zwei Positionen unter starkem Veränderungsdruck: Einerseits gegenüber ihren Kunden, die immer schneller noch individuellere Produkte verlangen. Andererseits gegenüber Mitarbeitern oder Job-Kandidaten, die nicht mehr Anweisung für Anweisung erfüllen möchten, sondern sich frei in ihrem Arbeitsumfeld ausleben wollen. Um beiden gerecht zu werden, müssen Unternehmen ihre Strukturen komplett umbauen.

Allerdings gestaltet sich das schwierig ohne Bedienungsanleitung oder Vorbilder aus der ersten Konzernreihe. Mit vielen Global Playern gibt es die Vorbilder längst und mit New Work, dem Agilen Manifest und dutzenden Scrum Frameworks liegen auch schon Manuals bereit. Mit diesen Werkzeugen könnten reaktionsschnellere und flexiblere Unternehmen entstehen, in denen zufriedenere und produktivere Menschen arbeiten – sogar remote. Attraktivität ist das Stichwort: Attraktivität für Kunden in den Märkten und Attraktivität für die besten Köpfe im Recruiting. Wie kann das praktisch aussehen?

New Work konkret: Activity Based Working (ABW)

Der Niederländer Erik Veldhoen machte sich Anfang der 90er-Jahre daran, den passenden Workspace zu den Grundideen von New Work zu entwickeln. Dabei entsorgte er kleine Büroräume und verschachtelte Abteilungen. An ihre Stelle setzte er eine weitläufige Office-Landschaft, in der sich Mitarbeiter passend zur neuen Handlungsfreiheit genauso ungezwungen bewegen können. Sie erledigen ihre Aufgaben an den Plätzen, die sich am besten dafür eignen und die gerade frei sind. Im ganzen Büro finden sie alles, was sie zum Arbeiten brauchen und gestalten sich daraus temporäre Arbeitsplätze. Mitarbeiter müssen sich nun nicht mehr in das Arbeitsumfeld fügen. Es entsteht dynamisch um sie herum. Ein Konzept, das gerade bei großer Fluktuation in der Anwesenheit vor Ort bestens geeignet ist.

Genauso dynamisch kann der Arbeitsplatz durch das ganze Unternehmen wandern. So lernen sich die Mitarbeiter besser kennen und arbeiten öfters zusammen. Sie bilden spontan kleine bis große Teams, die sich mit ihren individuellen Fähigkeiten zu kompetenten Schwärmen ergänzen. Die Zusammenarbeit intensiviert sich, lockert sich andererseits auf und durchbricht alte, mitunter hemmende Strukturen.

So sehen die passenden Büroflächen dazu aus: Statt spartanischer Schreibtische stehen immer mehr gemütliche Lounge-Möbel oder Sitzsäcke im Office. Die Kaffeebar ist Schauplatz spontaner Meetings, Terrassen, Balkone und Grünflächen verwandeln sich zu Outdoor Workspaces oder Plätzen für Entspannung und Kommunikation. Mittendrin bleibt immer noch Platz für den Kickertisch, eine Tischtennisplatte oder andere beliebte Freizeit-Accessoires. Dazu wedeln ein paar Bürohunde freudig mit dem Schwanz, wenn sie Frauchen oder Herrchen den ganzen Tag begleiten können. Solche Details trennen Activity Based Working klar vom einfachen Open Office ab. Denn für den Produktivitätsgewinn reicht es nicht, einfach nur ein Großraumbüro zu eröffnen. Entscheidend ist die aktivitätszentrierte und interaktionsfördernde Gestaltung plus Wellness-Faktor. So haben selbst Mitarbeiter, die den Großteil ihrer Arbeitszeit im Home Office verbringen, einen attraktiven Bürohafen, in den sie zurückkehren können, fühlen sich wertgeschätzt und bewahren ihre Verbindung zum Unternehmen.

„Das ist das Einzige, mit dem ich als Unternehmer jemals zufrieden war“, so der legendäre Marketer Jay Chiat – Erfinder der Apple-1984-Kampagne. Er hatte Activity Based Working Mitte der 90er-Jahre in seiner Agentur eingeführt. Trotz des prominenten Testimonials blieb ABW noch für einige Jahre eine Randerscheinung in der Business-Welt. Erst als im neuen Jahrtausend die Big Techs einstiegen, brach der Bann. Für die Millennials, die nun verstärkt auf den Arbeitsmarkt drängten, war das Konzept wie gemacht, erfüllte es doch alle Wünsche nach freien, unkonventionellen Arbeitsmodellen: eben New Work.

„Besser“ schreibt man jetzt „agil“

New Work und ABW vertragen keine alten Unternehmensstrukturen oder -hierarchien und konventionelles Top-down Management. Die neuen Freiheiten verlangen nach anderen Arbeitsmodellen: Agiles Arbeiten zeigt eine mögliche Umsetzung.

Es überträgt die Flexibilität der Arbeitsplätze aus dem Activity Based Working auf die eigentliche Arbeit. Verantwortung und Entscheidungen wandern vermehrt vom Management zu Mitarbeitern und Teams. Aus Top-down wird Bottom-up, denn die Basis kennt Probleme und Möglichkeiten oft besser als die Unternehmensführung. Von dort kommen nun weniger Anweisungen, dafür mehr Motivation für die Mitarbeiter, sich aus ihren Komfortzonen herauszubewegen und sich voll in das neue Arbeitsmodell einzubringen. Führungskräfte verantworten jetzt weniger das Tagesgeschäft. Dies obliegt einzelnen Teams, genau wie die Hauptkontrolle der Arbeitsergebnisse. Dazu baut die Unternehmensführung nur Leitplanken auf und setzt übergeordnete Unternehmensziele.

Agil arbeiten, schneller reagieren

Agiles Arbeiten erhöht die Unternehmensflexibilität nachhaltig. Kunden und Märkte verlangen schon lange nach dieser Flexibilität und nach schnelleren Reaktionen auf ihre Anforderungen. Ganze Frameworks wie Scrum oder Kanban und unzählige Variationen davon unterstützen bei der Anwendung agiler Arbeitsmethoden. Sie stammen nahezu alle aus dem IT-Bereich, wo das Agile Arbeiten spätestens seit der Jahrtausendwende zum Standard zählt.

Die Methodik hat inzwischen auch andere Branchen erobert: Prominente Großkonzerne wie Adidas arbeiten seit Jahren agil, um ihre Geschäftsmodelle auf maximale Kundenorientierung und hohe Reaktionsgeschwindigkeiten zu trimmen. Zeitgleich bauen sie die passenden Büros, etwa die Adidas-Arena: ein Showroom für Activity Based Working und den neuen Arbeitsalltag mit New Work. Die Welt verändert sich, durch die Coronakrise noch rasanter als zuvor. Eine große Herausforderung für Arbeitskonzepte und Büros – aber auch eine große Chance.

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Digitale Transformation in der Bau- und Immobilienbranche Challenges, Best Practices und Schaffung ökonomischer Mehrwerte by BDBau

By Expertenbeitrag No Comments

Die jüngste ökonomische und gesundheitliche Krise, ausgelöst durch die Corona Pandemie im Frühjahr 2020, stellt etablierte Unternehmen, Start-ups und ganze Volkswirtschaften vor komplett neue Herausforderungen. Es gilt kurzfristige Cash-Flows zu sichern, nachhaltige Profite zu erwirtschaften und Kapitalrücklagen aufzubauen ebenso wie neue Arbeits- und Kommunikationsformen zu etablieren, Prozesse umzustrukturieren und vor allem Digitalisierung in das gesamte Unternehmen und staatliche Strukturen zu integrieren.

Parallel zu dieser ad-hoc Krise ist bereits seit einer Dekade eine Disruption ganzer Industrien, erprobter Geschäftsmodelle sowie eine Zunahme des ökonomischen und privaten Agierens in Netzwerken zu beobachten. Es entstehen autarke digitale Ökonomien, die durch den Einsatz modernster Technologien und Lösungen neue Geschäftsopportunitäten bieten und gleichzeitig etablierte Arbeits- und Prozessabläufe hinterfragen. Disruptive Unternehmen wie Google, Amazon, Facebook und Andere machen es vor…

… doch was haben bereits heute alle diese Unternehmen mit einer Bewertung von mehr als 1 Milliarde Dollar gemeinsam?

  1. Sie alle betreiben Plattform-basierte Geschäftsmodelle
  2. Sie alle generieren Einnahmen mit Vermögensgegenständen, die sie nicht auf ihrer eignen Bilanz tragen müssen
  3. Sie vertreiben keine Güter sondern Dienstleistungen
  4. Sie können nicht mehr klassisch einer Industrie zugeordnet werden und agieren in verschiedenen Industrien zur selben Zeit
  5. Sie sind nicht mehr in Europa angesiedelt

Wie kann die Bau- und Immobilienbranche an dieser Entwicklung partizipieren?

Digitalisierung Challenge – Das Gebäude als Dienstleistung

Die heutige Value Chain von der Gebäudeplanung über den Bau bis zum Gebäudemanagement ist von einer hohen Fragmentierung des Marktes der Anbieter und ausführenden Firmen, wie auch der innovativen Lösungsanbieter aus dem Start-up Bereich gekennzeichnet. Das Asset „Gebäude“ wird nach wie vor als Gut betrachtet, welches es gilt so effizient wie möglich zu errichten und im Anschluss zu verwalten. Der Endkonsument, egal ob privater oder gewerblicher Mieter, wird als Käufer bzw. Mieter eines fixen Objekts betrachtet, der den Vermögensgegenstand einmalig erwirbt und dann über die Dauer abnutzt.

Best Practice – Fokus auf die Flächennutzung und Services

Das Potenzial, welches sich aus einer Integration digitaler Hard- und Software Komponenten ergibt, wird heute nur in Ansätzen betrachtet. Es geht jedoch weit über das mobile Anschalten einer Lampe über ein Smartphone hinaus. Breits heute werden Gebäude genutzt, um sie nur noch rein als Dienstleistung anzubieten – Airbnb und WeWork machen es vor.

Bauprozesse lassen sich nicht nur über BIM neu steuern. Es ist vor allem die Integration intelligenter Software, die ein exaktes Tracking des Baufortschritts, der aktuellen Kostenkalkulation und der Kommunikation zwischen den verschiedenen Gewerken erlaubt. Die graphische Darstellung ist eine Komponente, jedoch liegen die größeren ökonomischen Potenziale vor allem in einer effizienteren Abstimmung zwischen allen Beteiligten.

Die dauerhafte Vermietung weicht einer Nutzer- und Serviceorientierten Dienstleistung. Der gewerbliche Mieter der Zukunft kann durch neuartige Sensorik und Software seine Kosten erhebliche senken und sein Nutzungsverhalten bedarfsorientierter gestalten. Der Eigentürmer generiert zusätzliche Einnahmen, indem er seinen Mietern nicht nur den Raum, sondern vor allem ergänzende Services schlüsselfertig mit anbietet – vom optimal beheizten Raum über den gefüllten Kühlschrank bis hin zum Buchungsmanagementsystem für temporär wechselnde Nutzer.

Digitalisierung Challenge – Das Gebäude in neuen Eigentümerstrukturen

Heute befindet sich das Gebäude klassischer Weise in dem Eigentum einer Privatperson, einer Unternehmensholding oder der Öffentlichen Hand. Dieser Eigentümer ist für den kompletten Finanzierungsbedarf ebenso verantwortlich wie für die Realisierung des Bauvorhabens und den anschließenden Betrieb des Gebäudes. Dabei trägt er allein das ökonomische Risiko und sämtliche Verpflichtungen. Nicht zuletzt die Immobilienkrise in den USA im Jahre 2008 verdeutlichte uns, wie fragil die zugrunde liegenden Finanzierungsmodelle sein und wie damit ganze ökonomische Kreisläufe ins Wanken geraten können.

Best Practice – Distributed Ownership und Datenökonomisierung

Neuartige Technologien und innovative Start-up Lösungen ermöglichen es, auch kleinste Eigentumsanteile zu erwerben, zu halten und jederzeit handeln zu können. Neue Finanzierungskonzepte wie Crowdfunding in Verbindung mit neuen Technologien erlauben auch Privatpersonen an der Finanzierung großer Projekte zu partizipieren.

In der Folge muss der gesamte Kapitalbedarf nicht auf einzelne Personen, Unternehmen und Banken verteilt werden, sondern kann aus der Masse vieler kleiner Anleger finanziert werden. Diese erhalten ihren Return on Investment ihrem Anteil entsprechend an der Vermietungs- und Servicedienstleistung, die durch das Gebäude erbracht wird. Ferner erlaubt eine weitere Ausgestaltung des Distributed Ownership Modells eine Finanzierung sämtlicher Anlagen des Gebäudes durch Dritte sowie einen Zufluss des Return-on-Investments heruntergebrochen auf Geräte- und Anlagenebene. Der Finanzierungsdruck und das Risiko lassen sich somit gleichermaßen verteilen und ermöglichen eine insgesamt risikoärmere Realisierung des Bauvorhabens und anschließenden Betrieb des Gebäudes.

Ein wirtschaftliches Asset, welches für das Unternehmen ebenso wie die Privatperson heute nach Erwerb nur Geld kostet wandelt sich so zu einem Vermögensgegenstand, der Cash-Flows und dauerhafte Einnahmen generiert. Ferner kann durch die Integration von Sensorik und entsprechender Software in das Gebäude und die Anlagen das Buzzword „Industrie 4.0“ mit Leben gefüllt werden. Die Anlagen und Geräte werden in Zukunft Daten bereitstellen, die für den Eigentümerpool eine weitere Einnahmequelle darstellen. Die so entstehende autarke digitale Ökonomie lässt den Vermögensgegenstand Gebäude nach attraktiver werden und erlaubt eine völlig neue Wirtschaftlichkeitsbetrachtung des Bauvorhabens und des Gebäudemanagements.

Digitalisierung Challenge – Einseitige Geschäftsmodelle aufbrechen

Sowohl die Bau- als auch die Immobilienbranche sind klassischer Weise charakterisiert durch einseitige Anbieter – Nachfrager orientierte Geschäftsmodelle. Die Leistungserbringung ist dabei durch zwei Determinanten bestimmt: Die Leistungsfähigkeit, das Angebotsspektrum und die Qualität der ausführenden Firmen sowie die Zahlungsbereitschaft des Eigentümers und Betreibers, was häufig zu mangelhaften Ergebnissen, ineffizienten Ressourcenallokationen und explodierenden Kosten führt. Prominente Beispiele hierfür liefern die Elb-Philharmonie ebenso wie der Berliner Flughafen BER.

Best Practice – Die Digitalisierung durch eine ganzheitliche Plattform und ein Denken in Ökosystemen

Etablierte Unternehmen zeigen, wie man die Errichtung und das Managements eines Gebäudes durch deutsche Ingenieurskunst mit höchster Qualität errichten und betreiben kann. Innovative Start-ups zeigen, wie die Digitalisierung genutzt werden kann, um Teilaspekte des Bau- und Gebäudemanagementprozesses effizienter zu gestalten und neue Produkt-Dienstleistungskombinationen zu schaffen. Der Nutzer von Gebäuden verdeutlicht uns durch seine Bedarfsänderung, wie Gebäude in Zukunft genutzt werden können. Neuartige Kommunikations- und Informationssysteme erlauben es, den gesamten Prozess effizienter zu steuern, Informationslücken zu schließen und Transparenz zwischen allen Beteiligten zu schaffen.

Durch die Verbindung des Angebotsspektrum klassischer Unternehmen mit innovativen Lösungen entstehen neuartige Lösungen und Produkte, die nicht nur die Planung und den Bau, sondern auch den Betrieb von Gebäuden ökonomisch sinnvoller und nachhaltiger gestalten werden. Die Anbindung des Nutzers von Gebäuden erlaubt eine bedarfsspezifischere Ausgestaltung der Infrastruktur, des Gebäudes und relevanter Dienstleistungen. Das neu generierte Angebot an den Nutzer kann in Echtzeit überprüft und angepasst werden. Durch die Kombination vieler Anbieter, Nachfrager und Nutzer entsteht eine umfangreiche Produkt- und Serviceangebotsvielfalt, die in der analogen Welt heute so noch nicht existiert.

Fragmentierungen im Angebotsmarkt können über eine Plattform gemindert, etablierte Unternehmen, Start-ups und die Öffentliche Hand in einem Ökosystem vernetzt werden. Die Digitalisierung sollte pragmatisch genutzt werden, um Prozesse, innovative Produkte und Dienstleistungen sowie neue Arbeitsweisen direkt in einem Netzwerk Charakter zu etablieren. Konkret messbare ökonomische Mehrwerte werden in Zukunft durch organisationale Kollaboration und produkttechnische Integration auf einer Plattform erzielt werden.

Autorenprofil Janna Zielinski

Janna Zielinski verfügt als Unternehmensberaterin, Speaker und mittelständische Unternehmerin über umfangreiche Erfahrungen der digitalen Transformation etablierter Industrien und Unternehmen sowie in der Entwicklung innovativer, skalierbarer Geschäftsmodelle.

Seit mehr als 10 Jahren unterstützt Sie Großunternehmen, Mittelständer, Start-ups und Öffentliche Institutionen in der Entwicklung und Umsetzung von Digitalstrategien, der Erprobung neuer Technologien und der Realisierung messbarere ökonomischer Mehrwerte. Ihr Fokus liegt dabei stets auf einer praktikablen Umsetzung sowie der Einbindung des nötigen Ökosystems. Sie ist Gründungs- und Vorstandsmitglied des Bundesverband digitales Bauwesen.

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Wann, wenn nicht jetzt? – Plädoyer für ein flexibles Partner-Ökosystem by REALCUBE GmbH

By Expertenbeitrag No Comments

Von REALCUBE-Gründer und -Geschäftsführer Dr. Uwe Forgber

Der jahrelange Höhenflug der Immobilienwirtschaft wird in der aktuellen und anhaltenden Situation aufgrund der Corona-Pandemie nicht komplett ausgebremst, aber doch teils stark belastet. In der Branche werden verstärkt Risiken, aber auch vielerorts weiter die Chancen diskutiert, die mit den nun notwendig werdenden Änderungen einhergehen. Im Einzelhandel, bei den Banken und bei den Medien ist die Transformation in die Digitalisierung seit über zwei Jahrzehnten zu beobachten. Kommt jetzt die Phase, in der auch die Immobilienwirtschaft alte Gewohnheiten abschüttelt und sich innovative Geschäftsmodelle, neue Technologien und effizientere Prozesse deutlicher Bahn brechen?

Fluch und Segen

Allein der Blick auf die Innovationen und den Einfallsreichtum von über 300 Proptech-Unternehmen in der DACH-Region legt diese Erwartung nahe. Doch regulatorische Rahmenbedingungen erweisen sich meist immer noch eher als Fluch, denn als Segen. Fehlende IT-Ökosysteme für die Immobilienbranche stellen ein großes Hindernis dar. Hinzu kommt: Mit kulturellen Vorbehalten stehen sich die Entscheider im Asset Management oftmals selbst im Weg.

Die Forderung: Digitale Rahmenbedingungen schaffen!

Wenn jetzt die Europäische Union und die deutsche Bundesregierung mit Milliardenbeiträgen die Wirtschaft unterstützen, wollen sie zugleich, dass diese grüner und digitaler gestaltet wird. Das Stichwort in Europa lautet: Green Deal. Dies fordern indirekt auch viele Befragte in der jüngsten ZIA-Studie, der die Rahmenbedingungen für digitale Technologien und Anwendungen in Deutschland als gerade mal durchschnittlich einstuft. Ein Viertel vertritt sogar die Meinung, dass die Rahmenbedingungen unterdurchschnittlich seien.

Regulatorische Hemmnisse beseitigen

Neben der IT-Sicherheit, dem Datenschutz, den Kosten- und Investitionsbedarfen sowie der Standard- bzw. Schnittstellenproblematik sind es vor allem Breitbandverfügbarkeit und rechtlichen Rahmenbedingungen, die eine weitere Transformation in die Digitalisierung aktuell hemmen. Allgemein lässt sich sagen, dass mit der Digitalisierung zahlreiche Szenarien auftreten, die von den bisherigen Gesetzen und Richtlinien nicht oder nicht ganz abgedeckt werden. Oft sind neue Interpretationen notwendig. Davon sind Rechtsbereiche betroffen, wie das Wettbewerbsrecht, das Eigentumsrecht oder auch Haftungsregelungen. Konkret wäre im Asset Management beispielsweise eine höhere Flexibilität bei Mietverträgen wichtig, was heute schlicht noch an Schriftform-Erfordernis scheitert. Zu wünschen wäre auch eine höhere Transparenz von Nebenkostenabrechnungen, um effizient und übersichtlich Fehlbeträge einfach glattziehen zu können.

Die Datenschutz-Problematik

Lösungen, wie die gerade entwickelte «Corona-App» mit ihrer dezentralen Datenhaltung, oder neue Entwicklungen, wie die Blockchain-Technologie für fälschungssichere Dokumente und Datensätze sind großartige Beispiele für funktionierenden Datenschutz. Doch die regulatorischen Vorgaben zum Datenschutz, wie etwa die DSGVO, sind zwangsläufig kompliziert, wenn sie ihren Zweck erfüllen sollen. Und auch dann noch können sie keine 100prozentige Sicherheit versprechen und lassen zudem Interpretationsspielraum. So entstehen Unsicherheiten und Unverständnis, die keinen guten Nährboden für Veränderung bilden. Weshalb etwa dürfen eingehende Objektdaten von Maklern nicht genutzt werden? Sie wären wertvolle und komplementäre Daten zu den intern vorhandenen Datensätzen, um zum Beispiel notwendige Analysen besser vornehmen zu können. Datenschutz darf hier kein Stolperstein bleiben.

Nicht auf perfekten Standards warten

«Die Auswertung vorhandener Daten wird erheblich durch ihre Heterogenität erschwert …» wie auch die jüngste ZIA-Studie als eines der Kernprobleme in der weiteren Digitalisierung erkennt. Übergreifende Standards zu schaffen, ist hingegen eine langwierige und komplexe Angelegenheit. Erst recht, wenn sie international verankert werden oder entlang des gesamten Immobilien Lebenszyklus Wirkung entfalten sollen. Das zeigt schon die intensive Arbeit von buildingSMART, DIN oder CEN. Sie helfen, ein medienbruchfreies digitales Datenmanagement zwischen den Beteiligten zu ermöglichen und Prozesse zu automatisieren.

Doch gerade in der hyperheterogenen Bau- und Immobilienwirtschaft mit ihrer gewerkeübergreifenden Vielfalt darf auf ein umfassendes finales Ergebnis nicht länger gewartet werden. Vielmehr ist eine Verständigung auf standardisierte Teilbereiche hinreichend, um mit seiner Digitalisierungsstrategie weiter voranzukommen. Ein gelungenes Beispiel dafür ist die Energieverordnung. Dringender Handlungsbedarf besteht hingegen bei Aufbau und Etablierung eines einheitlichen Ökosystems für das digitale Asset Management.

Einheitliches Ökosystem statt Insellösungen

Die vielen Proptechs der DACH-Region bieten intelligente Prozesslösungen und Geschäftsmodelle. Jedes einzeln für sich betrachtet, verspricht Effizienzoptimierung und eine Steigerung der Marge. Doch aus der Gesamtsicht eines Asset-Datenmanagers macht es wenig Sinn, sich fünf, sechs oder zehn Insellösungen ins Haus zu holen, die nur über ein teures Schnittstellenmanagement zur weiteren Prozessautomatisierung beitragen. Auch hier hat die jüngste ZIA-Studie klargestellt: «Die Verfügbarmachung aller relevanten Daten inklusive ihrer Harmonisierung ist (…) unabdingbar.» Das Jahr 2020 wird rückblickend als das Jahr in die Geschichtsbücher eingehen, in dem die Konsolidierung in der Proptech-Landschaft mit all ihren gut gelösten Teilaspekten begann. Diese Entwicklung bietet aber zugleich die Chance, zu einheitlichen Ökosystemen in der Bau- und Immobilienwirtschaft zu kommen. Das Ziel: Eine unkomplizierte Verknüpfung der vielfältigen Applikationen unserer Branche zu ermöglichen, wie wir das im Alltag mit unseren Smartphones längst schon lange kennen und schätzen.

An- und einbinden – die REALCUBE-Lösung

Doch solange die Stakeholder mit unterschiedlichen, immer noch komplexen und meist autarken Softwaresystemen agieren müssen und der Austausch von relevanten Daten oftmals händisch zwischen den Systemen erfolgt, bleibt auch die Bereitstellung verlässlicher Informationen kostenintensiv. REALCUBE will dies ändern und bietet eine gemeinsame Datenplattform für alle Stakeholder und ihre digitalen Anwendungen an. Hier können über eine offene API individuell relevante Partner-Ökosysteme aufgebaut werden. Die Systemarchitektur von REALCUBE ist so exakt darauf ausgelegt, verschiedene Softwareanwendungen anzubinden und so die relevanten Applikationen und Softwareanwendungen für ein digitales Asset Management ohne Schnittstellenproblematik zur Verfügung zu stellen.

Das vorausschauende «API-first»-Prinzip

Wir verfolgen mit REALCUBE einen sehr vielversprechenden und zugleich nachhaltigen Ansatz auf Basis unseres Technologieprinzips «API-first». Unsere Cloud-Plattform bietet Eigentümern und Asset Managern die Möglichkeit, alle relevanten Immobiliendaten gebündelt zu verwalten und tagesaktuell zu analysieren. Sie ermöglicht aber auch die Integration verschiedenster etablierter Softwareanwendungen in das Partner-Ökosystem. Zudem werden Kosten für marktübliche Schnittstellenprojekte eliminiert. Bei den aktuellen REALCUBE-Nutzern, etwa aus dem Segment der Wohnungswirtschaft oder aus dem Retail-Segment, sind dank unseres kontinuierlich wachsenden Ökosystems hocheffiziente Prozesslösungen in den Bereichen Mietvertragsmanagement, Mieter- und Vermietungsportale oder Indoor Navigation schon heute kombiniert im Einsatz.

ZUR PERSON & ZUM UNTERNEHMEN

Dr. Uwe Forgber ist Unternehmer, Innovator und Digitalisierungsexperte mit langjähriger internationaler Erfahrung. Er war Mitgründer der im Jahr 2000 gestarteten Conject AG (später Aconex und heute Teil des Oracle-Universums), die das durchgängige digitale Datenmanagement in der Bau- und Immobilienwirtschaft einführte. Er ist Gründer und Geschäftsführer der 2016 in München gegründeten REALCUBE GmbH sowie Mitgründer und Geschäftsführer der REALDIGITAL Gruppe.

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Interview mit den Hamburger PropTech Gründern: Tom Leppin (Managing Partner) und Kjell Ole Beckmann (Managing Director) by REOS GmbH

By Expertenbeitrag No Comments

1) In welchem Bereich seid ihr als PropTech tätig?

Tom Leppin: Wir haben die REOS GmbH 2017 in Hamburg gegründet, um die Immobilienbewirtschaftung und Portfolioverwaltung zu digitalisieren.

Unser Unternehmenshintergrund entspricht dem einer klassischen Gründungsgeschichte: Als ehemalige Projektentwickler haben wir ein Defizit an verfügbaren Lösungen zur ganzheitlichen Vernetzung von Gebäuden, Mietern und Eigentümern vorgefunden. Eine vergleichbare Lösung, wie wir sie nun mit REOS geschaffen haben, gab es nicht. Zur Steuerung und Verwaltung unseres eigenen Smart Buildings in Berlin mussten wir selbst eine Plattform entwickeln.

2) Worin besteht euer Geschäftsmodell? Wie wollt ihr die tradierte Immobilienbranche revolutionieren?

Tom Leppin: REOS ist die digitale Lösung für ein vollumfängliches Mieter- und Immobilienmanagement. Wir verbinden das Gebäude erstmals mit seinem Eigentümer und den Mieterinnen und Mietern.

Als erste Cloud-Plattform kombiniert REOS Softwarelösungen mit Echtzeitdaten aus der Immobilie. Dazu zählen unter anderem Verbrauchswerte, Zutrittsberechtigungen oder klassische Störmeldungen. Diese erhalten wir über innovative Schnittstellen in Form von direkten APIs zwischen Software und IoT-Hardwarekomponenten im Gebäude. Das REOS Gateway bündelt diese Informationen und stellt sie über die REOS Verwaltungsplattform sowie das Mieterportal mit App direkt zur Verfügung. Mithilfe von IoT visualisieren wir somit das Physische ins Digitale. Unsere Kunden steuern mit der Plattform ihre täglichen Verwaltungsaufgaben über den gesamten Mieterzyklus und das Gebäudemanagement hinweg.

Kjell Ole Beckmann: Die REOS Plattform ist modular aufgebaut. Je nach Use Case sind wir in der Lage, eine maßgeschneiderte Digitalisierungsstrategie für Micro-Living-Konzepte, Mehrfamilienhäuser oder Quartiersentwicklungen anzubieten. Unser Ziel ist, das Prozesswesen rund um die Verwaltung und den Betrieb großer Einheiten kostensparend zu vereinfachen und zu beschleunigen. Aktuell haben wir mit der Firma Hines am Südkreuz in Berlin ein ganzheitlich vernetztes Zukunftsquartier umgesetzt. Durch die ganzheitliche Vernetzung von Gebäuden, Bewohnern und Verwaltung lässt es sich nachhaltig und kosteneffizient bewirtschaften. Zusätzlich haben wir die Südkreuz-App entwickelt, die ausschließlich den Bewohnern des Zukunftsquartiers zugänglich ist und durch die sich das Gemeinschaftsangebot auf den individuellen Bedarf der Bewohner anpassen lässt.

Gemeinsame Veranstaltungen und Messeauftritte mit hiesigen Institutionen, wie z.B. Hamburg Invest oder der Handelskammer Hamburg unterstützen uns PropTechs aus dem Norden dabei, die Immobilienbranche zu revolutionieren.

 3) Was meint ihr, welche Chancen eröffnen PropTechs der traditionellen Immobilienbranche?

Kjell Ole Beckmann: Anstatt einem Partner Digitalisierung einfach überzustülpen, sehen wir das größte Potenzial in maßgeschneiderten Lösungen. Als PropTech sind wir maximal agil und können die Erfahrungen aus unserer eigenen Projektentwicklung direkt bei der Umsetzung der Digitalstrategien unserer Kunden einfließen lassen. Denn auch wir haben uns ursprünglich mit den gleichen Fragen und Themen konfrontiert gesehen und viel daraus gelernt.

Zudem wird auch das Thema ‚Nachhaltigkeit‘ für die Immobilienbranche immer relevanter. Auf der einen Seite sieht der Gesetzgeber eine monatliche Informationspflicht über Verbrauchswerte ab 2022 für den Endnutzer vor. Auf der anderen Seite kollidieren Managementvorgaben über konkreten Richtwerten im Umgang mit Ressourcen mit dem operativen Tagesgeschäft.

Aus Erfahrung wissen wir: Jede Nachhaltigkeitsstrategie ist nur so gut, wie der Status Quo auf dem sie aufsetzt. Bei kaum einer anderen Kategorie von Verbräuchen haben Konsumenten nur einmal im Jahr eine Übersicht, so wie es bei Energieverbräuchen aktuell Stand der Dinge ist. Wo also kommen die Daten her, die als Grundlage dienen – für Smart Building und zukünftig auch für Smart City Projekte? Indem unser Gateway beispielsweise Verbrauchswerte direkt aus der Immobilie erfasst, schließen wir die Brücke zwischen dem operativen Tagesgeschäft und ambitionierten Unternehmenszielen sinnvoll.

4) Die Vernetzung von Wohngebäuden spielt eine immer größere Rolle. Der Smart Meter Rollout ist endlich gestartet. Die Transparenz von CO2-Emissionen wird aufgrund des Klimaschutzgesetzes immanent für den Gebäudebereich inklusive deren Senkung. Stellt Ihr aufgrund dieser Themen ein zunehmendes Interesse an Eurer Lösung fest?

Tom Leppin: Als Plattformanbieter merken wir aktuell eine Zunahme an Beratungsanfragen zu diesem Thema. Interesse ist zwar der erste Schritt zur Umsetzung einer Lösung, dennoch könnte und sollte es bereits mehr davon geben. Wir sehen ja, dass die gesetzlichen Richtlinien schon jetzt in Kraft getreten sind und weitere in absehbarerer Zeit folgen werden. Das scheint in der breiten Masse der Wohnungswirtschaft jedoch noch lange nicht angekommen zu sein. Als jetzt endlich das dritte Smart Meter Gateway zertifiziert wurde, ist das leicht in Vergessenheit geratene Gesetz wieder auf die Agenda zurück gekehrt.

Jedes Portfolio hat natürlich eigene Besonderheiten und eine einzigartige Ausgangssituation. Auffällig ist aber, dass die Akteure der Wohnungswirtschaft nur in den seltensten Fällen ein tragbares Nachhaltigkeitskonzept vorweisen können. Dabei mangelt es häufig an Wissen und Kompetenz in der Umsetzung. Nur wer sich dies eingesteht, kann jetzt noch rechtzeitig mit einem Masterplan dagegen ansteuern. Wir haben den Eindruck, dass die Umstellung trotz gesetzlicher Vorschriften einfach noch nicht auf der operativen Agenda angekommen ist.

Jedoch spüren wir seit der Corona-Pandemie, dass die Nachfrage seitens Verwaltungen nach einer Mieterapp enorm gestiegen ist. Die Immobilienwirtschaft ist gezwungen nach neuen digitalen Wegen der Kommunikation mit dem Mieter und Dienstleistern zu suchen. Die App bietet auch weitere Vorteile, Verwaltungsaufgaben effizient und nachhaltig zu gestalten.

Bilder



Bildunterschrift: Living House Berlin, Deutschlands erstes digitales Co-Living-Konzept im Bereich studentisches Wohnen.

Tom Leppin, Gründer & Managing Partner, Product Development & Operations

Product Development & Operations, setzte zuvor IT-Großprojekte um und war als selbständiger Berater für namenhafte Immobilieninvestoren und Projektentwickler tätig.

 Kjell Ole Beckmann, Managing Director, Business Development & Sales


Business Development & Sales, betreute zuvor als selbstständiger Berater verschiedene Unternehmen in den Bereichen Business Development, Marketing und Strategy.

Unternehmensbeschreibung

REOS im Herzen Hamburgs – hier trifft die etablierte Immobilienbranche auf Digitalstrategien und nachhaltige Zukunftsprojekte. Netzwerkinitiativen und Startupverbände stehen in regem Austausch über neue Ideen und Möglichkeiten, die Hansestadt noch lebenswerter zu gestalten – und REOS ist mittendrin. Anfang 2020 bezog REOS das „Brick & Brain“ Gebäude in zentraler Lage zwischen der Hafen City und dem Hamburger Hauptbahnhof.

Als erste Cloud-Plattform kombiniert REOS Softwarelösungen mit Echtzeitdaten aus der Immobilie. Dazu zählen unter anderem Verbrauchswerte, Zutrittsberechtigungen oder klassische Störmeldungen. Diese erhalten wir über innovative Schnittstellen in Form von direkten APIs zwischen Software und IoT-Hardwarekomponenten im Gebäude. Das REOS Gateway bündelt diese Informationen und stellt sie über die REOS Verwaltungsplattform sowie das Mieterportal mit App direkt zur Verfügung. Mithilfe von IoT visualisieren wir somit das Physische ins Digitale. Unsere Kunden steuern mit der Plattform ihre täglichen Verwaltungsaufgaben über den gesamten Mieterzyklus und das Gebäudemanagement hinweg.

Mit REOS erhalten Mieter die Möglichkeit , von diversen Services und Mehrwerten zu profitieren. Hierzu haben wir Kooperationen mit Unternehmen aus verschiedenen Bereichen geschlossen und sie in das System eingebunden. Diese Option wird nach Bedarf und auf Wunsch freigeschaltet.

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Welchen Mehrwert schaffen Smart Buildings? by Art-Invest Real Estate Management GmbH & Co. KG

By Expertenbeitrag No Comments

Smart Buildings sind in aller Munde. Doch welche konkreten Erfahrungen gibt es zu Kosten und Nutzen intelligenter Gebäude?

Zusammenfassung: Die am einfachsten zu messenden Vorteile liegen in der Reduktion des Energieverbrauchs. Die RWTH Aachen (E.ON Energy Research Center / Lehrstuhl für Gebäudeautomation Prof. Dr. Müller) hat das Smart Building Konzept von Art-Invest Real Estate überprüft. Das Ergebnis: mit den eingesetzten Technologien (siehe „Best Practices von A-Z“ am Ende des Artikels) lassen sich Energieeinsparungen von mehr als 30% erzielen. Dies entspricht rund 0,3 €/m² pro Monat. Die Investition in intelligente Technologien sollte in einer frühen Planungsphase erfolgen, um lebenszykluskostenorientiert die beste Lösung zu erzielen. Durch eine integrierte Planung müssen nicht zwangsläufig Mehrkosten für ein intelligentes Gebäude entstehen.[1] Neben Energieeffizienz bietet ein intelligentes Gebäude weitere Vorteile wie Transparenz der Flächennutzung und erhöhten Komfort für die Nutzer mittels einer App. Diese Mehrwerte stellen vor allem für die Mieter einen monetären Mehrwert dar. Ein kooperativer Austausch über die technischen Möglichkeiten und Anforderungen der Mieter gefolgt von einer sachgerechten Allokation des Investments und der laufenden Kosten intelligenter Technologien ist ein weiterer Schlüssel, wie Immobilieneigentümer und Mieter von der Investition in ein intelligentes Gebäude profitieren können.

Nachhaltigkeit, Effizienz und Zufriedenheit sind die wichtigsten Leistungsversprechen eines intelligenten Gebäudes

Um die monetären Mehrwerte eines intelligenten Gebäudes zu erfassen, ist das 3-30-300 Modell von JLL[2] ein guter Bewertungsrahmen, der aufzeigt, in welchen Dimensionen die Mehrwerte für den Nutzer liegen. Daran lässt sich erkennen, dass innerhalb der Gesamtkosten eines Mieters die Nebenkosten (rund 3€/m²/Monat) der kleinste Hebel sind, gefolgt von Miete (30 €/m²/Monat) und den Personalkosten (300 €/m²/Monat). Aus einer Sichtweise heraus, die den langfristigen Nutzer eines Gebäudes – den Mieter – in den Vordergrund rückt, gilt es herauszufinden, wie hoch die Mehrwerte eines intelligenten Gebäudes gegenüber einem konventionellen Gebäude in Bezug auf die Nebenkosten, die Flächennutzung und die Mitarbeiterzufriedenheit sowie Produktivität sind. Am einfachsten zu messen sind die Nebenkosten, bei denen ein intelligentes Gebäude vor allem durch nutzungsbasiert statt zeitbasiert erbrachter Dienstleistungen und Gebäudesteuerung punktet.

Corporates haben wachsende Anforderungen an Nachhaltigkeit und Mitarbeiter-Wellbeing

Bisher gab es nur wenige Erfahrungswerte, wie diese Vorteile auch monetär messbar gemacht werden können, da es schlichtweg an intelligenten Immobilien mangelte, anhand derer man die potentiellen Vorteile eruieren konnte. Nach und nach verlangen aber immer mehr Nutzer – angefangen bei großen Corporates – nach nachhaltigen Immobilien, die gesunde und attraktive, moderne Arbeitsplätze bieten. Der Fokus liegt darauf, eine Immobilie anzumieten, die den Mitarbeitern gute und gesunde Arbeitsbedingungen bietet und die Nachhaltigkeitsziele unterstützt. Gleichzeitig gibt es erste intelligente Immobilien in Deutschland, anhand derer die Vorteile messbar und erlebbar werden. Vor allem die Einsparungen beim Energieverbrauch durch eine nutzungs- statt zeitbasierte sind gut messbar. Erfahrungen zeigen, dass Einsparungen bis zu 30% des Energieverbrauchs bzw. 0,30 €/m² pro Monat erzielbar sind.

Die Coronakrise beschleunigt die Nachfrage nach intelligenten Immobilien

Während des Lockdowns standen zeitweise viele Bürogebäude leer und es kam die Frage auf, wie ein leerstehendes Gebäude gemanagt werden muss. Intelligente Gebäude hätten selbst erkannt, was in ihnen vorgeht und hätten sich automatisch entsprechend angepasst, beispielsweise durch Herunterfahren der Heizung, Lüftung und Klimatisierung und Ausschalten des Lichts in den leerstehenden Bereichen.

Für die Zukunft stellen sich viele Betreiber und Nutzer von Gebäuden die Frage, wie intensiv ein angemietetes Gebäude genutzt werden wird, wenn die Arbeitsorte der Mitarbeiter flexibler werden. Eine intelligente Zugangssteuerung, die regelt, welche Etagen oder Bereiche genutzt werden, kann Betriebskosten sparen. Außerdem wird der Wunsch nach einer Transparenz zur Flächennutzung lauter. Wo früher stichprobenartig Zählungen der Arbeitsplatzbelegung durchgeführt wurden, können dies heute schon längst feinmaschige und IoT-fähige Sensoren übernehmen. Wichtig ist, dass die Daten anonym bzw. DSGVO-konform und sicher erfasst werden. Daraus lassen sich Trends und grafische Auswertungen erstellen, die einen hohen Zugewinn an Informationen über das Nutzungsverhalten und Präferenzen liefert. Noch ist unklar, wie sich die Krise auf die quantitative Flächennachfrage auswirken wird. Klar ist aber, dass die technologische Ausstattung und damit die qualitativen Anforderungen steigen werden. Dies lässt sich zum Beispiel daran belegen, dass vermehrt der Wunsch nach Messung der Luftqualität aufkommt. Eigentümer und Planer werden künftig vermehrt derartige Anforderungen umsetzen müssen, um die Vermietbarkeit der Immobilie sicherzustellen. Auch Investoren legen auf Grund der Langfristigkeit ihrer Anlagestrategie – und vereinzelt klarer Vorgaben in Bezug auf Nachhaltigkeit und CO2-Emissionen – vermehrt ein Augenmerk darauf, ob Immobilien energieeffizient, smart und zukunftsfähig sind. Zukunftsfähig bedeutet, dass sich das Gebäude „upgraden“ lässt und zum Beispiel eine intelligente Grundinfrastruktur gelegt ist („Nervensystem“), die sich erweitern und mit neuen Funktionen („Sinnesorganen“) ausstatten lässt.

Amortisation vieler intelligenter Technologien bereits nach wenigen Jahren

Bei einer Lebenszyklusbetrachtung lohnt es sich oft schon sehr schnell, in intelligente Lösungen zu investieren. Dies setzt jedoch voraus, dass der Projektentwickler oder Bestandshalter die Ziele bereits frühzeitig definiert. In frühen Planungsphasen ist die Beeinflussbarkeit der Lebenszykluskosten hoch und bei einer nutzungsorientierten Planung lassen sich erhebliche Einsparungen über den Lebenszyklus erzielen.

 

Quelle: Abbildung nach Streck S. (2011) Allgemeine Planungsgrundsätze. In: Wohngebäudeerneuerung. Springer, Berlin, Heidelberg.

Win-Win Situation für Mieter und Eigentümer

Die Herausforderung besteht darin, die eventuellen Mehrkosten sachgerecht zu allokieren. Da die Mehrwerte in der Betriebsphase entstehen, sollte die Finanzierung in eine überlegene Technologie auch durch die Profiteure der entstehenden Mehrwerte getragen werden. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele Mieter bereit sind, höhere Mieten zu bezahlen, wenn die Kosten unter dem Strich niedriger sind als die Zusatzmiete.“, so Johannes Nußbaum, Head of Innovation bei Art-Invest Real Estate. Neben einer Zusatzmiete ist auch die Umlage laufender Lizenzgebühren smarter Lösungen über die Nebenkosten oder eine Einmalzahlung üblich. Die Anbieter intelligenter Gebäudetechnologien im Bereich Hardware und Software haben diese Mechanismen verstanden und aus ihren Erfahrungen mit den Immobilienunternehmen gelernt. Daraus sind flexible Preisstrategien entstanden, die den unterschiedlichen Renditekalkulationen von exitgetriebenen Trader-Developern auf der einen Seite und langfristigen Bestandshaltern auf der anderen Seite Rechnung tragen. So profitieren Mieter und Eigentümer gleichermaßen.

[1] Hierzu liegen aktuell Konzepte vor allem aus dem Bereich Gebäudeautomation vor. Eine empirische Überprüfung bedarf weiterer Erfahrungswerte aus der Praxis. Bislang sind Mehrkosten von rund 1-4% der Baukosten als Referenzwert für höhere Capex intelligenter Gebäude der Richtwert.

[2]  https://www.us.jll.com/en/trends-and-insights/workplace/a-surprising-way-to-cut-real-estate-costs#:~:text=The%203%2D30%2D300%20rule%20illustrates%20the%20average%20order%20of,square%20foot%2C%20per%20year).&text=While%20actual%20figures%20will%20vary,a%20solid%20rule%20of%20thumb.

 


Johannes Nußbaum
 ist Head of Innovation bei Art-Invest Real Estate und verantwortet die Smart Building Strategie. Er verfügt über eine mehr als neunjährige Erfahrung in der Immobilienbranche. Aktuell begleitet er die Umsetzung mehrerer intelligenter Immobilien im Portfolio von Art-Invest Real Estate.

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