Warum PropTechs mehr als einen Blick auf Techem werfen sollten

By 04.05.2020 Juli 24th, 2020 Expertenbeitrag

BEST PRACTICE STRATEGISCHE PARTNERSCHAFT: PUNKTEN MIT PFIFFIGEN PRODUKTEN, AGILITÄT & UNBÄNDIGEM VERÄNDERUNGSWILLEN

Corona stellt Etabliertes auf den Kopf & macht digitale Lösungen zum Wettbewerbsvorteil. Doch auch unabhängig von der aktuellen Lage verfolgt Techem eine klare Strategie der Zukunftsausrichtung. Mit PropTech als festem Bestandteil für beste Kundenangebote. Und viel Offenheit für Neues, Cleveres & Smartes, um das Entwicklungspotential für die nächsten 10 Jahre voll auszuschöpfen.

 

  1. Aus aktuellem Anlass: Was sind die voraussichtlichen Änderungen in der Immobilienbranche durch die Corona Krise?

Betrachtet man die Corona-Krise unter disruptiven Gesichtspunkten, so stellt sie gerade einen Großteil der etablierten Prozesse auf den Kopf. Auf der einen Seite können Dienstleistungen und Services, die bisher durch Personenkontakt selbstverständlich waren, nicht mehr ohne Weiteres durchgeführt werden. Auf der anderen Seite zeigen sich im täglichen Leben die Vorteile digitaler Anwendungen. Vieles, was uns vor Kurzem noch schwer vorstellbar erschien, ist plötzlich möglich und erfolgreich. So definieren wir bei Techem den Begriff New Work um und arbeiten seit Mitte März fast ausschließlich mobil. Der Großteil unserer Meetings findet digital statt. Auch unser Vertriebsmeeting mit mehr als 400 Teilnehmern sowie ein weltweites Festival für Mitarbeiter und Partner anlässlich von Corona haben wir virtuell abgebildet. Für Mai planen wir virtuelle Kundenveranstaltungen. Bei all dem kommt uns jetzt zugute, dass wir uns in den letzten Jahren verstärkt digital aufgestellt haben. Wir ernten jetzt die Früchte dafür, dass wir seit Jahren Vorreiter im Bereich der Funktechnologie sind sowie digitale Lösungen für unsere Kunden vorantreiben: Rechnungen per E-Mail, Datentausch und Zwischenablesungen sowie Montageaufträge via Kundenportal, Prüfung der Funktionsfähigkeit von digitalen Rauchwarnmeldern aus der Ferne – all das wird sicher weiter zunehmen, genauso wie die Digitalisierung und Vernetzung von und in Gebäuden, um zu vergleichsweise geringen Kosten für eine höhere Energieeffizienz und damit für weniger Treibhausgasemissionen zu sorgen.

 

  1. Welche Anwendungschancen seht Ihr in der Digitalisierung für Euer Unternehmen?

Die Digitalisierung ist die wichtigste Basis für unsere Produkte im Bereich Energieeffizienz und Wohngesundheit, für effizientere Prozesse auf allen Seiten und für das Kundenerlebnis insgesamt. Unser Anspruch ist es, DER digitale Servicepartner der Immobilienwirtschaft sein. Dafür wandeln wir uns immer mehr zu einer „Data Company“. Wir nutzen von uns entwickelte, digitale Lösungen, die auf der Basis von KI arbeiten. Dadurch können wir Heizungsanlagen digital monitoren und damit die Wärmeerzeugung und -verteilung in Gebäuden direkt im Auge behalten. So gewährleisten wir einen sicheren und effizienten Anlagenbetrieb. Von einem Leitstand aus können wir in Echtzeit auf viele Anlagendaten zuzugreifen – mit dem Ziel, den Anlagenzustand darzustellen und zu überwachen. Perspektivisch werden wir auch Anlagen in Echtzeit aktiv steuern und optimieren können und so mit intelligenten Algorithmen und aktiver Steuerung den CO2-Footprint von Gebäuden um etwa 10 Prozent verringern. Die zustandsabhängige Planung von Instandhaltungsarbeiten zur Vermeidung von Betriebsstörungen, auch bekannt als Predictive Maintenance, sehen wir als weitere Ausbaustufe.

Techem Festival

Dr. Carsten Sürig (CFO/CPO) und Nicolai Kuß (CSO) bei der Moderation des Techem Festivals

 

  1. Welche Dienstleistungen werden in der Wohnungswirtschaft und in der Betreibung von Gebäuden in 10 Jahren noch gebraucht? Und was müssen (wohnungswirtschaftliche) Immobilienunternehmen überhaupt leisten, um zukunftsfähig zu sein?

 

Zunehmend wird das intelligente Gebäude als Schlüssel für ein zukünftiges Energiesystem betrachtet, bei dem zum Großteil erneuerbare Energie eingesetzt, verteilt und flexibel nachgefragt wird. So soll mit dem Smart Readiness Indicator (SRI) die Fähigkeit eines Gebäudes bewertet werden können, mit dem Nutzer und dem Netz zu interagieren sowie den Gebäudebetrieb bzw. Verbrauch energieeffizient zu regeln (z.B. bei der E-Mobilität). Gebäudeautomation, Monitor- und Steuerungsfunktionen aber auch smarte Zähler oder E-Ladestationen für Elektrofahrzeuge nehmen dabei eine besondere Rolle ein. Bei der Vernetzung der einzelnen Sektoren (Strom, Verkehr und Wärme) im Rahmen der Sektorkopplung spielen Messung, Steuerung und Monitoring eine bedeutende Rolle, denn sie geben  Gebäudeeigentümern, Mietern und Investoren wichtige Informationen darüber, wie gerecht bestehende oder neu zu errichtende Gebäude zeitgemäßen technologischen Anforderungen werden. Zusätzlich gehen wir davon aus, dass Dienstleistungen rund um die Wohngesundheit wie die Verbesserung der Trinkwasserqualität, moderne Rauchwarnmelder-Services oder Schimmeltracker in Zukunft immer wichtiger für Bewohner werden.

 

  1. Wie nachhaltig sollten sich Gebäude entwickeln? Welche Chancen birgt das Buzzwort „Nachhaltigkeit“ für Wohnimmobilien im Lebenszyklus für Menschen?

 

Gebäude müssen nicht nur nachhaltig, sondern auch smart und effizient sein. Rund 85 Prozent der Energie eines Durchschnittshaushalts in Deutschland entfallen auf Heizwärme und Warmwasser – viel mehr als für Strom mit etwa 15 Prozent. Doch statt rückläufig zu sein, steigt der witterungsbereinigter Endenergieverbrauch in Mehrfamilienhäusern laut unserer Energiekennwerte-Studie das dritte Jahr in Folge. Ein klimaneutraler Wohngebäudebestand bis 2050 lässt sich nur mit einer breit angelegten Digitalisierungsoffensive, dem vermehrten Einsatz regenerativer Energien und einer durchgängigen Effizienzsteigerung entlang der gesamten Wärmewertschöpfungskette verwirklichen. Davon sind wir überzeugt. Auch bedarf es der notwendigen Transparenz über den tatsächlichen Wärmeverbrauch. Denn nur dann können Nutzer und Mieter das eigene Heizverhalten steuern und sind dadurch vor unerwartet hohen Heizkosten gefeit. Die beim PKW vorhandene aktuelle Verbrauchsanzeige ist im Gebäude und erst recht auf die Wohnungseinheit bezogen noch Zukunftsmusik. Fragt einmal einen Gebäudeeigentümer bzw. Wohnungsbesitzer nach seinem Treibhausgasverbrauch. Ich bin mir sicher, Ihr werdet in ratlose Gesichter blicken. Funkfernauslesbaren Zähler und Heizkostenverteiler mit daran anknüpfenden unterjährige Verbrauchsinformationen können hier Abhilfe schaffen.

Techem Festival 2

Matthias Hartmann (CEO) begleitet die Band The Wright Thing am Schlagzeug

 

  1. Welche Entwicklungsmöglichkeiten seht ihr für Euch durch PropTech in den nächsten 10 Jahren?

In den nächsten 10 Jahren von heute aus betrachtet – das gleicht natürlich dem berühmten Blick in die Glaskugel. Ich will es mal so ausdrücken: PropTechs haben sich zu einem ganz wichtigen Faktor für die zukünftige Entwicklung im Immobilienbereich entwickelt und werden noch deutlich höhere Bedeutung erlangen. Sie sind Vorreiter und Treiber von innovativen und disruptiven Ideen, Produkten und Lösungen, die helfen, die Digitalisierung von immobilienwirtschaftlichen Prozessen und Systemen wie auch von Gebäuden und Wohnungen nachhaltig voranzutreiben und zu beschleunigen. Vieles wurde in der Immobilienbranche in den vergangenen Jahren ausprobiert und als digitales Leuchtturmprojekt ausgerufen –flächendeckend hat sich im Vergleich zu anderen Branchen bisher allerdings noch wenig durchgesetzt. Dies hat direkte ökonomische Auswirkungen auf die PropTech-Szene: Während wir im DACH-Raum inzwischen knapp 800 verschiedene StartUps rund um die Immobilienbranche zählen, gibt es bisher kaum mehr als eine Handvoll, die signifikante Umsätze und Wertentwicklungen aufzeigen – immer im Vergleich zu anderen Branchen wie beispielsweise FinTechs, BioTechs oder InsurTechs.

Doch mit der Corona-Krise hat sich das Bild in meiner Wahrnehmung deutlich verändert: Auf einmal werden digitale Lösungen zum strategischen Wettbewerbsvorteil für Immobilienunternehmen – besonders im Wohngebäudebereich. Das kann die virtuelle Wohnungsbesichtigung sein oder ein komplett Ende-zu-Ende digitalisierter Mieterwechsel- und Neuvermietungsprozess aber auch das digitalisierte und vernetzte Gebäude, dessen technische Anlagen (Aufzüge, Heizungen etc.) unter Einsatz moderner und geringinvestiver IoT-Technologie aus der Ferne überwacht werden können. Ich selbst habe in den letzten Monaten sehr viele starke StartUp-Unternehmer und Gründer mit ihren Teams persönlich kennengelernt und bin beeindruckt von der Innovationskraft und dem unbedingten Willen, mit innovativen Produkten und Services Dinge im Immobilienbereich nachhaltig zu verändern. Völlig unvorbelastet von althergebrachtem Denken und Strukturen und klar fokussiert auf Probleme und Fragestellungen, von denen – salopp ausgedrückt – die meisten gar nicht wissen, dass sie sie überhaupt haben.

Das wollen wir als Techem natürlich nutzen. Daher suchen wir – nicht zuletzt durch unsere starke strategische Partnerschaft mit dem blackprint Booster – aktiv den Zugang und die Nähe zu den StartUps. Und die PropTechs umgekehrt genauso zu uns. Denn auch wir wollen und müssen uns verändern. Wir können die vielen schönen digitalen Services, die wir unseren Kunden in den nächsten Jahren auf ihrer Digitalisierungsreise anbieten möchten, nicht mehr nur allein entwickeln. Dazu sind die technologische Geschwindigkeit und die innovativen Veränderungskräfte von außen zu hoch und zu dynamisch geworden. Wir sehen darin eine klare Chance und Win-Win-Situation für beide Seiten: Wir als Techem bringen den Zugang zur Wohnungswirtschaft (Reichweite), die Skalierfähigkeit von Produkten und Services im Massenmarkt mit höchsten Qualitätsansprüchen sowie die hohe Kompetenz, Erfahrung und finanzielle Stärke eines Corporates mit. Die PropTechs punkten mit pfiffigen Produkten, Innovationskraft, Agilität und Flexibilität und meist auch hoher technologischer Expertise. Nicht zu vergessen mit dem unbändige Willen eines Entrepreneurs, der bewegen und verändern möchte. Wir bei Techem denken dabei in Ökosystemen – wir bauen Partnerschaften zu den besten StartUps für die einzelnen Wertschöpfungsstufen und Disziplinen des Immobilienmanagements (z.B. Asset-, Property-, Facility-Management) auf und docken sie an unsere eigene Plattform an. Das kann die gesamte Bandbreite von einfacher Kooperationsvereinbarung bis hin zur strategischen Mehrheitsbeteiligung umfassen. Für uns steht jedenfalls fest: Wir wollen gemeinsam mit unseren Partnern aus dem PropTech-Umfeld wachsen und unseren Kunden die besten und innovativsten digitalen Produkte zur Optimierung ihres eigenen Geschäftes anbieten – ganz im Sinne unseres Anspruchs als führender Digitalisierungspartner der Immobilienwirtschaft. Und in 10 Jahren sicher mit Produkten, von denen wir heute noch gar nicht wissen, dass es überhaupt eine Nachfrage danach gibt.

 

Autor: Stefan Scherber, Head of Business Development von Techem

 

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Alexander Ubach-Utermöhl               Sarah Maria Schlesinger

Managing Director                               Managing Director

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