Die Umsetzung der neuen EED-Richtlinie – Mit automatisierten Fernablesungen Verbraucher transparent und verständlich informieren by Comgy GmbH

By 04.09.2020 September 8th, 2020 Expertenbeitrag

Was sich hinter dem Schlagwort EED verbirgt, was es für die Wohnungswirtschaft bedeutet und welche Chancen die neue Auflage gleichzeitig bietet.

 Die Energieeffizienz-Richtlinie

Die Novelle der EU-Energieeffizienz-Richtlinie (Energy Efficiency Directive, kurz EED) schreibt es verbindlich vor: Ab dem 25.10.2020 beginnt die Übergangsphase, um Mieter mindestens monatlich über ihren Energieverbrauch zu informieren. Grund ist das große Energiesparpotenzial, das im Wärmeverbrauch im Gebäudesektor liegt. So fällt gut ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs Deutschlands beim Heizen und bei der Warmwassererwärmung an. Zudem zeigen zahlreiche Studien für die in Deutschland praktizierte individuelle Heizkostenabrechnung Verbrauchsrückgänge zwischen 15 und 30 Prozent.[1] Ergeben sich die Kosten jedes Nutzers aus seinem Verbrauch, so steigt der individuelle Anreiz, diesen zu reduzieren. Wird zusätzlich häufiger als einmal im Jahr informiert, sinkt der Energieverbrauch noch weiter – in einem breit angelegten Modellversuch der Deutschen Energie-Agentur dena beispielsweise um weitere 10 Prozent.[2]

Angesichts der gesteckten Klimaziele sowie dem generellen Ziel der Verringerung der Abhängigkeit von Energieimporten baut die Europäische Union auf diesen Effekt und hat mit Inkrafttreten der EED-Novelle Ende 2018 eine sogenannte ‘unterjährige Verbrauchsinformation’ zur Pflicht gemacht. Damit sollen die Mieter künftig transparenter und häufiger über ihren Energieverbrauch informiert werden. Bis zum 25.10.2020 soll dies entsprechend in nationales Recht umgesetzt sein.[3]

 Was bedeutet dies für die Wohnungswirtschaft?

Konkret ist in der EED vorgesehen, dass ab dem 25.10.2020 nur noch fernauslesbare Messtechnik installiert werden darf. Bis zum 01.01.2027 müssen sämtliche Messgeräte fernauslesbar sein. Und ab dem 01.01.2022 müssen alle Verbraucher mit fernauslesbarer Messtechnik monatlich eine Verbrauchsinformation erhalten. Für Geräte, die manuell ausgelesen werden, gelten Übergangsfristen. Allerdings bedeuten auch die dann geforderten halbjährlichen Verbrauchsinformationen ohne Automation schon einen signifikanten Arbeitsaufwand. Ergo ist die Messdienstbranche gefordert, entsprechende Lösungen für die Wohnungswirtschaft anzubieten.

Messdienst neu gedacht

Die EED ist ein legislativer Treiber für unsere Comgy Mission, die wir bereits vor 3 Jahren definiert haben: transparente und verständliche Heizkostenabrechnungen zu liefern, damit Mieter sinnvoll Energie sparen und letztendlich lästige Nachzahlungen vermeiden können. Dazu haben wir als PropTech im Vergleich zu anderen Messdiensten von Anfang an auf eine vollautomatische stationäre Auslesung aller Zähler per Funk gesetzt – nicht nur die zukünftig geforderten einmal pro Monat, sondern bereits jetzt tagesaktuell.

Diese Werte gilt es selbstverständlich so zu präsentieren, dass der Verbraucher auch einen Mehrwert daraus ziehen kann. Comgy setzt dafür auf online abrufbare Verbrauchsübersichten, die flexibel in bestehende Apps oder Mieterportale integriert werden können oder als eigenständige Web- oder Mobile-Applikation verfügbar sind. Sowie alternativ auch als PDF, welches per E-Mail oder Post versendet werden kann. Dabei belassen wir es nicht bei Balkendiagrammen für Verbräuche in Kilowattstunden und Litern, sondern integrieren direkt Kostenschätzungen, um Mietern ihr Verbrauchsverhalten in Euros ersichtlich zu machen. Das ist in unseren Augen die Zukunft, die wir mit unserer Lösung bereits heute ermöglichen.

 

Positive Nebeneffekte der monatlichen Verbrauchsinformation

Eine vollautomatische Fernauslesung von Zählern ermöglicht nicht nur kontinuierliche monatliche Verbrauchsinformation. Sie lässt auch sämtliche physische Ablesetermine – wie zum Beispiel bei Mieterwechseln – der Vergangenheit angehören und reduziert damit den Verwaltungsaufwand für alle Beteiligten. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass Verbrauchsfresser vom System automatisch identifiziert werden und so direkt gegengesteuert werden kann. Typische Beispiele sind die Früherkennung einer laufenden Toilettenspülung oder einer Wasserleckage, bei der die Kosten in signifikante Höhen schnellen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behoben werden (2,3 Mrd Volkswirtschaftlicher Schaden in Deutschland pro Jahr).[4] Eine automatisierte Verbrauchsmessung ermöglicht darüber hinaus ein fortlaufendes CO2-Monitoring, welches den CO2-Fußabdruck des Gebäudes erstellt, überwacht und die Grundlage für Optimierung darstellt. Davon profitiert die Umwelt und das Nachhaltigkeitsrating der Immobilie.

Somit agiert die EED-Richtlinie letztendlich als Treiber für eine fortschreitende Digitalisierung des Gebäudes, von der Mieter, Verwalter und Vermieter gleichermaßen profitieren können. Comgy hilft dabei bereits heute, die richtigen Schritte für Morgen zu gehen.

 

Ruben Haas, CEO und Co-Founder Comgy GmbH

Nach seinem Studium der Betriebswirtschaftslehre sammelte Ruben Haas zunächst Erfahrungen im Private Equity bei Waterland PE, bevor er seine Leidenschaft für das Unternehmertum entdeckte. Neben Firmengründungen im Bildungssektor und Bereich Mobile Apps war Ruben Mitgründer des Startup-Inkubators IONIQ. Seit 2017 ist er CEO von Comgy.

Comgy GmbH – Messdienst kann mehr

Comgy ist ein Anbieter digitaler Messdienstlösungen für die Wohnungs- und Energiewirtschaft. Durch innovative Soft- und Hardwareentwicklungen entlang digitaler Prozesse schafft Comgy mehr Transparenz, Geschwindigkeit sowie Kostenersparnisse bei der Messung, Visualisierung und Abrechnung von Energieverbräuchen. Davon profitieren Mieter, Verwaltungen und Eigentümer gleichermaßen.

[1] Quelle: Europäischer Verein zur verbrauchsabhängigen Energiekostenabrechnung – e.V. (E.V.V.E.): “Saving potentials energy cost allocation – available international studies” http://www.evve.com/files/20160822_studies_overview.pdf (11.08.2020)
[2] Quelle: Dr. Ina Renz, Institut Wohnen und Umwelt GmbH (IWU), Georg Vogt, empirica Gesellschaft für Kommunikations- und Technologieforschung mbH: “ICT instruments in multi-apartment buildings: Efficiency and effects on energy consumption behaviour” https://www.eceee.org/library/conference_proceedings/eceee_Summer_Studies/2015/9-dynamics-of-consumption/ict-instruments-in-multi-apartment-buildings-efficiency-and-effects-on-energy-consumption-behaviour (11.08.2020)

[3] Für Deutschland wird sich eine leichte Verzögerung ergeben, da die Novellierung der Heizkostenverordnung am neuen Gebäudeenergiegesetz hängt. Letzteres wurde Anfang Juli auch vom Bundesrat verabschiedet, so dass der Weg nun frei ist.

[4] Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft: “Alle 30 Sekun­den ein Lei­tungs­was­ser­scha­den in Deutsch­land”
https://www.gdv.de/de/themen/news/alle-30-sekunden-ein-leitungswasserschaden-in-deutschland-11990 (11.08.2020)

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